15.12.2011, 11:16 Uhr
Putin-Herausforderer Michail Prochorow: Wurde seine Kandidatur vom Kreml eingefädelt? (Quelle: dpa)
Der russische Milliardär Michail Prochorow will im Falle eines Sieges bei der Präsidentenwahl im März als erste Amtshandlung den inhaftierten Geschäftsmann Michail Chodorkowski begnadigen. Zudem werde er die Wahlregeln liberalisieren und die Amtszeit des Präsidenten wieder verkürzen, kündigte der Herausforderer von Wladimir Putin an.
Der Milliardär kündigte weiter an, er werde die mit der Wahl im März in Kraft tretende Amtszeitverlängerung des Präsidenten von vier auf sechs Jahre rückgängig machen. Außerdem werde er die freie Registrierung von Oppositionsparteien erlauben und die Direktwahl der Provinzgouverneure wieder einführen.
Chodorkowski sitzt seit 2003 wegen Steuerbetrugs im Gefängnis. Es wird vermutet, dass gegen ihn vorgegangen wurde, weil er politische Ambitionen gegen Putin hatte.
Der Multimilliardär Prochorow hatte vergangene Woche überraschend seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl angekündigt. "Das ist wahrscheinlich die ernsteste Entscheidung meines Lebens", sagte der Oligarch nach Angaben der Agentur Interfax. Der 46-Jährige, der als widersprüchliche politische Figur gilt, tritt gegen Regierungschef Putin an, der bereits von 2000 bis 2008 Präsident gewesen war.
Die Frage, warum Prochorow gegen Putin antritt, ist Anlass für Diskussionen. Politologen gehen davon aus, dass die geplante Kandidatur Prochorows vom Machtapparat inszeniert und mit dem Kreml abgesprochen ist.
So hatte der Milliardär in einem Internetblog angesichts der Proteste gegen die umstrittene Duma-Wahl gerade erst geschrieben, dass Regierungschef Putin im Moment der einzige Politiker sei, der den "ineffektiven Staatsapparat" lenken könne. Dieser gilt laut Umfragen weiter als haushoher Favorit für die Wahl.
Der Politologe Mark Urnow billigt Prochorow, der als einer der reichsten Russen gilt, bei der Wahl des Kremlchefs bestenfalls sieben Prozent zu. Doch könnte Prochorow nach Einschätzung von Beobachtern Proteststimmen gegen Putin abfangen, die andernfalls etwa Kommunistenchef Gennadi Sjuganow zufließen könnten. Zunächst muss Prochorow allerdings zwei Millionen Unterschriften von Wahlberechtigten für die Registrierung sammeln.
Prochorow ist Chef des Investmentfonds Onexim und befasste sich bisher mit Aluminium- und anderen Metallgeschäften, Energie und Finanzen sowie mit Medien und Nanotechnologien. Sein Vermögen wird auf 18 Milliarden Dollar (12,7 Milliarden Euro) geschätzt. Nach Angaben des Finanzmagazins "Forbes" belegt er damit Platz drei auf der Liste der reichsten Russen.
Der Oligarch hatte vor der Parlamentswahl bereits eine liberale Partei unter der stillschweigenden Mithilfe des Kremls gegründet, das Projekt aber wieder aufgegeben - nach seinen Angaben auf den Druck des Kremls hin. Er beschuldigte den hohen Kreml-Beamten Wladislaw Surkow, einen Aufstand in der Partei angezettelt zu haben. Prochorow sagte, er hoffe, erneut eine liberale Partei gründen zu können, diesmal jedoch nicht mithilfe des Kremls sondern mithilfe der Opposition, die jetzt so zahlreich auf die Straße gegangen sei.
Quelle: dpa , dapd
Marlies schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 13:32:39
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nicht nur chodorkowski
Wenn schon - denn schon,
nicht nur Herrn Ch.,dann bitte auch all die anderen Herren,die von Anbeginn genau so zu ihren
MIO o. MRD Vermögen gekommen sind u. es auch jetzt noch weiterhin tun - mit den gleichen Strafen u. Zahlungen an den russischen Staat belegen,das würde man verstehen, so aber nicht, das sieht nach einem Exempel an dieser einen Person aus. Auch der Prozess u. das verhängte Strafmaß gibt doch sehr zu denken,weil Ch. nicht so will - wie er soll.
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Nosferatu schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 11:44:41
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Chodorkowski
Richtig so, auch bei uns werden Wirtschaftskriminelle nicht eingesperrt. Schon garnicht, wenn es sich um Steuerbetrüger
handelt, und als solcher wurde der jüdische Oligarch verurteilt. Wer eine Bank gründet, sich dann die nötigen Kredite besorgt und im Verbund mit dem gekauften Alkoholiker Jelzin mit wenigen hundert Millionen eine Milliardenfirma einheimst, ist eine Betrüger. Natürlich hat er im Westen genügend Sympatisanten. Gut , dass es ihm nichts nützt.
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Zarowitsch schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 11:24:16
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Putin ist lebensnotwendig für Russland.
Chordorkowski ist ein krimineller Dieb. Genau wie Prochorow. Beide haben sich unter dubiosen
Umständen über ihre eigenen Banken die größten Staatskonzerne für ein Almosen besorgt. Sind über Nacht Milliardäre geworden. Putin hätte alle Oligarchen enteignen und nach Sibirien schicken sollen ins Arbeitslager. Dort hätten sie erfahren können, mit was sich hundert Millionen Russen ernähren. Mit ihrer Hände Arbeit. Nicht mit Betrug. Putin muss die US-Propaganda noch knallhart enttarnen.
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