Ein multi-ethnisches Paar bei der Trauung (Foto: t-online.de/Archiv)
Ein Richter aus dem Bundesstaat Louisiana im Süden der USA hat einem schwarzen Mann und einer weißen Frau die Trauung verweigert. Bei Bürgerrechtlern löste diese Nachricht einen Sturm der Entrüstung aus.
Richter Keith Bardwell aus der Gemeinde Tangipahoa begründete sein Verhalten mit dem Wohlergehen von Kindern, die aus der Ehe hervorgehen könnten. Er habe gemischte Paare schon immer an andere Richter verwiesen: "Niemand hat sich jemals darüber beschwert." Er tue dies, um die Kinder zu schützen: "Die Kinder sind unschuldig, und ich sorge mich um ihre Zukunft."
Vorbild Barack Obama?
Das Paar wurde schließlich von einem anderen Richter getraut und prüft nun rechtliche Schritte gegen Bardwell. Bürgerrechtsgruppen forderten den weißen Richter auf, von seinem Amt zurückzutreten. Der Direktor des Zentrums für Verfassungsrechte und Justiz, Bill Quigley, erklärte: "Vielleicht ist er besorgt, dass die Kinder aufwachsen und Präsident werden könnten." Damit bezog er sich auf US-Präsident Barack Obama, der einen kenianischen Vater und eine weiße amerikanische Mutter hat. Obamas Sprecher Bill Burton äußerte sich ähnlich: "Ich finde, die Kinder von gemischten Paaren können sich durchaus gut entwickeln."
Seit 34 Jahren Friedensrichter
Die Bürgerrechtsorganisation ACLU beantragte bei einer Justizkommission in Louisiana, den Fall zu untersuchen. Der Fall könnte damit vor den Obersten Gerichtshof des Südstaates kommen. Bardwell ist seit 34 Jahren Friedensrichter. Seine Amtszeit läuft noch bis Ende 2014. Friedensgerichte stellen in Louisiana die unterste Stufe der Gerichtsbarkeit dar und sind für kleinere Zivil- und Strafsachen zuständig.