15.03.2010, 14:36 Uhr
Teheran: Hunderttausende schwenken Fahnen und Banner zur Feier des Jahrestages der Revolution (Foto: AP)Am Rande der offiziellen Feierlichkeiten im Iran zum 31. Jahrestag der Islamischen Revolution ist es in Teheran zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Oppositionellen gekommen. Augenzeugen und Oppositionelle berichteten auf Webseiten, die Sicherheitskräfte hätten Schüsse in die Luft abgegeben und Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt.
Den Angaben zufolge griffen die berüchtigten regimetreuen Basidsch-Milizen die Autos des reformorientierten früheren iranischen Präsidenten Mohammed Chatami und des Oppositionspolitikers Mehdi Karrubi an. Die Politiker blieben aber unverletzt, wie es hieß. Der Bruder des ehemaligen Präsidenten Chatami, Mohammed-Resa Chatami, und dessen Frau Sahra Eschraki seien bei den Protesten festgenommen worden.
UrananreicherungAhmadinedschad erklärt Iran zum "Atomstaat"
Bei den Protesten erschallten Rufe wie "Tod dem Diktator" und "Habt keine Angst, wir stehen zusammen". Nicht nur im Westen Teherans, auch im Zentrum und im Norden kam es den Angaben zufolge zu Zusammenstößen. Mehrere Demonstranten sollen festgenommen worden sein. Auf dem Videoportal YouTube waren Protestrufe in U-Bahnen und auf Straßen und Plätzen zu hören.
Seit der umstrittenen Wiederwahl des erzkonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Juni 2009 kommt es immer wieder zu Massenprotesten gegen das Regime. Zuletzt waren bei Protesten am Rande des schiitischen Aschura-Festes am 27. Dezember acht Menschen getötet und rund tausend festgenommen worden.
Die internationale Presse durfte zwar über die Ansprache Ahmadinedschads auf dem Friedensplatz in Teheran berichten, sich aber kein eigenes Bild von den Demonstrationen der Regimegegner machen. Zudem funktionierte das Internet nur begrenzt, auch konnten kaum SMS verschickt oder Telefonate mit dem Handy geführt werden. Ahmadinedschad hatte in seiner Rede angekündigt, dass der Iran nun erstes Uran auf 20 Prozent angereichert habe.
An der Revolutionsfeier nahmen hunderttausend Menschen teil. Die Menge auf dem Asadi-Platz (Freiheitsplatz) schwenkte iranische Fahnen und hielt Banner hoch, auf denen "Tod Israel" und "Tod den USA" geschrieben war. Viele zeigten auch Plakate mit Bilder von Ayatollah Chomeini und seinem Nachfolger Ayatollah Ali Chamenei. Dabei skandierten die Menschen Parolen, in denen sie ihre Ergebenheit gegenüber dem geistigen Führer des Iran zum Ausdruck brachten.
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Revolutionsführer Chomeini hatte die 1979 Protestbewegung gegen den Schah von Persien angeführt, in der Folge wurde die Regierung des Schahs gestürzt. Chomeini kehrte Anfang Februar des Jahres aus dem Exil in Paris zurück, am 11. Februar brach die bis dahin geltende Ordnung vollständig zusammen.
Quelle: dpa , dapd , AFP
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