24.01.2011, 08:28 Uhr
Gesundheitsminister Philip Rösler will kein deutsches Gift in amerikanischen Todesspritzen (Foto: dapd)
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat an die deutsche Pharmaindustrie appelliert, den USA das für Hinrichtungen eingesetzte Betäubungsmittel Thiopental nicht zu liefern. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung".
Rösler hat demnach die Herstellerfirmen und den Großhandelsverband in einem Schreiben eindringlich gebeten, Anfragen aus den USA zur Lieferung von Thiopental nicht zu entsprechen. Das Ministerium hat laut dem Zeitungsbericht auch ein Ausfuhrverbot geprüft, jedoch keine rechtliche Möglichkeit dafür gefunden.
Die USA haben seit mehreren Monaten Schwierigkeiten, das Mittel zu erhalten. Thiopental wird in den USA nur von dem Pharmakonzern Hospira hergestellt, dieser hat jedoch seit längerem Probleme bei der Produktion im Ausland. In den USA hat Hospira nach eigenen Angaben seit 2009 keine Produktionsstätte mehr für das Gift.
Da Thiopental dort bisher das einzige für Hinrichtungen zugelassene Mittel ist, musste bereits in mehreren Fällen die Vollstreckung der Todesstrafe aufgeschoben werden. Das Mittel ist einer von drei Bestandteilen des tödlichen Giftcocktails, den Todeskandidaten bei den durchschnittlich 55 Vollstreckungen im Jahr meist bekommen.
Die Justizbehörden in den einzelnen Bundesstaaten und auch auf Bundesebene müssen deshalb nach Alternativen suchen. Ein neues Gift muss jedoch erst einen aufwendigen Genehmigungsprozess durchlaufen, außerdem ist mit Klagen zu rechnen. "Viele Staaten werden wahrscheinlich ein Problem bekommen", sagte Richard Dieter vom Informationszentrum Todesstrafe, das in der Debatte um die Todesstrafe keine Position bezieht. Allerdings seien die genauen Auswirkungen noch nicht auszumachen.
Gegner der Todesstrafe reagierten mit Begeisterung auf die neuen Einzelheiten. Sie hoffen auf eine neue Diskussion über die Giftspritze und ihre Anwendung. Kritiker sahen dagegen eine Einmischung in das amerikanische Rechtssystem und befürchteten, weitere Aufschübe bei den Hinrichtungen könnten von der Öffentlichkeit mit Unverständnis aufgenommen werden. In den Vereinigten Staaten befürwortet Umfragen zufolge eine Mehrheit die Todesstrafe.
"Das wird viele Menschen verärgern", sagte der Präsident der Stiftung Strafjustiz, die die Todesstrafe unterstützt, Michael Rushford. "Es wird sicherlich jemanden verärgern, dessen Tochter von einem verurteilten Sexualstraftäter ermordet wurde."
Mitte Dezember wendete der US-Bundesstaat Oklahoma erstmals ersatzweise das Tierbetäubungsmittel Pentobarbital an. Da jedoch nicht vorab getestet worden war, ob es ebenso wirksam wie Thiopental ist, meldeten mehrere Rechtsexperten Bedenken an.
Quelle: AFP , dapd , dpa
ecki schrieb:
am 22. Januar 2011 um 19:02:45
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gift
@wolfi24.110 vielleicht denkst du mal anders ,wenn angehörige von dir ermordet werden oder plädierst du dann für bewährungsstrafen
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fh schrieb:
am 22. Januar 2011 um 19:01:20
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Dioxin
Der hat Sorgen.
Vielleicht könnte er sich auch mal um Gift in deutschen Lebensmitteln kümmern.
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Wolfi 24.110 schrieb:
am 22. Januar 2011 um 18:55:31
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"Rösler: Kein Gift von deutschen Pharmafirmen für US-Todesspritzen "
"Ein Land, das die Todesstrafe vollzieht, gehört nicht auf die Wetterkarte!!!!
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