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Vater fürchtet um Charlotte
30.03.2008, 12:45 Uhr
Marco beim Interview kurz nach seiner Freilassung (Quelle: ddp) Der Vater Charlottes erklärte in der "Bild am Sonntag", seine Tochter sei ein Kind, welches sich wohl nie wieder erholen werde. "Wir müssen jetzt für uns bleiben und versuchen, endlich unseren Frieden zu finden." Marco werde diesen Frieden auch finden müssen. "Ich hoffe, er und seine Familie finden ihn auch."
Foto-SerieDer Fall Marco
ChronologieVerhängnisvolle Urlaubsreise
Prozess geht am Dienstag weiter
Der Anwalt des in der Türkei wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten Marco rechnet nicht mit einem baldigen Ende des Prozesses. "Es sind meines Erachtens noch einige Prozesstermine vonnöten", sagte der Rechtsbeistand des 18 Jahre alten Schülers aus Uelzen, Michael Nagel. Der Prozess wird am Dienstag im türkischen Antalya fortgesetzt.
Gutachten über Charlotte liegt noch nicht vor
Marco soll die damals 13-jährige Britin Charlotte 2007 im Osterurlaub in der Türkei sexuell missbraucht haben. Er bestreitet die Vorwürfe. Der 18-Jährige wird aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Fortsetzung des Prozesses am Dienstag nach Antalya fliegen. Nagel sagte, am Dienstag werde vermutlich nicht viel passieren. Ein vom Gericht angefordertes psychologisches Gutachten über Charlotte liege bislang nicht vor. "Deshalb gehen wir davon aus, dass das ein Fünf-Minuten-Termin wird, mit dem Ergebnis, dass die Verhandlung vertagt wird."
"Es gibt zwei Marcos"
Marco ist früheren Angaben Nagels zufolge seit Januar in "therapeutischer Behandlung". Marcos Arzt habe von einer Türkei-Reise und Teilnahme an der Verhandlung am Dienstag abgeraten und ein Attest ausgestellt. Der Schüler war nach acht Monaten in türkischer Untersuchungshaft im Dezember auf freien Fuß gekommen. Nagel sagte, es gebe "zwei Marcos". Der eine wolle im Alltag Fuß fassen und ein normales Leben führen. "Der andere sieht sich mit dem Prozess konfrontiert, ist ängstlich, zurückgezogen und bemüht, Erinnerungen zu verdrängen."
Unklar bleibt, ob Marco in die Türkei reist
Unklar ist, ob Marco im weiteren Verlauf des Prozesses nach Antalya reisen wird. Der "Welt am Sonntag" sagte sein Anwalt, es sei "denkbar, dass der Prozess ohne seine Anwesenheit zu Ende geht." Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" dagegen sagte er, sowohl Marco und seine Eltern als auch die türkische und deutsche Verteidigung seien einig darüber, dass sich Marco dem Verfahren stellen solle. "Der Junge wird in die Türkei kommen, wenn es erforderlich ist."
Prozess begann im Juli letzten Jahres
Nagel war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In der vergangenen Woche hatte er gesagt, die Entscheidung, nicht zum Prozess am Dienstag zu fliegen, sei Marco, seiner Familie und der Verteidigung sehr schwer gefallen. "Er stellt sich auch weiterhin dem Verfahren." Der Prozess gegen Marco in Antalya hatte am 6. Juli 2007 begonnen.
Marco bestreitet Missbrauchs-Vorwurf
Marco hatte die Missbrauchs-Vorwürfe immer bestritten. Es sei im Einvernehmen mit Charlotte in deren Hotelzimmer zu Zärtlichkeiten gekommen. Außerdem habe sich das Mädchen als 15-Jährige ausgegeben.
Quelle: dpa