08.03.2010, 08:57 Uhr | Spiegel Online, mit dpa
Raubüberfall auf Pokerturnier: Spieler haben nach einer kurzen Unterbrechung nach dem Überfall weitergezockt (Foto: Reuters)
Von Mike Glindmeier, Christian Gödecke und Thomas Heise
Erste Spuren nach dem Raubüberfall auf das Pokerturnier im Berliner Hyatt-Hotel: Nach "Spiegel-TV"-Informationen hat die Polizei DNA-Spuren eines Täters sichergestellt - sie fanden sich auf der Geldtüte, die ein Wachmann einem der maskierten Männern entriss. Außerdem könnten die Ganoven einen Komplizen unter den Zockern gehabt haben, vermutet die Polizei.
Am Samstag zitterten Hunderte Menschen vor ihnen, jetzt muss einer der Täter selbst zittern. Wie "Spiegel TV" aus Ermittlerkreisen erfuhr, soll die Polizei nach dem Überfall auf das größte europäische Pokerturnier in Berlin DNA-Material von einem der Täter sichergestellt haben. Vier maskierte Männer hatten am frühen Samstagnachmittag mit Maschinenpistolen und Macheten bewaffnet das Pokerevent in dem Berliner Nobelhotel Hyatt gestürmt und zunächst knapp 800.000 Euro - die Teilnahmegebühren der Spieler - erbeutet.
Nach einem Schlagabtausch mit Männern vom Sicherheitsdienst konnte einer der Wachleute dem Täter eine Geldtasche entreißen. Darin sollen sich rund 540.000 Euro befunden haben. Die Täter waren zwar maskiert und schwer bewaffnet, an Handschuhe hatten sie aber offenbar nicht gedacht. Denn an dieser Tüte sollen sich die DNA-Spuren von einem der Täter befinden.
Zudem haben die Ermittler nach Informationen von "Spiegel Online" mittlerweile eine Theorie zum Tathergang. Ein Augenzeuge beschrieb den Moment des Überfalls wie folgt: Nachdem sich die Teilnehmer für das Turnier angemeldet hatten und in den Saal gegangen waren, habe der Sicherheitsdienst die Einnahmen vom Nebentresor zum Haupttresor bringen wollen. Genau in diesem kurzen Moment, in dem das Geld bereits aus dem Nebentresor geholt worden war, sollen die Täter in den Anmeldebereich gestürmt sein. Fünf Minuten früher oder später wäre das Geld laut dem Augenzeuge sicher verschlossen gewesen.
Die Ermittler gingen daher davon aus, dass die Räuber einen Komplizen unter den Teilnehmern gehabt haben, der das Signal für den Angriff gegeben haben soll. Auf Anfrage von "Spiegel Online" wollte sich die Polizei dazu nicht äußern. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes Berlin bestätige lediglich, dass die Ermittler dabei seien "die Spuren von dem Tatort, Hinweise von Zeugen und Videos auszuwerten." Die Täter sollen mit rund 250.000 Euro weiter auf der Flucht sein.
In dem Fünf-Sterne-Hotel, wo sich einige der weltbesten Spieler zur "European Poker Tour" versammelt hatten, war Samstag gegen 14.15 Uhr das Chaos ausgebrochen. Spieler ließen ihre Karten fallen und rannten aufgeregt durcheinander. Viele suchten Schutz unter den Spieltischen oder wollten aus den Räumen im ersten Stock des Hotels flüchten, wie eine Augenzeugin bei "Spiegel Online" bestätigte.
Bei dem Gedränge wurden nach Polizeiangaben sieben Menschen leicht verletzt. Schüsse sollen nicht gefallen sein. Bei dem mehrtägigen Pokerturnier, das am Dienstag mit fast 1000 Teilnehmern gestartet war, geht es um eine Siegprämie von einer Million Euro. Nach einer Unterbrechung wurde das Turnier am Samstagabend fortgesetzt. Insgesamt gibt es 4,6 Millionen Euro Preisgeld zu verteilen.
Quelle: Spiegel Online
INTELLO schrieb:
am 13. März 2010 um 16:49:07
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klug
man hätte die Diebe irgendwo vor der Türe abgreifen sollen und dann selbst mit der kohle verschwinden. Die Diebe hätten bestimmt
nicht Anzeige erstattet wegen Diebstahl, oder?
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Red schrieb:
am 8. März 2010 um 08:01:15
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Komplize unter den Tätern?
das soll wohl nicht Tätern, sondern Teilnehmern heißen.
Anmerkung der Redaktion:
Danke, wir werden den Fehler verbessern.
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g.h. schrieb:
am 7. März 2010 um 17:49:09
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peinlich
stümperhafte amateure die sonst in einer dorfdisco arbeiten.wie kann ein namhaftes hotel bei so einer veranstaltung
solche"sicherheitskräfte"einstellen?keine selbstverteidigung,keine zuordnung keine,ortskenntnis und völlig überfordert! und das bei solch einem laienhaften überfall!wenn er wenigstens dem täter die maske runtergerissen hätte als er den kleinen 60kg täter im schwitzkasten hatte. einfach nur peinlich der auftritt der möchtegern securities.aber in 2 wochen hat man die täter.
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