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Präsidentschaftswahlen in USA: Der Bill-Faktor - Ex-Präsident Clinton mischt kräftig mit

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Ex-Präsident mischt kräftig mit

Von Peter Wütherich, AFP

Bill Clinton wirbt im ganzen Land für die Präsidentschaft seiner Frau (Quelle: dpa) Bill Clinton wirbt im ganzen Land für die Präsidentschaft seiner Frau (Quelle: dpa)Er legt sich ins Zeug, als wolle er selbst noch einmal etwas werden. Unentwegt reist Bill Clinton durch die amerikanische Provinz, schüttelt Hände, klopft fremden Menschen auf die Schulter und wirbt dabei für seine Frau Hillary. Deren Kandidatur für die Präsidentschaft ist Teil eines gemeinsamen Karriere-Projekts, weshalb der Expräsident im derzeitigen Wahlkampf neben der Kandidatin die zweite Hauptrolle spielt. Nach einem Wahlsieg würde er an Hillarys Seite ins Weiße Haus zurückkehren. Die Aussicht auf eine weitere Clinton-Präsidentschaft ist laut Umfragen durchaus realistisch - und in den USA wegen der ungeklärten künftigen Rolle des Ex-Präsidenten umstritten.

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Rastlos tourt Bill durch die USA
Bill Clinton ist einer der beliebtesten Politiker der USA, und auch sieben Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt wird der charismatische Ex-Präsident seinem Ruf als Wahlkampf-Genie gerecht. In Hillary Clintons Wahlkampf-Formel ist der "Bill-Faktor" eine der wichtigsten Variablen. "Ich bin so froh, dass er mir im Wahlkampf beisteht", sagte sie kürzlich vor Journalisten in Iowa. "Er gibt mir jeden einzelnen Tag seinen Rat." Aus der Strahlkraft des Ex-Präsidenten schlägt Hillary Clinton Kapital. Rastlos tourt Bill in den Tagen vor Weihnachten durch die Bundesstaaten Iowa und New Hampshire. Dort beginnen Anfang Januar die Vorwahlen, in denen sich Hillary gleich zu Beginn durch Etappensiege die Kandidatur ihrer Partei sichern will.

First Husband im Weißen Haus
Der "Bill-Faktor" lässt sich demoskopisch bemessen. 60 Prozent der befragten Wahlberechtigten gaben in einer Umfrage der "Washington Post" vom Oktober an, Bill Clinton gerne als First Husband (Ersten Ehemann) wieder im Weißen Haus zu sehen. Zwei Drittel äußerten sich über Bill Clintons Amtszeit (1993 bis 2001) zufrieden. Hillary Clintons politische Konkurrenten sind vergrätzt: "Soviel ich weiß, steht Präsident Clinton nicht zur Wahl", stichelte der demokratische Senator Barack Obama, der Frau Clinton im parteiinternen Rennen um die Kandidatur dicht auf den Fersen ist.

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Von langer Hand geplant
Die Journalisten Jeff Gerth und Don Van Natta werten Hillary Clintons Kandidatur in ihrer jüngst erschienenen Biografie als Schlussakt eines von langer Hand geplanten Karriere-Pakts. Schon vor Bills Präsidentschaft hätten beide vereinbart: erst acht Jahre im Weißen Haus für ihn, dann acht weitere Jahre für sie, jeweils mit bedingungsloser Unterstützung des Ehepartners. Bestätigt wurde das von den Clintons nicht. Auf die Loyalität von Bill, der ihr als Fremdgänger viel privaten Kummer bereitet hatte, kann sich die Kandidatin bislang aber verlassen. Die Gefahr scheint derzeit eher zu sein, dass er seine eher kühl-distanzierte Frau mit seinem Charisma überstrahlt.

Welttournee fürs US-Image
Nur ansatzweise haben die Clintons bislang verraten, welche Rolle Bill in der Administration seiner Frau spielen könnte: Der Ex-Präsident soll dann wohl eine Art inoffizieller Sonderbotschafter der USA sein. "Sie würde mich bitten, sofort durch die Welt zu reisen und das Ansehen Amerikas zu heben", sagte Bill Clinton im Oktober dem britischen "Guardian". Auch in der Innenpolitik plane er eine inoffizielle Rolle - etwa bei der Auswahl der Minister. Bei Kabinettssitzungen könnte er auf Bitten seiner Frau zu spezifischen Themen sprechen, sagte Bill Clinton Anfang Dezember dem Sender ABC. Kritik an ihrer Politik würde er aber nur privat vortragen. Nach außen hin wolle er ihre Politik "unterstützen und ansonsten den Mund halten".

"In schwieriger Ehe gefangen"
Diese in der US-Geschichte beispiellose Konstellation weckt die Bedenken von Kritikern. "Vom Tage der Amtseinführung Hillarys an hätte Bill bei jedem Thema mehr Erfahrung als sie", schreibt der "Washington Post"-Kolumnist Charles Krauthammer und zweifelt, ob die US-Wähler für eine solche Konstellation bereit sind: "Die Amerikaner wollen keine Ko-Präsidentschaft, zumal es sich bei den Clintons um zwei Charaktere handelt, die in der Dynamik einer belasteten, schwierigen Ehe gefangen sind."


Von Peter Wütherich, AFP  

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