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Rot-Grün stellt Weichen für Minderheitsregierung

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Rot-Grün stellt Weichen für Minderheitsregierung

23.06.2010, 09:02 Uhr

Mit doppelter Kraft: Auf dem Weg in die erste Koalitionsrunde geht die SPD-Landeschefin an einem ihrer Wahlplakate vorbei. (Foto: dpa)

Mit doppelter Kraft: Auf dem Weg in die erste Koalitionsrunde geht die SPD-Landeschefin an einem ihrer Wahlplakate vorbei. (Foto: dpa)

Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen will schnell Nägel mit Köpfen machen. Die Koalitionsverhandlungen hatten kaum begonnen, da verkündeten SPD und Grüne schon das erste Vorhaben einer Minderheitsregierung. Die Kopfnoten auf den Schulzeugnissen sollen abgeschafft werden.

Nach mehr als sechswöchigem Hin und Her kommt die Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen in Gang. SPD und Grüne nahmen am Dienstag in Düsseldorf die Verhandlungen zur Bildung eines Minderheitskabinetts unter Führung von SPD-Chefin Hannelore Kraft auf. Mitte Juli soll die 49-Jährige zur Nachfolgerin des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) gewählt werden.

Rot-Grün will Kopfnoten abschaffen

Nach der nur gut eineinhalb Stunden dauernden ersten Verhandlungsrunde kündigten Kraft und Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann gleich konkrete Gesetzesvorhaben an. Noch vor der Sommerpause wollen SPD und Grüne die Abschaffung der Kopfnoten zum Sozial- und Arbeitsverhalten der Schüler auf den Weg bringen.

Mit einer "kleinen Schulrechtsnovelle" sollen auch die verbindlichen Grundschulgutachten für den Wechsel auf die weiterführende Schule gestrichen werden. Damit würde Rot-Grün schwarz-gelbe Reformen an den Schulen rückgängig machen.

Rot-Grün will auch in der Energiepolitik eine schnelle Einigung finden. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zusammenkommen", sagte Kraft. Löhrmann versicherte: "Wir wollen gemeinsam an einem Strang ziehen." Die beiden Politikerinnen begrüßten sich vor Beginn der Gespräche mit einer herzlichen Umarmung.

"Besondere Verantwortung" für die Minderheitsregierung

Zwischen SPD und Grünen ist der Bau neuer Großkraftwerke und der Einsatz der Kohle als Energieträger umstritten. Auch auf diesem Feld gebe es gute Einigungschancen, sagte Löhrmann. Grüne und SPD wüssten, "dass es wichtig sein wird, Kompromisse zu finden, mit denen beide gut leben können". Rot-Grün habe eine besondere Verantwortung, "weil wir uns auf eine Minderheitsregierung zubewegen". Das bedeute aber nicht, "dass wir Differenzen nicht offen austragen", sagte Löhrmann.

SPD und Grüne setzten zehn Arbeitsgruppen für die einzelnen Themenbereiche ein. Die beiden Verhandlungsdelegationen kommen am Freitag erneut zusammen, um Zwischenergebnisse zu bewerten. Parteitage von SPD und Grünen sollen am 10. Juli über den Koalitionsvertrag abstimmen. Die Wahl Krafts zur Ministerpräsidentin ist für den 13. oder 14. Juli vorgesehen.

FDP: Frau Kraft wird keine Stimme der Liberalen erhalten

SPD und Grünen fehlt im Landtag ein Sitz zur absoluten Mehrheit. Kraft kann aber spätestens im zweiten Wahlgang mit ihrer Wahl zur Ministerpräsidentin rechnen, weil die Linkspartei sich der Stimme enthalten will. Die FDP will bei der Wahl geschlossen gegen Kraft stimmen. "Frau Kraft wird in keinem Wahlgang auch nur eine Stimme von der FDP erhalten", sagte FDP-Fraktionschef Gerhard Papke.

Für die Gesetzgebung ist eine rot-grüne Minderheitsregierung auf Unterstützung aus anderen Fraktionen angewiesen. SPD und Grüne haben deshalb in den vergangenen Tagen die anderen Parteien aufgefordert, im Landtag keine Blockadepolitik zu betreiben. Für die Neuauflage des rot-grünen Bündnisses haben sie deshalb den Begriff "Koalition der Einladung" geprägt. Linken-Parteichef Klaus Ernst sagte, es werde keinen Freibrief für Rot-Grün geben. "Hannelore Kraft hat keine Mehrheit, und das wird sie schnell merken."

CDU: Linkspartei "als Schattenmann" mit am Tisch

Die CDU warf der SPD erneut Wählerbetrug vor. Vor der Wahl habe Kraft eine Tolerierung durch die Linke klar ausgeschlossen, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe in Berlin. Jetzt sitze "die Linkspartei als Schattenmann mit am Tisch".

Bei der CDU kommt unterdessen das Personalkarussell in Schwung. Generalsekretär Andreas Krautscheid teilte mit, er werde nicht für das Amt des Fraktionsvorsitzenden kandidieren. Er will in der Parteizentrale bleiben. Der 49-Jährige galt bislang als aussichtsreicher Kandidat für den Posten des Oppositionsführers.

Die CDU-Landtagsfraktion hat derzeit nur einen kommissarischen Vorsitzenden. Auch Rüttgers will das Amt nicht übernehmen. Als Kandidaten für den Fraktionsvorsitz werden nun vor allem Arbeitsminister Karl-Josef Laumann und Integrationsminister Armin Laschet genannt. Der neue Fraktionschef soll am 6. Juli gewählt werden.


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Kommentare (2)

zum Forum

Thema: "Rot-Grün stellt Weichen für Minderheitsregierung"

BR schrieb: am 22. Juni 2010 um 18:51:58
(0) (0) hallo Parteiloser...
...Sie sollten weiterhin parteilos bleiben und sich auch sonst Ihrer Kommentare enthalten. Wenn Sie schon nicht wissen,
wie Politik funktioniert und sich demnach auch nicht aktiv beteiligen, sollten Sie Populismus nicht auf diese Weise betreiben. Sie schaden nur und nutzen überhaupt nicht und Niemandem, schon gar nicht der CDU und erst recht nicht der Demokratie und dem Land!
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RCB schrieb: am 22. Juni 2010 um 18:44:37
(0) (0) Krafft(SPD) / Löhrmann(Grüne)
Na dann macht mal, Mädels. Ihr hattet seit der Wahl genug Zeit über Euere gemeinsamen Ziele nachzudenken
und zu sprechen und dies bei den Verhandlungen mit der Linken und der FDP wohl auch ausgiebig getan. Da müsste doch jetzt innerhalb eines Tages eine Koalitionsvereinbarung stehen. Was dauert da jetzt wieder Tage und Wochen? Sind das wieder Spielchen? Macht hinne und verderbt nicht wieder Alles ! ! !
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