07.04.2011, 21:41 Uhr
Die Polizei sperrt das Gelände um die Schule ab, in der ein Amokläufer das Feuer eröffnete (Foto: AP)
Bei einem Amoklauf in einer Schule in Rio de Janeiro (Brasilien) hat ein Mann elf Schüler getötet und sich anschließend vermutlich selbst das Leben genommen. Mindestens 14 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, als der ehemalige Schüler der Einrichtung das Feuer eröffnete, wie ein Feuerwehrsprecher der Metropole sagte. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.
Einige der Verletzten hätten Schusswunden am Kopf erlitten, sagte Feuerwehrsprecher Evandro Bezerra im Sender GloboNews. Der 24 Jahre alte Mann hatte nach Angaben des Bürgermeister des Stadtteils Realengo die Schule als Kind selbst besucht. Zunächst hieß es, er sei Vater eines Schülers. Die im Westen von Rio de Janeiro gelegene Schule wird von neun bis 14 Jahre alten Kindern besucht.
Der Mann sei "gut angezogen und mit einem Rucksack" zur Schule gekommen, sagte Feuerwehrsprecher Bezerra. Er habe angegeben, wegen einer Konferenz mit Schülern reden zu wollen, und habe daher bis in den dritten Stock der Schule gelangen können. Der Mann habe einen wirren Abschiedsbrief hinterlassen, in dem er seine Tat angekündigt und erklärt habe, sich anschließend umbringen zu wollen.
Nach Angaben eines Polizeisprechers kam es zu einem Schusswechsel mit dem Täter, als ein Polizeibeamter an der Schule eintraf. Dabei sei der Angreifer verletzt worden. Der Mann habe sich dann selbst in den Kopf geschossen. Mehrere Beamte hatten sich in der Nähe der Schule aufgehalten, als sie durch die Schüsse und durch fliehende und verletzte Schüler auf den Amoklauf aufmerksam wurden. "Wenn die Polizisten nicht so schnell eingetroffen wären, wäre die Tragödie noch größer geworden", sagte Polizeisprecher Djalma Beltrame. "Der Mann hatte viel Munition und zwei Waffen bei sich."
Nach dem Vorfall sperrte die Polizei die Schule weiträumig ab. Verzweifelte Eltern suchten nach ihren Kindern. Auch zahlreiche Schaulustige versammelten sich vor dem Gebäude. In Krankenwagen wurden die Verletzten in Krankenhäuser gebracht.
Eine Anwohnerin sagte, ihr zehn Jahre alter Sohn sei dem Blutbad unverletzt entkommen. "Er hat aus dem Fenster geschaut, als er die Schüsse gehört hat", sagte die Frau. Er habe den Schützen nicht gesehen, sei aber zur Tür gerannt. "Gott sei Dank geht es ihm gut. Ich habe viele Menschen rennen sehen, sie waren verletzt, es war furchtbar."
Quelle: dapd , AFP
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