Republikaner auf einem Parteitag (Quelle: dpa)Die konservativere der beiden großen US-Parteien, die Republikanische Partei, wird von verschiedenen, teilweise kontroversen Strömungen bestimmt. Unter US-Präsident George W. Bush wurde sie lange vom neokonservativen Flügel geprägt, der für eine offensive US-Außenpolitik und Regimewechsel in Diktaturen sowie niedrigere Steuern steht.
Glanzzeit mit Lincoln
Die Partei wurde 1854 von Gegnern der Sklaverei gegründet. Schon sechs Jahre später zog ihr Kandidat Abraham Lincoln ins Weiße Haus ein. Mit Lincoln, der während des Bürgerkriegs regierte, begann eine Glanzzeit für die Republikaner. Als Partei mit patriotischem Image stellte sie zwischen 1860 und 1932 insgesamt 56 Jahre lang den Präsidenten.
Tiefer Fall nach Glanzzeit
Umso tiefer und traumatischer war der Fall. Als 1929 die Weltwirtschaftskrise begann, wurden die Republikaner für die Misere verantwortlich gemacht. Bei den Wahlen 1936 gewann der Republikaner Alfred Landon in nur zwei US-Staaten. Der Partei gelang erst langsam ein Comeback. Sie erreichte zwischen 1932 und 1992 bei 16 Wahlen immerhin sieben Mal den Einzug ins Weiße Haus. Aber im selben Zeitraum beherrschten die Republikaner nur vier Jahre lang beide Kammern des Kongresses. Erst 1994 schafften sie es erneut, Senat und Repräsentantenhaus gleichzeitig zu kontrollieren - zumindest bis zu einem erneuten Umschwung im Jahr 2006.
Watergate-Desaster
Republikanische Präsidenten wurden häufig mit großen Mehrheiten gewählt. So gelang 1952 dem Kriegshelden Dwight D. Eisenhower ein überwältigender Sieg, und auch Richard M. Nixon schlug bei seiner Wiederwahl 1972 seinen Gegner um Längen. Nach dem Watergate-Desaster und einer vierjährigen Präsidentschaft des Demokraten Jimmy Carter sorgte der Republikaner Ronald Reagan 1980 und 1984 wieder für zwei spektakuläre Wahlerfolge. Auf Reagan folgte 1988 sein Vizepräsident George Bush (Vater des jetzigen Präsidenten), der aber nach nur vier Jahren gehen Bill Clinton 1992 die Wahl verlor.
Elefant als Symbol
Symbol der Republikaner ist der Elefant. Bereits 1860 tauchte der Dickhäuter in Zeichnungen in Verbindung mit den Republikanern auf. Allerdings war es der deutschstämmige Zeichner Thomas Nast, der die republikanische Partei 1874 im Magazin "Harper's Weekly" endgültig mit dem Bild des Elefanten verband. Nast, der in den USA als "Vater der politischen Karikatur" verehrt wird, skizzierte eine Horde aufgeschreckter Tiere, die vor einem als Löwen verkleideten Esel (Symbol der Demokraten) davonrennt. Republikaner haben sich längst mit dem Dickhäuter angefreundet: Elefanten seien würdevoll, stark und intelligent.