01.12.2011, 21:16 Uhr
Nazi-Morde: BKA bittet Bevölkerung um Hilfe Das Bundeskriminalamt informiert über den aktuellen Ermittlungsstand zum Zwickauer Terror-Trio und präsentiert deren Waffen.
Die Jagd nach Helfern und Hintermännern der rechten Terrorgruppe NSU tritt in eine neue Phase. Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) stellten am Donnerstag Fahndungsplakate vor und baten die Bürger um Hilfe und Tipps. Neben den vier schon verhafteten Beschuldigten haben die Ermittler "eine gute Handvoll" weiterer Verdächtiger im Visier, teilte Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe mit.
BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte, bislang seien etwa 240 Tipps aus der Bevölkerung eingegangen. Hinweise nimmt das BKA unter der kostenfreien Rufnummer 0800 - 0130 110 entgegen.
Derzeit wertet die Polizei mehr als 2500 Beweismittel aus, 420 Polizisten ermitteln, wie Ziercke sagte. Er habe aber trotzdem 50 weitere Beamte aus den Ländern angefordert. Aus den bisherigen Ermittlungen ergebe sich, "dass die Terrorzelle eigentlich nichts dem Zufall überlassen wollte". Generalbundesanwalt Range sagte, die NSU sei auch bei der Opferauswahl gezielt und "planvoll" vorgegangen.
BKA und Bundesanwaltschaft präsentierten auch die verschiedenen Waffen der Terrorzelle. Diese entdeckten Ermittler im Wohnmobil, in dem sich Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt umbrachten, sowie in dem Zwickauer Wohnhaus. Mit den Waffen soll die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) die neun Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie den Mord an der Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter begangen haben. Außerdem soll das Trio für zwei Bombenanschläge in Köln 2001 und 2004 verantwortlich sein.
In welchen Bundesländern sind Rechtsextreme wie organisiert? Wo sind die Hochburgen der NPD? Die Antworten gibt der Atlas des Rechtsextremismus
Um mögliche weitere Taten aufzuspüren, sollen nun auch Tausende Altfälle mit rechtsextremistischem Hintergrund neu überprüft werden. Ziercke versprach: "Wir werden das alles aufarbeiten."
Das Bundeskriminalamt hat aber keine Anhaltspunkte, dass aktuell weitere rechtsextremistische Anschläge drohen. Es gebe auch keine Hinweise, dass eine weitere Gruppe unerkannt dabei sei, Menschen fremder Herkunft anzugreifen, sagte Ziercke.
Das NSU-Fahndungsplakat zeigt Fotos des mutmaßlichen "harten Kerns" Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe. Böhnhardt und Mundlos waren am 4. November tot aufgefunden worden, Zschäpe sitzt in Untersuchungshaft. Gefragt wird, wer die Personen nach ihrem Untertauchen 1998 gesehen hat. Dadurch erhoffen sie sich Hinweise auf weitere Unterstützer oder Kontaktpersonen.
Abgebildet ist auch das Modell eines Wohnmobils, das von den Tätern genutzt worden sein soll. Auf das Konto des Trios und seiner Unterstützer ging auch mehr als ein Dutzend Banküberfälle, mit denen sie ihr Leben im Untergrund finanzierten.
Ziercke sagte, das Trio habe unterschiedliche Namen, falsche Pässe und Bahncards benutzt. Die drei hätten zudem mehrere Wohnungen angemietet. "Dafür hatten sie Helfer und Unterstützer", sagte Ziercke. Man wisse derzeit von drei Wohnungen im Raum Zwickau. Es gebe aber noch zeitliche Lücken.
Die mutmaßlichen Täter hätten nicht nur im Verborgenen gelebt, sondern auch "am normalen Leben teilgenommen". So hätten sie sich auf Campingplätzen an der Ostsee aufgehalten, mehrere Fahrzeuge und auch Fahrräder angemietet.
Das BKA rechnet nach der Festnahme des früheren NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben mit weiteren Querverbindungen der NSU zur NPD. Ziercke sagte: "Wir werden - davon bin ich überzeugt - noch weitere Beziehungen zur NPD entdecken."
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, der Rechtsstaat sei quasi dazu verpflichtet, ein neues NPD-Verbotsverfahren einzuleiten. Die deutsche Politik habe eine "historische Verantwortung" - sowohl vor den Bundesbürgern als auch vor der Weltöffentlichkeit.
Auch eine große Mehrheit der Bürger fordert ein schärferes Vorgehen gegen rechtsextremistische Umtriebe. Im neuen ARD-"Deutschlandtrend" sprachen sich 74 Prozent für ein Verbot der NPD aus, nur 20 Prozent sind dagegen. Die Idee einer zentralen Neonazi-Datei unterstützen 83 Prozent.
Quelle: t-online.de , dapd
max schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 21:41:19
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Tatwaffe
Da endlich, die Waffe ,wie gesagt ,wie bei Lebkuchenmannichel. Alles wird letzten Endes im Sande verlaufen .Alles nur inzeniert.
Wie dumm wird das Volk gehalten um jeden Mist der gleichgeschalteten linken Medien zu glauben.Gibt es eine eine wirkliche Oppositionspartei in der Deutschen Parteienwelt ?
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ottiklein schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 21:39:41
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Bürgerhilfe
Stehen da die Bürger nicht auch gleich auf der Liste der Braunen.Geht sowie so aus wie in Sachsen "Rechten Terror gibt es nicht nur Linken".
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Fernsehzuschauer schrieb:
am 1. Dezember 2011 um 21:38:08
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Mithilfe d.Bevölkerung
wäre gut,wenn in solchen Berichten auch wesentliche Aussagen geschrieben würden,die ja für evtl.Zeugen von
Bedeutung sind:Der GBA,Herr Range teilte in seinem Interview u.a. mit, dass sich Zeugen, die evtl.anonym bleiben wollen, sich an einen Vertrauensmann wenden können.(Das kann z.B. ein Anwalt oder ein Pfarrer sein).So eine Info ist ja nicht uninteressant,wenn sich Zeugen ggf.Repressalien ausgesetzt fühlen
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