Auf der ISS kann man nicht mal so eben vor die Tür treten"Houston, wir haben ein Problem." Ein sehr profanes, aber dennoch sehr großes Problem haben die Astronauten derzeit auf der ISS: Das einzige Klo auf der internationalen Raumstation ist kaputt, bestätigte ein Sprecher der NASA, und die Besatzungsmitglieder sind nicht in der Lage, es zu reparieren. Die amerikanische Raumfahrtbehörde will jetzt baldmöglichst einen Klempner ins All schicken - versprechen kann sie es aber nicht.
Das stille Örtchen wurde von den Russen gebaut und befindet sich auch im russischen Modul der ISS, das den Namen "Swesda" trägt - das heißt Stern. Seit sieben Jahren verrichtet die ISS-Toilette ihren Dienst. In dieser Zeit war sie schon einmal defekt - damals konnten die Astronauten den Schaden aber selbst beheben.
Behelfssystem hilft nicht lange
In der vergangenen Woche wurde das Klo allerdings gänzlich unbrauchbar, als ein Besatzungsmitglied die Toilette benutzte und ein Motor ausfiel. Zunächst haben die ISS-Astronauten die Toilette einer "Sojus"-Landekapsel benutzt, die an der Raumstation angedockt ist, doch die hat nur eine begrenzte Kapazität. Jetzt benutzen sie ein anderes Behelfssystem, dass laut NASA-Sprecher aber auch nicht dauerhaft funktionieren kann.
Kommt der Klempner?
Höchste Zeit also, dass die Raumfähre "Discovery" wie geplant am Samstag von US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral zur ISS abhebt. Doch die hat ein japanisches Forschungslabor mit an Bord. Und das Andockmanöver ist so akribisch geplant, dass laut NASA eigentlich kein Platz mehr ist für Klempnerzubehör. Dennoch erwägt die Weltraumbehörde, das Material quasi in letzter Minute nach Cape Canaveral zu schicken. Die ISS-Besatzung wird händeringend darauf hoffen.