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Regierung plant Frauenquotengipfel

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Regierung plant Frauenquotengipfel

08.03.2011, 13:51 Uhr

Laut Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen seien nur "lächerliche drei Prozent" Frauen in deutschen Vorständen (Foto: Imago)

Die Bundesregierung sucht Medieninformationen zufolge im Streit um die Frauenquote in Chefetagen eine einvernehmliche Lösung mit der Wirtschaft. Für den 30. März sei ein Spitzentreffen mit den Arbeitsdirektoren der 30 im DAX notierten Konzerne geplant, berichtet die "Passauer Neue Presse". Gastgeber seien Familienministerin Kristina Schröder, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) sowie Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (beide FDP).

Bereits am Wochenende hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Gespräche mit der Wirtschaft zur Verbesserung der Frauenquote bei Führungskräften angekündigt. "Deutschland gehört zu den Letzten in der Welt, wenn es um den Anteil von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft, insbesondere bei den großen Unternehmen, geht", sagte die CDU-Chefin.

SPD-Vize Manuela Schwesig hat daher eine Quote von "40 Prozent Frauen für Vorstände und Aufsichtsräte" in Deutschland gefordert. Eine gesetzliche Frauenquote sei überfällig, schreibt Schwesig in einem Gastbeitrag in den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Freiwillige Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft, den Frauenanteil in den Führungsetagen zu erhöhen, hätten zu nichts geführt. Die SPD werde deshalb ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft vorlegen. Nach Angaben Schwesigs sind in Deutschland nur 2,5 Prozent aller Vorstandsmitglieder der 200 größten Unternehmen Frauen.

Bundesregierung lehnt Zwangsquote ab

Die Bundesregierung ist allerdings gegen eine Zwangsquote. Die Einheitsquote "ignoriert den unterschiedlichen Frauenanteil in den Branchen, ist ordnungspolitisch falsch und verfassungsrechtlich bedenklich", erklärte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) in den "Stuttgarter Nachrichten". Stattdessen sprach sie sich für familienfreundliche Arbeitszeiten aus.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) macht sich derweil für ein schärferes Gleichstellungsgesetz für ihr Land stark. Der "Thüringer Allgemeinen" sagte sie, das neue Gesetz solle Frauenförderung in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes zur Pflicht machen. Bei gleicher Eignung für eine Stelle sollten Frauen bevorzugt beschäftigt werden. Die Verletzung dieser Pflicht solle mit einem Beförderungsstopp geahndet werden können. Die Gleichstellungsbeauftragte solle Klagerecht erhalten.

Von der Leyen: Auf Augenhöhe mit Indien

Anlässlich des heutigen 100. Internationalen Frauentag hat sich auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen erneut für mehr Frauen in Führungspositionen ausgesprochen. Im Rundfunksender NDR Info bemängelte die CDU-Politikerin "lächerliche drei Prozent" Frauen in deutschen Vorständen und ebenso wenige auch auf der Anteilseignerseite in den Aufsichtsräten. "Damit sind wir hinter China, hinter Brasilien, hinter Russland, auf Augenhöhe mit Indien."

In einer globalisierten Welt sei es längst an der Zeit, nicht nur die Hälfte der Talente zu berücksichtigen, sondern allen eine Chance zu geben. "Frauen sind nicht besser, sie sind einfach anders. Und das ist auch das Wichtigste, dass die gemischten Teams die erfolgreichen sind, das zeigt sich auch in Studien".

Merkel ruft Männer zur Selbstreflexion auf

Bundeskanzlerin Merkel wendet sich am 100. Weltfrauentag direkt an die Männer und hofft, dass diese den Anlass für Selbstreflexionen nutzen. Sie wünsche sich, dass sich an diesem Tag auch die Männer aufgefordert fühlen, über sich nachzudenken, schrieb die CDU-Chefin in einem Beitrag für die heutige Ausgabe der Berliner "tageszeitung". Sie sei davon überzeugt, die Männer hätten viel zu gewinnen.

Der Weltfrauentag fand erstmals am 19. März 1911 statt. Beschlossen wurde der Tag auf Initiative der deutschen Sozalistin Clara Zetkin auf der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910.

Drei von vier Müttern erwerbstätig

Laut dem Statistischen Bundesamt sind in Deutschland fast drei von vier Müttern erwerbstätig. Damit liegt die Bundesrepublik im Mittelfeld der Europäischen Union. Höher lag die Quote zum Beispiel in den Niederlanden, niedriger unter anderem in Italien.

Die Statistiker bezogen sich auf 25- bis 49-jährige Mütter mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 25 Jahren. Von dieser Gruppe waren 72 Prozent erwerbstätig. Gezählt wurden dabei Teil- und Vollzeitbeschäftigte und Frauen im Mutterschutz oder in Elternzeit.

Je mehr Kinder im Haushalt zu betreuen waren, desto seltener hatten Mütter eine Lohnarbeit. In Deutschland lag die Quote 2009 bei Frauen mit einem Kind bei mehr als drei Viertel (77 Prozent), bei zwei Kindern waren es 72 Prozent, bei drei oder mehr Kinder 53 Prozent.


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Quelle: dapd , dpa

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Kommentare (38)

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Thema: "Regierung plant Frauenquotengipfel"

Clara schrieb: am 8. März 2011 um 20:46:45
(0) (0) Hälfte des Himmels
Vielleicht hätten wir weniger Probleme, wenn 40% der Führungspositionen weiblich besetzt wären ... Denkt 'mal drüber nach.

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Neutraler schrieb: am 8. März 2011 um 20:35:17
(0) (0) Für was eine Quote?
Leistung sollte zählen und nicht Männchen oder Weibchen. Es dürft allerdings sehr schwer sein, überhaupt ein
Auswahlverfahren zu entwickeln, denn dafür wären Politiker gefragt und die; wie wir wissen, strotzen vor Unwissen. Erst sollte man da aufräumen und dann in die Chefetagen sehen. Gleich Chancen für alle und die Qualität soll entscheiden. Übrigens; über die Einführung einer Männerquoten beim Kinder bekommen sollte amn auch ernsthaft nachdenken. Gleiches Recht für alle..
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donner schrieb: am 8. März 2011 um 20:32:59
(0) (0) 8. März
Frauenquote wird zum Gesetz. Wir haben ja keine Probleme. Wie E10 Abzocke, E10 vera..... Steuerlüge und so weiter. 8. März
Frauenquote wird zum gesetz. Amazonen an die Macht.
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