
03.08.2011, 12:39 Uhr
Mubarak im Gerichtssaal: Auf einem Krankenbett wurde er in einen Gitterkäfig geschoben (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
"Er ist ein Mörder", sagt Alaa Chaled über Husni Mubarak. "Und wer getötet hat, muss getötet werden." Bei den Protesten, die zum Sturz des ägyptischen Staatschef am 11. Februar führten, starb Chaleds Zwillingsbruder. Eines von rund 850 Todesopfern beim Aufstand der Ägypter gegen den Mann, der sein Land 30 Jahre lang mit eiserner Hand regierte. Am Mittwoch hat der Prozess gegen Mubarak in Kairo begonnen. Er muss sich wegen Korruption, Amtsmissbrauchs und wegen der blutigen Gewalt gegen die Demonstranten verantworten. Sollte er wegen Mordes schuldig gesprochen werden, droht ihm die Todesstrafe.
Nicht nur Alaa Chaled fordert die Höchststrafe für Mubarak, auch viele weitere Angehörige der Opfer des brutalen Vorgehens von Mubaraks Sicherheitskräften wünschen sich ein solches Urteil.
Auch Mubaraks Söhne Gamal, der einst die Nachfolge seines Vaters angestrebt hatte, und Alaa, ein wohlhabender Geschäftsmann, müssen sich vor dem Strafgericht in der Hauptstadt Kairo verantworten. Sie waren Mitte April festgenommen worden und seitdem im Gefängnis von Tora südlich von Kairo in Haft. Wie auch ihr Vater sollen sie sich in dessen Amtszeit auf Kosten der Bevölkerung bereichert haben. Das Vermögen der Familie wurde eingefroren; wieviel es genau ist, ist unbekannt.
Zum Auftakt des Prozesses hat Mubarak auf nicht schuldig plädiert. "Ich bestreite alle Anklagepunkte", sagte Mubarak mit fester Stimme in seinem Krankenbett, in dem man ihn knapp zwei Stunden zuvor in den Verhandlungssaal geschoben hatte. "Ich habe derartige Verbrechen nicht begangen."
Dem früheren Staatschef wird vorgeworfen, Befehle gegeben zu haben, die zum Tod von Demonstranten führten. zum Video
Aus Sicherheitsgründen findet die Verhandlung in der Polizeiakademie in Kairo statt. Mubarak war am frühen Mittwochmorgen aus seinem Spital in Scharm al-Scheich nach Kairo gebracht worden. Ein Team von Ärzten begleitete ihn. Das staatliche Fernsehen übertrug live, wie Mubarak im Krankenbett in einen Käfig in den Verhandlungssaal geschoben wurde. Rund 600 Zuschauer verfolgen den Prozess in der Polizeiakademie.
Richter Ahmed Refaat kündigte zu Beginn an, das Verfahren solle "in vollständiger Ruhe" geführt werden. Er werde jeden des Saales verweisen, der den Verlauf des Verfahrens störe.
Mubarak erschien in Weiß gekleidet und mit blassem Gesicht zur Verhandlung. Bis zuletzt war unklar gewesen, ob er wegen seines schlechten Gesundheitszustands überhaupt zur Verhandlung würde erscheinen können. Auch Mubaraks Söhne Alaa und Gamal wurden in den Käfig in der Polizeiakademie geführt. Sie bestritten gleichfalls alle Vorwürfe. In dem Verfahren stehen zudem der frühere Innenminister Habib al-Adli und sechs ranghohe Polizeioffiziere vor Gericht. Gegen einen ebenfalls angeklagten Geschäftsmann wird in Abwesenheit prozessiert.
Seit seinem Sturz am 11. Februar hatte sich Mubarak nicht mehr öffentlich gezeigt. Zunächst hielt er sich in seiner Residenz in Scharm al-Scheich am Roten Meer auf, im April wurde er mit Herzproblemen in das Krankenhaus des Badeorts gebracht, wo er unter Arrest steht. Über den Gesundheitszustand des 83-Jährigen gibt es seitdem widersprüchliche Berichte. Laut seinem Anwalt leidet Mubarak an Magenkrebs, offiziell bestätigt ist das nicht.
Während das Ministerium seinen Zustand für stabil genug hielt, um ihn zum Prozess nach Kairo zu bringen, war das Krankenhaus anderer Meinung. Der Ex-Staatschef verweigere jegliche Nahrungsaufnahme, sei schwach und depressiv. Fest steht jedenfalls: Mubarak, der einstige Pharao, ist ein alter und kranker Mann. Vielleicht auch deswegen haben viele Ägypter kein sonderlich großes Interesse an dem Prozess.
"Er soll zur Rechenschaft gezogen werden und dann muss aber Schluss sein", sagt Sabrin Abi, die auf dem Tahrir-Platz, der das Zentrum der Proteste gegen Mubarak war, gegrillten Mais verkauft. "Wir wollen zu unserem normalen Leben zurückkehren." Und Chaled Bu Ali, der auf dem Platz weiter gegen die Missstände in seinem Land protestiert, will viel lieber über die Zukunft reden als über die Vergangenheit. "Der Prozess ist nicht die Lösung, es gibt wichtigere Dinge. Etwa eine neue Verfassung oder das Parlament wählen."
Quelle: dapd , AFP , dpa
der pope von mochos schrieb:
am 3. August 2011 um 14:08:59
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@peter§
"du sollst nicht töten!" ohne wenn und aber.
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Chicken schrieb:
am 3. August 2011 um 14:05:50
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Richy
Welche Demokratie,welchen Rechtsstaat meinst Du ? Wie lange brauchte erst ein Kinderschänder der aus der Sicherungsverwahrung
entlassen werden mußte aus Humanitären Gründen um sich am nächsten Kind zu vergehen ? Irgendwie ticken doch Leute wie Du nicht mehr richtig wenn sie gegen die Todesstrafe bei Kindermördern sind.
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der pope von mochos schrieb:
am 3. August 2011 um 14:03:03
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@martinus
wer in tempeln betet wird nicht erhört werden, denn dort sitzen die pharisäer und schriftgelehrten in der ersten reihe. du aber
gehe in ein stilles kämmerlein und bete ernsthaft in dich zu gott, du wirst staunen und demütig werden.
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