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Rösler landet in Tripolis auf falschem Flughafen

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Rösler landet in Tripolis auf falschem Flughafen

14.10.2011, 09:39 Uhr

Allein auf weiter Flur - Vizekanzler Rösler landet in Tripolis auf dem falschen Flughafen (Quelle: dpa)

Allein auf weiter Flur - Vizekanzler Rösler landet in Tripolis auf dem falschen Flughafen (Quelle: dpa)

Deutschland und Libyen, das ist in diesem Jahr eine nicht ganz unkomplizierte Geschichte. Nach der Verstimmung über die fehlende deutsche Unterstützung für den Militäreinsatz will Deutschland sich bei der Anbahnung von Wirtschaftsbeziehungen mit der neuen libyschen Führung umso mehr ins Zeug legen. Doch als Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Mittwoch voller Tatendrang in der Hauptstadt Tripolis landete, war niemand da, der ihn in Empfang nehmen wollte.

Die Transall hatte den internationalen Flughafen angeflogen, so wie es der Luftwaffe vorgegeben worden war. Das libysche Empfangskomitee wartete aber am militärischen Flughafen von Tripolis auf den Gast aus Deutschland. "Daher sind sie zuerst nicht zusammengekommen", sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

Rösler sondiert die Lage in schusssicherer Weste

Die Maschine fuhr auf dem internationalen Flughafen hin- und her, doch weit und breit war keine libysche Delegation zu sehen. Rösler sondierte in schusssicherer Weste die Lage auf dem Rollfeld, doch auch die Sicherheitskräfte vor Ort wussten nicht, was los war.

Nur ein paar alte Maschinen standen auf dem Flughafen herum - der Flughafen soll erst in einem Monat wiedereröffnet werden, teilte das libysche Verkehrsministerium nach Röslers Landung mit. Dennoch gab der Tower aber eine Landegenehmigung.

Als das Rätsel schließlich gelöst war, startete die Maschine mit Rösler an Bord wieder und landete nach einem rund zehnminütigen Flug über Tripolis auf dem Militärflughafen. Nein, meinte Rösler bei der verspäteten Ankunft, er ärgere sich nicht über die Panne. Für ihn stehe der Aufbau des "neuen Libyen" im Vordergrund.

Deutschland will 150 Kämpfer wieder gesund pflegen

Deutschland wird in seinen Krankenhäusern 150 schwer verletzte Kämpfer des libyschen Übergangsrates gesund pflegen. "Wir wissen, dass sie Helden des libyschen Volkes sind", sagte Rösler. Die ersten Patienten sollten bereits am Dienstag mit Bundeswehrmaschinen in deutsche Krankenhäuser gebracht werden. Insgesamt müssen noch etwa 2000 weitere verletzte Milizionäre des Übergangsrates behandelt und versorgt werden.

Die vormaligen Rebellen bauten unterdessen ihre Kontrolle über die Hafenstadt Sirte weiter aus. Gaddafi-Kämpfer leisteten nur noch an wenigen Stellen Widerstand. Der Fernsehsender BBC zeigte Bilder, auf denen zu sehen war, wie Milizionäre im Zentrum von Sirte die grüne Fahne des Gaddafi-Staates von den Masten rissen und die rot-schwarz-grüne libysche Flagge aus der Zeit vor Gaddafi hissten.

Auf den Straßen wurde auch die angebliche Festnahme von Gaddafis Sohn Mutassim gefeiert, der zuletzt nationaler Sicherheitsberater und Kommandeur der Prätorianergarde seines Vaters gewesen war. Erste Berichte über seine Gefangennahme wurden jedoch später vom Übergangsrat dementiert. Gaddafi selbst ist nach seiner Vertreibung aus Tripolis vor sechs Wochen untergetaucht. Seine Geburtsstadt Sirte ist außer Bani Walid die einzige Stadt, in der seine Anhänger noch kämpfen.

Amnesty: Neue Behörden misshandeln Gaddafi-Soldaten

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International enthüllte derweil in einem neuen Bericht aus Libyen, dass die neuen Behörden gefangen genommene Gaddafi-Soldaten, Gaddafi-Anhänger und angebliche Söldner - meist Gastarbeiter aus Schwarzafrika - systematisch misshandeln. Willkürliche Festnahmen, Schläge und Folter seien weit verbreitet, heißt es in dem Bericht.

Es sei ein großes Risiko zu erkennen, dass "Verhaltensmuster der Vergangenheit wiederholt" würden. "Willkürliche Festnahmen und Folter waren ein Kennzeichen der Herrschaft von Oberst Gaddafi", sagte Hassiba Hadsch Sahraoui, der stellvertretende Amnesty-Chef für den Nahen Osten und Nordafrika.


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Quelle: dpa

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Kommentare (124)

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Thema: "Rösler landet in Tripolis auf falschem Flughafen "

buche2 schrieb: am 13. Oktober 2011 um 21:24:54
(275) (37) Rösler in Tripolis
R. sollte gleich dableiben und den Neuaufbau des Gesundheitswesens selbst vor Ort in Angriff nehmen. Hätte 2
Vorteile: Für Afrika eine Verbesserung der jetzigen Gesundheitslage, 2. für Deutschland: Er kann hier nicht mehr soviel Schaden anrichten.....:-)
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Kalle schrieb: am 13. Oktober 2011 um 21:24:44
(194) (38) Verflogen
Ein Beispiel wozu unsere Politiker in der Lage sind. Ob er den Den Weg zurück findet.

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@Deutscher schrieb: am 13. Oktober 2011 um 21:23:54
(220) (47) Rösler falscher Flughafen
was kann man denn schon von einem Rösler-FDP erwarten? Sowas hat man zum Vizekanzler-Wirtschaftsminister gemacht.
Kein Wunder, dass es mit Deutschland bergab geht.
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