29.09.2011, 09:34 Uhr
Bei der jetzigen Mission sollen auch Erfahrungen mit Andockmanövern gesammelt werden (Quelle: CMSE)
China verfolgt ehrgeizige Raumfahrtpläne: Als ersten Schritt zur Entwicklung einer eigenen Raumstation soll jetzt ein Weltraummodul ins All geschossen werden. Auf dem Raumfahrtbahnhof Jiuquan im Nordwesten Chinas haben Techniker eine Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 2FT1" startklar gemacht. Damit soll am Donnerstagnachmittag ein Modul mit dem Namen "Tiangong-1" - übersetzt heißt das soviel wie Himmelspalast - ins All transportiert werden.
Mit dem Abschuss des Testmoduls will Peking ein Zeichen im Wettlauf um den Weltraum setzen. Wenn das Experiment klappt, könnte China schon in wenigen Jahren die einzige Nation sein, die eine Weltraumstation unterhält, wenn die internationale Raumstation ISS 2020 aus dem Verkehr gezogen wird.
Das achteinhalb Tonnen schwere Modul, das jetzt in den Weltraum befördert wird, soll dem ersten chinesischen Andockmanöver und weiteren Tests für den Bau und Betrieb der größeren Raumstation dienen. Anfang November werde dazu auch das unbemannte Raumschiff "Shenzhou 8" (Magisches Schiff) starten, berichtete eine Sprecherin des Raumfahrtprogramms. "Das Andockmanöver und die Beherrschung der Technologie dafür ist von entscheidender Bedeutung für das bemannte Raumfahrtprogramm."
Darin liegt eine große Herausforderung für die noch junge chinesische Raumfahrt. Denn das Manöver erfordert eine ausgefeilte Technologie, da Raumschiff und -station in einer Geschwindigkeit von rund 28.000 Kilometern pro Stunde um die Erde rotieren. Dabei müssen sie sich langsam einander annähern, ohne sich gegenseitig zu beschädigen.
"Wenn die Chinesen zeigen können, dass sie ein gut funktionierendes Andocksystem haben, dann gibt ihnen das die Möglichkeit, eines Tages auch an der ISS festzumachen", sagte Isabelle Sourbès-Verger vom französischen Forschungszentrum CNRS. Sie glaube jedoch nicht, dass das in den kommenden fünf Jahren der Fall sein werde.
Während das Modul "Tiangong-1" in rund 350 Kilometer Höhe um die Erde kreist, soll das Raumschiff "Shenzhou 8" ferngesteuert andocken. Das Zusammentreffen ist zwei Tage nach dem Start vorgesehen. Dann soll das Raumschiff zwölf Tage mit dem Modul verbunden bleiben. Während der insgesamt zweijährigen Betriebszeit des Weltraummoduls sind im nächsten Jahr weitere Andockmanöver geplant. Mit zwei weiteren "Shenzhou"-Flügen sollen erstmals auch Astronauten kurzzeitig die experimentelle Mini-Raumstation bewohnen.
Der zunächst Anfang September geplante Start war wegen eines Problems am Raketentyp verschoben worden. Als Ursache wurde ein Defekt im Kontrollsystem der kleinen Steuerungsraketen identifiziert. Die Rakete wurde modifiziert, damit sich das Problem nicht wiederholen kann. Der jetzt verwendete Raketentyp 2FT1 ist das jüngste Modell der Baureihe und hat mehr Schubkraft.
Die letztlich geplante Raumstation könnte bis 2022 fertiggestellt sein, berichtete Professor Jiao Weixin von der Peking Universität der Zeitung "Global Times". Sie solle wissenschaftlichen Experimenten in der Schwerelosigkeit dienen. "Es wäre bedeutungslos, eine bemannte Raumfahrt zu entwickeln, wenn wir nur Raumschiffe bauen und nicht eine eigene Raumstation", sagte der Experte. Der Bau und Betrieb erfordere häufige Rendezvous, Raumspaziergänge und Andockmanöver. Das Modul "Tiangong-1" sei ein notwendiger erster Schritt dahin.
"China mangelt es an Erfahrung im Design einer Raumstation", sagte Jiao Weixin. "Wir wissen nicht genau, welche wissenschaftliche Ausrüstung eingesetzt werden soll und ob sie für die Forschung in der Schwerelosigkeit geeignet ist. Deswegen sollten wir immer wieder unsere Technologie und Ausrüstung im 'Tiangong'-Raumlabor überprüfen." Ein erfolgreicher Start werde eine solide Grundlage für das bemannte Raumfahrtprogramm legen.
Viele Chinesen verfolgen das ehrgeizige Raumfahrtprogramm mit großem Stolz. 2003 schickte China erstmals einen Astronauten ins All. Die kommunistische Führung will damit den Beweis erbringen, dass das Land auch technisch in den Kreis der Supermächte aufgestiegen ist. Neben den großen Raumfahrernationen USA und Russland ist China das dritte Land, das aus eigener Kraft Astronauten ins All schicken kann.
2008 machten chinesische Astronauten, die auch Taikonauten genannt werden, erstmals auch einen Weltraumspaziergang. Eine chinesische Marssonde soll noch diesen Herbst gestartet werden. Ob China einen bemannten Mondflug plant, ist momentan noch ungewiss.
Quelle: dpa
Herm schrieb:
am 28. September 2011 um 21:30:01
(85)
(13)
Jeder
macht seinen eigenen Mist. Warum schliessen sich nicht alle zusammen, wie es doch zum Teil bei der ISS gemacht wird. Wissen
zusammenführen, Gelder teilen und gut ist. Aber es ist wie immer: wer hat den längsten?
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Friise schrieb:
am 28. September 2011 um 21:28:46
(82)
(13)
Technologie
Was sollte die Chinesen dazu bewegen, gerade mit den USA oder Europa zusammenzuarbeiten, wo da doch gerade überzeugend
demonstriert wird, dass man nicht in der Lage ist bemannte Raumfahrt zu betreiben. Man sollte vielleicht zur Kenntnis nehmen, dass die uns nicht brauchen. Man sollte auch zur Kenntnis nehmen, wer hier in Deutschland gerade den Markt für Solartechnologie aufmischt.
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gleichgültiger schrieb:
am 28. September 2011 um 21:27:26
(55)
(80)
weltraumstation
nix zu fressen; aber aufn`mond fliegen !
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