Die Türkische Gemeinde fordert einen schulfreien muslimischen Feiertag für alle Schüler (Foto: dpa)
Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hat sich für einen muslimischen Feiertag im deutschen Schulkalender ausgesprochen. "Ich fände es gut, wenn man an einem Tag, etwa dem muslimischen Opferfest zum Ende des Ramadans, allen Kindern frei gibt", sagte er der "Berliner Zeitung".
Dies solle ausdrücklich auch für nichtmuslimische Kinder gelten. "Das wäre ein Zeichen der Toleranz", so Kolat.
Deutsche Gesellschaft soll sich auf Zuwanderer einlassen
Viele strenggläubige, türkische Eltern seien inzwischen auch dazu bereit, ihren Kindern zuliebe einen Weihnachtsbaum aufzustellen, obwohl sie dies eigentlich ablehnten. Kolat begründete seine Forderung auch damit, dass die deutsche Gesellschaft sich auf die Zuwanderer einlassen müsse.
Lehrer mit Migrationshintergrund als "Vorbilder"
Im Interview mit der "Berliner Zeitung" forderte Kolat zudem einen größeren Anteil von Lehrern mit Migrationshintergrund an Berliner Schulen. Diese würden von vielen türkischstämmigen Kindern als "Vorbilder" gebraucht, allerdings habe es der Berliner Senat "immer noch nicht wirklich" geschafft, solche Lehrer einzustellen.
"Mehrsprachigkeit als Chance aufgreifen"
In den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten werde der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund an keiner Berliner Schule unter 50 Prozent liegen. "Wir müssen die Mehrsprachigkeit als Chance aufgreifen", sagte der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde.