24.10.2010, 16:41 Uhr
Die schwarz-gelbe Koalition streitet darüber, wie die Einwanderung der dringend benötigten Fachkräfte künftig geregelt werden soll. Vor allem der CDU-Wirtschaftsflügel und Arbeitgeber sprachen sich für ein Punktesystem für qualifizierte Zuwanderer aus, wie es in Kanada angewandt wird. So haben sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) dafür ausgesprochen, Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hält dies für überflüssig.
Vorreiter des Punktesystems sind klassische Einwanderungsländer wie Kanada, Neuseeland oder Australien. Diese Länder legen zudem jährliche Zuwanderungsquoten fest, die je nach Wirtschaftslage verringert oder erhöht werden. Wer sich in Kanada, das Brüderle als Vorbild genannt hat, als qualifizierte Fachkraft um eine Daueraufenthaltserlaubnis bewirbt, erhält je nach Alter, Sprachkenntnissen, Berufserfahrung, Familienbindung eine bestimmte Punktzahl. Auch das eigene Kapital für Investitionen oder Lebensunterhalt werden berücksichtigt. Wer am besten abschneidet, darf einwandern.
Eine Reihe von Ländern in Europa hat nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in den vergangenen Jahren das Punktesystem eingeführt, das den Zuzug steuern und zugleich möglichst qualifizierten Arbeitnehmern den Zugang zum Land ermöglichen soll. Dazu gehören Großbritannien, Dänemark und die Niederlande. In England etwa gilt das System für Hochqualifizierte in bestimmten Berufen, in denen ein Fachkräftemangel besteht. Die staatliche Liste dieser Jobs wird regelmäßig aktualisiert.
Die USA setzen auf Greencard, die auch in Deutschland vor zehn Jahren zunächst für Computerexperten eingeführt wurden. Damit können besonders qualifizierte Arbeitnehmer einwandern, wenn sie einen Arbeitsplatz nachweisen können. In Deutschland wird aber für ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht von den zuzugsbereiten Fachkräften ein hohes Einstiegsgehalt verlangt, derzeit mehr als 66.000 Euro. Die FDP möchte diesen Betrag auf 40.000 Euro absenken, was in der Union aber auf Ablehnung stößt. Das Innenministerium arbeitet zudem an der Einführung einer sogenannten Blue Card für Hochqualifizierte aus Nicht-EU-Ländern. Die EU-Hochqualifiziertenrichtlinie muss spätestens im Juni 2011 umgesetzt sein.
Auch sonst gibt es in Deutschland Hürden, die in anderen Ländern nicht gelten, etwa für mitziehende Ehepartner. Deshalb hält sich der wegen der Greencard-Regelung erhoffte Ansturm von Hochqualifizierten in Grenzen, obwohl die Regelung ausgeweitet wurde. Das Bundesarbeitsministerium hat angekündigt, für die Behebung des Fachkräftemangels auch diese Faktoren zu überprüfen.
Quelle: AFP , dapd
eifler schrieb:
am 20. Oktober 2010 um 18:47:05
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Zuwanderung
Das positive von anderen Ländern übernehmen. Zur Durchführung solcher Massnahme brauch man jedoch Politiker mit Sachverstand.
Kanada macht es uns vor, die Politiker sollen mal den kanadischen Test machen, ich bin überzeugt, dass weit über 50 % den Test nicht bestehen.
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ulgro schrieb:
am 20. Oktober 2010 um 17:16:36
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Punktesystem
Lernt endlich einmal was von anderen Ländern und aus deren Erfahrungen oder traut ihr euch mal wieder nicht? Ist doch gut und
es kommen nur die rein, die auch gewisse Fähigkeiten besitzen.
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