27.12.2011, 10:14 Uhr | Von Simona Block, dpa
Kunst in Dresden: Raffaels "Sixtinische Madonna" im Zwinger. Bekannter sind inzwischen fast die beiden Engel am unteren Rand
Die "schönste Frau der Welt" ist Italienerin und in Sachsen zu Hause. Und sie ist ziemlich alt. Den 500. Geburtstag der "Sixtinischen Madonna" feiert der Dresdner Zwinger 2012 mit einer großen Ausstellung rund um Raffaels Kultbild, das eines der bekanntesten Gemälde der Renaissance ist und die einzige Altartafel des großen italienischen Malers und Architekten der Hochrenaissance (1483 bis 1520), die sich in Deutschland befindet.
"Ein seltenes und wahrhaft einziges Werk" nannte Giorgio Vasari, der Vater der italienischen Kunstforschung, Raffaels "Sixtinische Madonna". Da hing das vom "Malerfürsten der Renaissance" geschaffene Altarbild seit 35 Jahren unbeachtet von der Kunstwelt in der Klosterkirche San Sisto von Piacenza in Norditalien. Weltberühmt wurde es erst, nachdem es Sachsens Kurfürst und Polen-König August III. 1754 erworben und über die Alpen nach Dresden hatte bringen lassen. In der Madonna wollte Raffael die "schönste Frau der Welt" auf Leinwand bannen.
Raffael, damals erster Maler am päpstlichen Hof, hatte den Auftrag für die "Sixtinische Madonna" 1512 von Papst Julius II. erhalten. Mit einer großen Sonderausstellung vom 26. Mai bis 26. August feiern die Staatlichen Kunstsammlungen 2012 Raffaels Kultbild, das seit Jahren Millionen Besucher in seinen Bann zieht, unter dem standesgemäßen Titel "Die schönste Frau der Welt wird 500".
"Wir erzählen, wie die Sixtina zum Mythos wurde", sagt Kurator Andreas Henning. "Wir hinterfragen, was uns das Bild bedeutet, ob man sie mal gesehen haben muss oder ob dahinter eine Bedeutung steht." Rund 140 Objekte, darunter Leihgaben aus den bedeutendsten Museen der Welt, sollen Auskunft geben über jahrelange Ankaufsverhandlungen, die Wahrnehmung des Bildes, seine Vervielfältigung und Verfälschung - von der Reproduktionsgrafik bis zu Alltagsprodukten. Dazu sind Vorträge, spezielle Veranstaltungen und natürlich ein Katalog geplant.
Der erste Kupferstich der Sixtina wurde 1780 angefertigt, im 19. Jahrhundert drängten sich die Kopisten vor ihr. Damals stand sie noch in einem eigenen Saal als Solitär wie auf einem Altar. Seit 1955 ist der Weg zu ihr wie in einer Kirche. Von der Rotunde links die Treppe hinunter fällt der erste Blick durch die drei Italiener-Säle auf die berühmten, am unteren Bildrand lümmelnden Engel. "Der Vorhang geht auf, und die geistige Welt erscheint vor den Augen jeden Betrachters, seit 500 Jahren", schwärmt Kurator Henning.
Auf diese Weise fasziniert sie die Besucher. "Seit sie nach Dresden gekommen ist, hat sie Bewunderer gefunden", weiß der frühere Galeriedirektor Harald Marx stolz zu berichten. Für Goethe war sie "der Mütter Urbild, Königin der Frauen, ein Wunderpinsel hat sie ausgedrückt", für den deutschen Schriftssteller Friedrich Hebbel (1813 bis 1863) "die höchste des Himmels" und das Bild für den norwegischen Dramatiker Hernik Ibsen (1828 bis 1906) "eine ganze volle Künstlerwelt". Enttäuscht war dagegen der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski, der nach Erinnerungen seiner Frau sogar auf einen Stuhl gestiegen ist, um sie ohne Brille genau betrachten zu können: "Das waren die alten Leute, die dieses Bild in Ruf gebracht haben", schrieb er.
Ex-Galeriedirektor Maaz hofft, dass die Ausstellung auch dazu beiträgt, die beiden populären Engel vom unteren Bildrand in der Wahrnehmung wieder mit der Sixtina zu verbinden. Die Figuren, die Raffael zuletzt malte und die 1805 erstmals ausgekoppelt dargestellt wurden, machten separat eine Weltkarriere - zwischen Kunst und Kitsch. Sie hängen beim Berliner Edel-Italiener in Öl an der Wand und werben auf Souvenirs für Museen in Florenz und Rom, zieren Seifendosen, Body-Lotion und sogar Klopapier. Dabei gehören sie zur "Sixtinischen Madonna": "Wenn man an die Renaissance denkt, hat man sie vor sich."
Quelle: dpa
Ätzbarde schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 18:05:33
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@FrauBerlin
Was hat sich Rafael dabei gedacht? Keine Ahnung - vielleicht hat er es partout nicht besser hinbekommen?! Schonmal die Gummiarme
der alten, ägyptischen Kunstfiguren begutachtet, oder die Minipenisse griechischer Athleten auf Vasenmotiven??? Gott bewahre, daß die Künstler uns damit irgend etwas sagen wollten - außer dem Betrachter die eigenen, zeichnerischen Grenzen ihrer Zeit aufzuweisen!
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LingUaan schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 18:01:49
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Quatsch
Wenn ich das schon höre, Schönheit ist immer subjektiv. Ist wohl saure Gurkenzeit.
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Der Wahre schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 17:57:58
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Kritik am Bild
Aurgrund der schlimmen Meldungen zum Mißbrauch von Kindern sollte man das unbekleidete Kind auf dem Biold verhüllen und es
nicht länger den Lustblicken von Verbrechern aussetzen!!
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