08.11.2010, 13:27 Uhr | ak
Röntgenstrahlung revolutionierte vor mehr als 100 Jahren die Medizin. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Vor 115 Jahren entdeckte der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgenstrahlung. Mit Hilfe dieser Strahlen konnte erstmals von außen in den Körper hineingeschaut werden - eine Revolution für die Medizin.
Röntgen wurde am 8. November 1895 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg auf die Strahlen aufmerksam. Es war ein später Freitagabend, zu diesem Zeitpunkt "befanden sich keine dienstbaren Geister mehr im Haus", wie er selbst notierte. Eigentlich forschte er gerade zu elektrischen Ladungen in Gasen. Bei einem Versuch bemerkte er plötzlich, dass sich eine Fotoplatte schwarz färbte. Er führte weitere Versuche durch und entdeckte so die bisher unbekannte Strahlung.
Seine Beobachtungen veröffentlichte er wenige Wochen später in der Schrift "Eine neue Art von Strahlen". Auch wenn andere Forscher vor ihm Röntgenstrahlen erzeugt hatten, gilt Röntgen deshalb als Entdecker. Denn er hat erstmals über seine Beobachtung geschrieben und die Strahlen wissenschaftlich untersucht. So sorgte zum Beispiel seine erste Röntgenaufnahme von der Hand seiner Ehefrau für Aufsehen.
Bei den Strahlen handelt es sich um elektromagnetische Wellen, die zum Beispiel in einer Röntgenröhre erzeugt werden. Weil die verschiedenen Bestandteile des Körpers unterschiedlich durchlässig für die Röntgenstrahlen sind, werden Körperteile unterschiedlich dargestellt. So sind Knochen und teilweise auch innere Organe auf einem Röntgenbild zu sehen. Das Bild wird auf einem Leuchtschirm oder wie ein Foto auf Papier bzw. Film sichtbar gemacht.
Mit den neuen Strahlen gelang es erstmals, den menschlichen Körper zu durchleuchten und so Diagnosen zu stellen, ohne den Körper öffnen zu müssen. Außerdem konnten so die Anatomie und die Funktion lebender Organe besser erforscht werden.
Röntgenstrahlen bergen aber auch Gefahren, weil sie Veränderungen im Körper hervorrufen können und unter anderem Krebs verursachen können. Deshalb ist ein besonderer Strahlenschutz erforderlich. So werden zum Beispiel Körperteile, die nicht untersucht werden, mit Bleischürzen abgedeckt. Gezielt eingesetzte Röntgenstrahlen können allerdings auch Krebs bekämpfen.
In Deutschland und einigen europäischen Länder werden die Strahlen nach dem Entdecker Röntgen benannt, in vielen Sprachen aber auch als "X-Strahlen" bezeichnet. So taufte Röntgen selbst seine Entdeckung. Der Physiker, Entdecker und Forscher Röntgen erhielt 1901 als Erster den Nobelpreis für Physik - "als Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, den er sich durch die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen erworben hat", so die Begründung.
Quelle: t-online.de
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