29.12.2010, 17:35 Uhr
Normalerweise kämpft der Verkehrsminister für Sicherheit auf den Straßen - wie hier bei einer Aktion gegen Falschfahrer - doch jetzt will er sich auch der deutschen Sprache annehmen. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Der CSU-Politiker und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer will die Zahl von Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch eindämmen. Die Benutzung von immer mehr englischen Begriffen auch in der Politik schließe die Bevölkerung zu großen Teilen aus, sagte Ramsauer dem "Tagesspiegel".
Seine seit einem Jahr laufende Initiative zur Rückübersetzung von englischen Begriffen in die deutsche Sprache bezeichnete er als "Erfolg", den er seinen Kabinettskollegen zur Nachahmung empfehle. Auf Ramsauers Initiative hin werden seit einem Jahr englische Begriffe wie "Laptop", "Ticket" oder "Flipchart" im Verkehrsministerium nicht mehr verwendet. Stattdessen wird von "Klapprechnern", "Fahrscheinen" und "Tafelschreibblock" gesprochen.
Die Kampagne habe ihm "Tausende Zuschriften und Anrufe" aus der Bevölkerung einbracht, sagte Ramsauer, und zwar mit "100 Prozent Zustimmung". Die Einsicht daraus sei für ihn als Politiker: "Dem Volk aufs Maul geschaut! Und schon weiß ich, was die Nöte, Sorgen und Probleme der Menschen sind. Und vor allen Dingen, was ich zu tun habe, um Abhilfe zu schaffen."
Ramsauer zeigte sich überzeugt davon, dass es auch bei der Bahn AG zu einer Rückübersetzung von englischen Begriffen kommen werde. Bahnchef Rüdiger Grube sei ein "pragmatischer und handfester Mann, der in seinem Unternehmen in jeder Hinsicht aufräumen (wird) - auch in dieser!"
Unterdessen ermunterte der Autoklub ACE Ramsauer, seine sprachpflegerischen Bemühungen auf die Straßenverkehrsordnung (StVO) auszudehnen. Angesichts des Behördenkauderwelschs in den Bestimmungen genüge es nicht, wenn Ramsauer nur gegen Anglizismen kämpfe, mahnte der ACE.
Erst Anfang Dezember habe der Minister bei der Präzisierung der Winterreifenpflicht "leider die Gelegenheit verpasst, richtig Klartext zu reden", monierte der ACE. In der einschlägigen StVO-Vorschrift sei entgegen der ministeriellen Ankündigung nicht von Winterreifen die Rede. Vielmehr sei als Umschreibung dafür ein in Klammern gesetztes "M+S" für "Matsch und Schnee" in die Vorschrift aufgenommen worden. Ansonsten enthalte die Winterreifenpflicht nur schwer einzuordnende Querverweise auf unbekannte Richtlinien. Diese umfassten teils mehr als 90 Seiten.
Nach Ansicht des ACE täte es der Straßenverkehrsordnung als "Grundgesetz des Straßenverkehrs" gut, wenn sie bürgernah und verständlich formuliert wäre. Ramsauer könnte beispielsweise die Hupe so nennen lassen, "wie der durchschnittliche Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer sie nennt, nämlich Hupe" und nicht "Schallzeichen". Als weitere Wortungetüme führte er "Fahrtrichtungsanzeiger" (Blinker), "Begrenzungsleuchte" (Standlicht) und "Wechsellichtzeiger" (Ampel) an.
Quelle: dapd
T. H. schrieb:
am 29. Dezember 2010 um 19:44:36
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Zurück in die Zukunft...
Dagegen ist ja grundsätzlich nichts zu sagen. Allerdings wäre es wesentlich hilfreicher, wenn man die Fahrscheine
dann auch wieder bei Schaffnern, auch im Nahverkehr, oder generell am Schalter kaufen könnte und nicht etwa gezwungen wäre, dieses an einem vollautomatischen Fahrscheinausgabegerät mit benutzergesteuerter Menüführung, auch auf abseits gelegenen Bahnhöfen zu tun, nicht wahr. Den dafür erforderlichen Mehrpreis zahle ich mehr als gerne.
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BenKissie schrieb:
am 29. Dezember 2010 um 19:38:41
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Anglizismen
Ich glaub es einfach nicht !!!!!
Für wie blöd halten die Politiker die Bevölkerung .....
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SB schrieb:
am 29. Dezember 2010 um 19:18:35
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Anglizismen
Das hat Herr Ramsauer gerade nötig. Wenn ich bayrische Präpositionen wie "an Weihnachten, an Ostern" u.s.w. höre, dreht sich
mir der Magen um. Selber erst mal deutsch lernen und dann über Lehnwörter reden wäre wohl sinnvoller!
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