Türkische Fußballfans während der EM 2008 (Foto: ddp)
Der türkische Minister für Auslandstürken, Faruk Celik, hat europäische Staaten aufgefordert, eine eigenständige Identität von Einwanderern zu respektieren. Assimilierung sei eine Erniedrigung der Migranten, sagte Celik in Ankara zum Auftakt einer internationalen Fachtagung zu Auswanderung und Migration von Türken.
Allerdings sollten sich die Einwanderer integrieren und beispielsweise die deutsche Sprache so gut sprechen wie die Deutschen.
Unterschiede seien ein Reichtum, sagte Celik. Einwanderer hätten auch durch Kultur und Religion einen Beitrag geleistet, nicht nur durch ihre Arbeit. Sie fühlten sich nicht als Gäste dieser Staaten. Der Minister forderte die europäischen Einwanderungsländer auf, Benachteiligungen der Auslandstürken im Arbeitsleben und der Gesellschaft zu beenden.
Fünf Millionen Auslandstürken
Es gibt etwa fünf Millionen Auslandstürken, von denen rund vier Millionen in europäischen Staaten leben. Bis zu 2,7 Millionen Türken und Menschen türkischer Herkunft leben in Deutschland.
Ziel: Europäische Union
Auf der von der türkischen Regierung organisierten Tagung soll bis Samstag über politische Rechte, Bildungssysteme, Religion, die Rechte von Frauen, Probleme in der Arbeitswelt und Fragen der Staatsbürgerschaft gesprochen werden. Zu der Tagung sind mehr als 400 Fachleute angereist, viele davon auch aus Deutschland. Ziel des Treffens sei auch, die Außenpolitik der Türkei auf dem Weg in die Europäische Union zu stärken.