19.08.2005, 13:30 Uhr
Durch die Stilllegung der US-Raumfähren für ein weiteres halbes Jahr werden Flüge zur Internationalen Raumstation ISS für Amerikaner und Europäer knapp und teuer. Ab 2006 werde sich Russland seine Transportleistungen bezahlen lassen, sagte der Sprecher der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wjatscheslaw Michailitschenko.
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Nächster Flug mit Tourist an Bord
Roskosmos werde alle Verträge bis Ende des Jahres einhalten, sagte Michailitschenko. Diesen Plänen nach werde am 1. Oktober ein Sojus-Raumschiff mit der neuen Langzeitbesatzung William McArthur (USA) und Waleri Tokarew (Russland) zur ISS starten. Als dritter Mann werde der zahlende amerikanische Weltraumtourist Greg Olsen für zehn Tage ins All fliegen. Außerdem sei für September ein Versorgungsflug einer Progress-Transportkapsel vereinbart.
Der dritte Platz wird verkauft
Für die übernächste Langzeitmission plante Roskosmos zunächst keinen Amerikaner ein und nominierte die Russen Pawel Winogradow und Dimitri Kondratjew. Der dritte Startplatz für einen Kurzaufenthalt könne an eine andere Raumfahrtagentur oder einen Touristen verkauft werden, sagte Programmleiter Alexej Krasnow. Er erwartete eine Erleichterung bei der ISS-Versorgung durch den für 2006 geplanten Start des europäischen Frachters ATV "Jules Verne".
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Thomas Reiter muss weiter warten
Die von der US-Raumfahrtbehörde Nasa erklärte Verzögerung des nächsten Shuttle-Fluges bis März 2006 trifft auch den deutschen Astronauten Thomas Reiter. Er sollte eigentlich im September mit der Fähre "Atlantis" fliegen und die Besatzung der ISS für ein halbes Jahr wieder von zwei auf drei Mann aufstocken. Voraussichtlich könne Reiter nun erst im März und mit der "Discovery" zur ISS starten, sagten deutsche Raumfahrtexperten. Die "Discovery" soll nun doch vor ihrem Schwesternschiff "Atlantis" wieder ins All. Bis März wollen die Nasa-Techniker Probleme mit dem Außentank der Shuttles behoben haben.
Arbeiten an der Raumstation gehen weiter
Die ISS-Raumfahrer Sergej Krikaljow und John Philips ließen bei ihrem Außeneinsatz in der Nacht zum Freitag die Station fünf Stunden unbesetzt. An der Außenseite der Station montierten sie eine Kamera, die 2006 die Annäherung der "Jules Verne" beobachten soll. Zugleich bauten sie das deutsch-russische Experiment Matroshka ab. Die Puppe, eine Nachbildung des menschlichen Oberkörpers, hatte anderthalb Jahre lang Weltraumstrahlung eingefangen. Ihre Strahlungsmessgeräte sollen im Oktober auf die Erde zurückgebracht und ausgewertet werden.
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Quelle: dpa
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