22.11.2011, 07:18 Uhr
Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre war noch nie höher als derzeit (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Nie zuvor wurden von den gefährlichen Treibhausgasen Kohlendioxid und Methan so große Mengen in die Atmosphäre geblasen wie im vergangenen Jahr. Der bedrohliche Rekord geht aus den Daten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor.
Mit 389 CO2-Molekülen auf eine Million Luftmoleküle habe die Konzentration von Kohlendioxid den höchsten Wert seit Beginn der Industrialisierung im Jahr 1750 erreicht, berichten die Wissenschaftler. Der Anstieg der Emissionen sei somit deutlich größer, als von Experten bislang prognostiziert.
Verantwortlich für die hohe Konzentration von Treibhausgasen sei die ungehemmte Verfeuerung fossiler Brennstoffe, großflächige Abholzung der Wälder und die massenhafte Verwendung von Düngern, so die Forscher.
Äußerst besorgniserregend sei auch, dass sich die Zunahme des Kohlendioxids sehr stark beschleunigt. Innerhalb nur eines Jahres sei der Anteil der CO2-Moleküle in der Atmosphäre um durchschnittlich 2,3 Moleküle pro Million Luftmoleküle (2,3 ppm) gestiegen. In den vergangenen zehn Jahren nahm der Kohlendioxid-Anteil lediglich um 2,0 ppm zu. In den 90er Jahren waren es sogar nur 1,15 ppm. Auch die Methan-Konzentration in der Atmosphäre habe wieder zugenommen, erklärte WMO-Direktor Michel Jarraud.
Das US-Energieministerium hatte Anfang November mitgeteilt, im vergangenen Jahr seien mehr als 33.500 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt. Das seien gut 1900 Millionen Tonnen oder fast sechs Prozent mehr als noch 2009. Einen größeren Anstieg hat es nach Aufzeichnungen des Ministeriums niemals zuvor gegeben. Das massive Plus wurde demnach vor allem von der zunehmenden Kohleverbrennung zur Energiegewinnung in den aufstrebenden Schwellenländern verursacht.
Die WMO nutzt für ihre Datenerhebungen Messstationen in mehr als 50 Ländern. Das Ansteigen der Konzentration der Treibhausgase führt zu einer erhöhten Absorption der Sonnenstrahlung und damit zu einem Anstieg der Temperaturen. Über den Kampf gegen die Treibhausgase wird ab dem 28. November auf der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban beraten.
Bereits vor ein paar Tagen machte die Warnung vor häufigeren Wetterextreme Schlagzeilen. Laut IPCC-Bericht des Weltklimarats führe der Klimawandel zu Veränderungen in Häufigkeit, Intensität, Ausdehnung, Dauer und Zeitpunkt des Auftretens extremen Wetters wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürre oder Sturm. Wenn sich die Welt entsprechend wappne, könnten Leben gerettet und Geld gespart werden, betonen die Forscher.
Beim UN-Klimagipfel mit rund 15.000 Klimaexperten dürfte es auch darum gehen, ob der Kyoto-Prozess irgendwie zu retten ist. Vor allem Entwicklungsländer wollen diesen Pfad beibehalten, weil er rechtlich bindende Verpflichtungen für die Industrieländer vorschreibt.
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Die 37 Staaten, die sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls bis 2012 zu konkreten CO2-Reduzierungszielen verpflichtet haben, verursachen knapp 30 Prozent der klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstöße. Das ist für eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad viel zu wenig. Allein aus China und den USA kommen laut Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) fast 45 Prozent der Emissionen.
China trat zwar dem Kyoto-Protokoll von 1997 bei, mit Blick auf den damaligen Status als Entwicklungsland verpflichtete es sich aber nicht zur Minderung von Kohlendioxid (CO2). Die USA, nach China zweitgrößter Verursacher von CO2, machten bei Kyoto gar nicht mit. Es ist bisher das einzige verbindliche Instrument zur internationalen Begrenzung der CO2-Ausstöße.
Da ein Teil der Kyoto-Staaten wie Japan nach 2012 keine neuen rechtsverbindlichen Minderungsziele akzeptieren will, wenn nicht auch die USA mitmachen, könnte die Europäische Union bei einer neuen Verpflichtungsperiode recht alleine dastehen - mit gerade mal noch elf Prozent der globalen Emissionen klimaschädlicher Gase.
Nicht-Kyoto-Staaten wie die USA und Schwellenländer verhandeln parallel auf dem Pfad der Klimarahmenkonvention von 1992 über ihre jedoch unverbindlichen Klimaschutzbeiträge. In der Rahmenkonvention wurde nur vereinbart, den CO2-Ausstoß so zu begrenzen, dass "sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können" und "die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird".
In Durban muss weiter geschaut werden, ob und wie beide Prozesse mittelfristig zu einem globalen Abkommen, einer Art "Kyoto Plus" mit Minderungszielen für die größten Klimasünder zusammenzuführen sind. Hinzu kommt die Ausgestaltung eines ab 2020 geplanten Milliardenfonds für besonders vom Klimawandel betroffene Staaten und mehr Waldschutz.
Quelle: dpa , AFP
fuchs schrieb:
am 21. November 2011 um 20:41:25
(274)
(34)
Ökosystem
Ist nicht schlimm, denn mit steigender Weltbevölkerungszahl wird der CO2 Ausstoß eh nicht mehr zu begrenzen sein. Und mal
ehrlich, je schneller der Mensch von diesem Planeten verschwindet, desto besser für die Erde. Vielleicht entwickelt sich ja dann wirklich mal eine intelligente Spezies!
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Wolfi 24.110 schrieb:
am 21. November 2011 um 20:06:56
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(15)
"Rekordmengen von Treibhausgasen in Atmosphäre gemessen"
Eine echte Rekordmenge an CO² lag vor ca. 140 Mio. Jahren vor. Diese lag
damals beim ca. 6-fachen des heutigen Wertes. Außerdem: Wer sagt eigentlich, dass es der Mensch noch lange macht? Weder dem Sonnensystem, noch der Galaxie, in welcher wir leben, wird unser Ableben zum Thema gereicht werden. Mich interessiert alleine der Umgang der Menschen untereinander. Dieser war, in den vergangen ca. 4000 Jahren, eher kontraproduktiv. Auch das Vorhandensein von PC's ändert an dieser Einschätzung nich
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Faller schrieb:
am 21. November 2011 um 20:03:48
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Wo ist denn jetzt Frau Dr. Merkel?
Aufhören mit "Wastum" und "Fortschritt! Lebt mit dem was ihr habt und holt altes wieder
hervor, dann lebt ihr glücklicher und weg mit "Born out"!Alle gierigen nicht mehr hoffieren sondern "umgekehrt!!!!!!!!!!
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