Der Umweltminister möchte neue Kohlekraftwerke als Übergangslösung bauen. (Foto: Imago)Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat sich bei der Energieversorgung neben der Atomkraft als sogenannte Übergangstechnologie auch für neue Kohlekraftwerke ausgesprochen. "Sie sind viel besser als alte Kohlekraftwerke, die schon seit 30 Jahren laufen", sagte Röttgen am Sonntag im Deutschlandfunk.
Neue Kohlekraftwerke seien deutlich effizienter und besser regelbar als alte Anlagen. Umweltschützer lehnen dagegen den Bau von Kohlekraftwerken wegen der CO2-Emissionen ab.
Röttgen: Übergangstechnologien nötig
Ziel der Bundesregierung sei es, die Energieerzeugung nahezu vollständig auf erneuerbare Energiequellen umzustellen. "Bis wir das Zeitalter der regenerativen Energien mit einer nahezu vollständigen Versorgung erreicht haben, braucht es auch noch Übergangstechnologien", sagte Röttgen. Bis zum nächsten Oktober werde er zusammen mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ein Konzept für die weitere Nutzung vorlegen.
Die Grünen warfen der Bundesregierung Anfang Dezember vor, eine überholte Industriepolitik zu betreiben, indem weiterhin Kohlekraftwerke gebaut würden.
"Entschlossenheit der Staatengemeinschaft"
Für den Klimakonferenz in Kopenhagen sieht Röttgen durch die Zusage von rund 115 Staatenlenkern eine gute Chance für einen erfolgreichen Gipfel. "Wenn über 100 Regierungs- und Staatschefs da sind, dann ist das Ausdruck der Entschlossenheit der Staatengemeinschaft", sagte er bei seiner Ankunft im Konferenzzentrum am Samstagabend. "Das ist eine wichtige Grundlage dafür, dass es zu Entscheidungen kommt, die dann auch in den einzelnen Ländern übernommen werden."
Europäer haben Vorreiterrolle
Röttgen sieht die Europäer und auch die Deutschen beim Klimaschutz in einer Vorreiterrolle. "Wir sind aber auch zu weiteren Leistungen bereit", betonte Röttgen. Das könne etwa geschehen, um Dynamik in die Verhandlungen zu bringen. Alle Länder müssten aber mitmachen und zu ihrer jeweiligen Verantwortung stehen.
Langfristige Finanzzusagen
Die wichtigsten Ziele sind für Röttgen Schritte zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes "im notwendigen Umfang und rechtzeitig", damit sich die Erde nicht um mehr als zwei Grad erwärmt. Außerdem müsse es neben den kurzfristigen Finanzzusagen für Entwicklungsländer auch langfristige geben. "Wichtig ist zudem, dass wir uns über all das, was wir tun wollen, auch rechtlich verbindlich und überprüfbar verständigen."