08.02.2012, 08:01 Uhr
US-Vorwahlen: Santorum feiert Dreifach-Triumph Der Republikaner gewinnt in den Bundesstaaten Minnesota, Missouri und Colorado. Der bisherige Favorit Mitt Romney erlitt eine derbe Schlappe.
Mit einem Dreifach-Triumph in gleich drei Bundesstaaten der USA hat der erzkonservative Außenseiter Rick Santorum die Vorwahlen der Republikaner gehörig durcheinandergewirbelt. Gleichzeitig erlitt der bisherige Favorit, der gemäßigte Mormone Mitt Romney, eine derbe Schlappe; das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist längst nicht entschieden.
Zunächst fuhr Santorum - die Medien tauften den 53-Jährigen "Jesuskrieger" - bereits einen sensationellen Doppelsieg in Minnesota und Missouri ein, wo er Romney jeweils deutlich hinter sich ließ. In Colorado, das eine Zeitzone weiter westlich liegt, weswegen das Ergebnis erst später bekannt wurde, besiegte Santorum den 64-jährigen Romney in einem Kopf-an-Kopf-Rennen.
Im Gegensatz zu Romney gilt Santorum, ehemaliger Senator von Pennsylvania als christlich-konservativer Hardliner. Er ist unter anderem strikt gegen Abtreibung und Homosexuellen-Rechte. Santorum hatte auf einen umfangreichen Wahlkampf in Florida und Nevada verzichtet - dafür aber viel in die konservativen Middle-West-Staaten investiert.
In Minnesota kam Santorum nach Auszählung von gut 70 Prozent der Stimmen auf etwa 45 Prozent. An zweiter Stelle lag überraschend der Kongressabgeordnete Ron Paul mit gut 27 Prozent. Romney kam nur auf 17, der ehemalige Parlamentspräsident Newt Gingrich gar nur auf zehn Prozent.
In Missouri konnte Santorum sogar 55 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Romney kam hier immerhin auf gut 23 Prozent und Ron Paul auf über zwölf Prozent. Gingrich stand nicht auf den Wahlzetteln. Die Abstimmung in diesem Staat hatte lediglich symbolischen Charakter, weil dort erst im März verbindlich gewählt wird.
Laut CNN kam Santorum in Colorado nach Auszählung von 89 Prozent der Stimmen auf 38 Prozent der Stimmen - Romney erhielt 36 Prozent. Der bislang als schärfster Romney-Konkurrent gehandelte Newt Gingrich landete auch hier abgeschlagen mit nur 13 Prozent auf dem dritten Platz, knapp vor dem Kongressabgeordneten Ron Paul (zwölf Prozent).
In seiner Siegesrede unterstrich ein euphorischer Santorum, ein besserer Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama bei der Wahl im November zu sein als Romney. Der Ex-Gouverneur von Massachusetts vertrete nämlich im Kern die gleichen Positionen wie der Demokrat im Weißen Haus, kritisierte Santorum. "Ich stehe hier als die konservative Alternative zu Barack Obama", sagte er und griff dabei den Präsidenten scharf an: "Er hat niemals auf die Stimmen des Volkes gehört. Er denkt, er ist schlauer als Ihr, besser als Ihr."
Mit seinem Aufbäumen am Dienstag könnte Santorum den Kampf um die Kandidatur gehörig durcheinanderwirbeln. Der Ex-Senator aus Pennsylvania hatte bislang nur die erste Vorwahl Anfang Januar in Iowa mit hauchdünnem Vorsprung gewonnen und danach stets eher schwach abgeschnitten. Romney dagegen hatte zuletzt seinen Favoritenstatus mit klaren Siegen in New Hampshire, Nevada und Florida festigen können. Er gratulierte Santorum zu seinem großen Erfolg, gab sich aber weiter zuversichtlich, Präsidentschaftskandidat zu werden.
Romneys bislang schärfster Herausforderer Gingrich konnte bisher nur South Carolina für sich entscheiden. Lediglich Paul konnte noch keine Vorwahl gewinnen, gilt aber wegen seiner breiten Unterstützerbasis als unerschütterlicher Teilnehmer in dem Rennen.
Quelle: dpa , AFP
Altermabb schrieb:
am 8. Februar 2012 um 20:41:56
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Jesuskrieger
Wie hoch demokratisch sind die Prozesse, wenn Milliardäre beliebig viele Wählerstimmen kaufen? Wodurch unterscheiden sich die
religiösen Fanatiker Amerikas eigentlich von den Gotteskriegern?
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Cora schrieb:
am 8. Februar 2012 um 20:13:45
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Und wenn
es viele deutsche Amerika-Kritiker überrascht: Ob z.B. der Todesstrafe oder des Waffenrechts hat der US-Präsident weniger in
Amerika zu sagen als der Papst oder Achmachmirdendschihad aus Teheran.
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Cora schrieb:
am 8. Februar 2012 um 20:12:08
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Vielfach
vergessen wohl viele Deutsche, dass der US-Präsident innerhalb der USA weit weniger Macht und Einfluss hat, als es die
EU-Kommissare (die niemand direkt und nicht einmal einfach indirekt wählt) bereits haben. Insgesamt gesehen hat der US-Präsident im eigenen Land eigentlich sehr wenig bis gar keine Macht. Seine Aufgabe – nach der US-Verfassung – besteht zu einem erheblichen Teil darin, die Vereinigten Staaten nach Außen zu vertreten.
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