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Folterknecht Duch sieht sich selbst als kleines Licht
25.11.2009, 12:38 Uhr
Kaing Guek Eav alias Duch, Folterknecht der Roten Khmer in Kambodscha, vor Gericht (Foto: dpa)Einer der obersten Folterknechte des Rote-Khmer-Regimes in Kambodscha hat sich vor Gericht als kleines Licht in einer großen Mord-Maschine bezeichnet. Er habe selbst um sein Leben gefürchtet, sagte der Angeklagte Kaing Guek Eav - alias Duch - in seinem Abschlussplädoyer vor dem Völkermord-Tribunal in Phnom Penh. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll Duch für 40 Jahre ins Gefängnis.
Duch leitete das berüchtigte Foltergefängnisses der Roten Khmer mit der Bezeichnung S-21. Er ordnete die die Folter und Hinrichtung von mindestens 15.000 Insassen an. Nur eine Handvoll Menschen überlebten.
"Ich konnte nichts tun"
Vor Gericht entschuldigte sich Duch erneut bei den Opfern. "Ich bin voller tiefer Reue und erschüttert über solch verheerende Zerstörung", sagte der 67-Jährige. "Ich möchte mich demütig bei den Seelen der Toten entschuldigen." Gleichzeitig erklärte Duch, dass er nur einer von vielen Verantwortlichen für die Massaker im Land gewesen sei. Er habe die Morde in S-21 nicht verhindern können. "Ich konnte nichts tun um zu helfen. Pol Pot waren diese Leute ein Dorn im Auge", sagte Duch.
Kritik am Strafmaß
Sein Verteidiger Kar Savuth kritisierte das von der Anklage geforderte Strafmaß. Duch habe selbst nur wenige Menschen umgebracht. Er werde zum Sündenbock des Regimes gestempelt. "Ist das Gerechtigkeit?"
Hunderttausende starben
Duch werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, Folter und Mord zur Last gelegt. Während der Herrschaft von Pol Pot von 1975 bis 1979 wurden in S-21 rund 16.000 Männer, Frauen und Kinder umgebracht.
Strafmaß wegen Geständnis reduziert
Der stellvertretende Staatsanwalt William Smith erklärte am Mittwoch vor dem Völkermord-Tribunal in Phnom Penh, die Anklage habe das geforderte Strafmaß wegen Duchs Schuldeingeständnis und seiner Aussagen über andere Führer der Roten Khmer um je fünf Jahre auf 40 Jahre Haft reduziert.
Überlebende erbost
Einer der wenigen Überlebenden von S-21, Chum Mey, kritisierte als Prozessbeobachter, das geforderte Strafmaß sei zu niedrig. "Er sollte 70 oder 80 Jahre bekommen. Wenn es nach mir geht, sollte er mit dem Tod am Strang bestraft werden, aber das erlaubt das kambodschanische Recht nicht", sagte der 78-Jährige.
Prozessende steht bevor
Der Völkermord-Prozess, der erste seiner Art in Kambodscha, soll am Freitag nach acht Monaten abgeschlossen werden. Die Richter werden voraussichtlich Anfang kommenden Jahres Urteil und Strafmaß verkünden. Das mit Unterstützung der Vereinten Nationen eingerichtete Völkermord-Tribunal hat Prozesse gegen insgesamt fünf noch lebende Führungsmitglieder des Regimes vorbereitet.
Zwei Millionen Menschen starben
Der Führer der Roten Khmer, Pol Pot, starb 1998. Die Roten Khmer terrorisierten das Land zwischen 1975 und 1979. Sie wollten eine ultra-kommunistische Bauerngesellschaft verwirklichen. Unter ihrer Herrschaft kamen bis zu zwei Millionen Menschen um.
Quelle: dpa
, dapd