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Raumforschung entdeckt den Alltag

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Raumforschung entdeckt den Alltag

04.08.2009, 17:59 Uhr

Die NASA half bei der Entwicklung eines Schwimmanzuges (Foto: AP) Die NASA half bei der Entwicklung eines Schwimmanzuges (Foto: AP)

Als die US-Astronauten am 20. Juni 1969 den Mond betraten, wollten sie erforschen, entdecken, die Grenzen alles Bekannten überschreiten. In den darauffolgenden 40 Jahren ist die von der NASA entwickelte Technologie auf der Erde angekommen. Mit Hilfe der Erkenntnisse der Weltraumforschung wurden Hunderte von Alltagsprodukten entwickelt oder verbessert - von der Babynahrung bis zum Badeanzug.

In einer Rede vor der Nationalen Akademie der Wissenschaften nannte US-Präsident Barack Obama kürzlich eine ganze Reihe von Technologien, die ihren Ursprung im Apollo-Programm haben: die Verbesserung der Nierendialyse und der Wasseraufbereitung, Sensoren zum Aufspüren gefährlicher Gase, energiesparende Baumaterialien sowie die Entwicklung feuerfester Textilien für Feuerwehrleute und Soldaten.

Teflon schon vorher erfunden

Gefragt, welche Erfindungen wir der Raumfahrt verdanken, nennen viele Menschen als erstes Teflon, den Klettverschluss oder das Getränk Tang. Doch davon stammt tatsächlich nichts aus den Weltraumprogrammen. Der Astronaut John Glenn habe Tang getrunken, als er 1962 im Orbit war, so die NASA. Entwickelt wurde es aber bereits 1957 von der General Foods Corporation. Auch der Kunststoff Teflon, allgemein als Pfannenbeschichtung bekannt, und der Klettverschluss wurden in der Raumfahrt genutzt: Teflon als Bestandteil von Raumanzügen und Hitzeschilden - der Klettverschluss sorgte dafür, dass die Ausrüstung im All nicht durch die Gegend flog. Doch beide Erfindungen gab es bereits vor ihrer Verwendung im Orbit.

Flexibilität für den Heimwerker

Tatsächlich aus der Raumforschung stammt dagegen der Akkubohrer, heute aus dem Haushalt kaum wegzudenken. Die Firma Black & Decker hatte unabhängig vom Raumprogramm bereits schnurlose Geräte entwickelt, stellte diese aber später für die NASA her. Auf dem Mond wurde der schnurlose Bohrer erstmals 1971 eingesetzt, um Bodenproben zu nehmen.

Gesundes für Babys und Astronauten

Auch industriell hergestellte Babynahrung gibt es in vielen Haushalten. An dem, was ins Fläschchen gefüllt wird, hat die NASA einen beträchtlichen Anteil: In den frühen 1980ern führte die Weltraumbehörde Experimente mit Algen durch, um zu prüfen, ob sie Menschen auf langen Weltraumflügen Nahrung und Sauerstoff liefern können. Sie stellten dabei fest, dass Algen eine sinnvolle Nahrungsergänzung darstellen - zwei Fettsäuren etwa hatte man zuvor ausschließlich in Muttermilch gefunden. In der Folge entwickelte eine Firma namens Martek Biosciences Corporations aus Algen Nahrungszusätze, die heute in mehr als 100 Lebensmitteln und Getränken, sowie in etwa 99 Prozent der in den USA verkauften Babynahrung enthalten sind.

Immer frisch auf den Tisch

Der optimalen Ernährung von Astronauten dient auch das Gefriertrocknen von Lebensmitteln. Den Vorgang selbst hat die NASA nicht erfunden, doch sie entwickelte die Methode zur besseren Konservierung von Nahrungsmitteln weiter und verbesserte sie. Rucksacktouristen, die eine Packung mit gefriergetrocknetem Camping-Essen aufreißen, können sich also bei der Weltraumbehörde bedanken.

Schneller schwimmen mit dem LZR Racer

Dergleichen gilt für Athleten. Zahlreiche Erfolge haben Sportler auch der NASA und den von ihr entwickelten Technologien zu verdanken. Eine der bekanntesten ist der von der Firma Speedo auf den Markt gebrachte Schwimmanzug LZR Racer. Die NASA half mit bei der Entwicklung des Anzugs, der den Reibungswiderstand im Wasser reduziert. Ein Ergebnis: 25 neue Schwimm-Weltrekorde gab es bei der Sommer-Olympiade in Beijing, davon trugen nach Angaben des Unternehmens 23 Athleten den LZR Racer Schwimmanzug.


Quelle: dapd , t-online.de

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