22.01.2012, 14:34 Uhr
Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat angeblich zunächst vergeblich versucht, sich der Polizei zu stellen. Am 8. November, dem letzten Tag ihrer Flucht, habe sie noch ihre Familie in Jena besuchen wollen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus". Als sie aber bemerkt habe, dass Polizisten die Straße überwachten, habe sie davon Abstand genommen und die Notrufnummer 110 gewählt.
Die bundesweit zur Fahndung ausgeschriebene Frau habe sich mit den Worten "Guten Tag, hier ist Beate Zschäpe" gemeldet und zwei Minuten lang versucht, sich zu stellen - doch der Beamte habe sie nicht erkannt.
Schließlich habe sie gereizt gefragt: "Wollen Sie mich veräppeln?" Die ganze Stadt werde abgesperrt, überall stünden Polizeiautos. Nachdem der Beamte aber erklärte habe, davon nichts zu wissen, habe Zschäpe aufgelegt. Stunden später erschien sie dann zusammen mit einem Anwalt bei der Polizei, um sich zu stellen.
In der Haft soll sich Zschäpe "erleichtert" über das Ende ihres mehr als 13-jährigen Untergrundlebens gezeigt haben. Zschäpe sowie Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt waren 1998 untergetaucht. Dem Trio werden zehn Morde und mehrere Banküberfälle vorgeworfen.
Gegenüber Beamten habe Zschäpe über das schwierige Leben im Untergrund geklagt, schreibt das Magazin. Sie habe keine echten Freundschaften schließen können. Die Sehnsucht nach Mutter und Großmutter sei groß gewesen. Nach dem Ende der Flucht könne sie ruhiger schlafen. Ihr sei immer klar gewesen, dass sie und ihre Komplizen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen irgendwann auffallen würden.
Unterdessen ermittelt die Schweizer Justiz offenbar gegen einen mutmaßlichen Helfer der Zwickauer Zelle. Der Mann stehe im Verdacht, der Neonazi-Zelle bei der Beschaffung einer Pistole der Marke Ceska geholfen zu haben, berichtet der "Spiegel". Mit einer Ceska aus der Schweiz waren die neun Opfer der deutschlandweiten Mordserie an Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 erschossen worden.
Laut "Spiegel" beruhen die Ermittlungen in der Schweiz auf Informationen, die die deutschen Behörden den Eidgenossen gegeben haben. Gegen den Verdächtigen wurde dem Bericht zufolge in der Schweiz ein Verfahren wegen Unterstützung einer kriminellen Organisation eingeleitet. Demnach hatte ein Waffenhändler 1996 zwei Ceska-Pistolen einem Privatkunden verkauft und per Post verschickt. Der Empfänger hatte laut "Spiegel" behauptet, die Waffen nie erhalten zu haben.
Nach "Focus"-Informationen soll die Ceska vom tschechischen Hersteller 1996 an einen Schweizer Waffenhändler geliefert worden sein. Dieser habe sie kurz darauf einem Privatmann legal verkauft und auch versendet. Ob der Käufer die Waffe erhalten hat, werde derzeit ermittelt, berichtete das Magazin weiter.
Laut "Focus" und "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" konnten Ermittler des Bundeskriminalamts nach dem Fund der Ceska im Zwickauer Wohnhaus des Neonazi-Trios die Seriennummer der Waffe wieder sichtbar machen. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bereitet den Berichten zufolge derzeit ein Rechtshilfeersuchen an die Schweiz vor.
Quelle: dpa
Thomas schrieb:
am 22. Januar 2012 um 18:53:19
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"Nazi-Zelle"
Die so genannte "Nazi-Zelle" waren gewöhnliche Kriminelle, die von Verfassungsschutz gelekt und gesteuert
waren. Ich gehe davon aus, dass sie zu ihren Taten motiviert und letztlich aufgehetzt wurden. Die Selbstmorde waren keine und Frau Zschäpe sollte wohl bei der Explosion im Wohnhaus umkommen. Das ging wohl schief.
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Judit schrieb:
am 22. Januar 2012 um 18:35:04
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Nicht alle!
Ich bin der Meinung nicht alle Polizisten sind so. Es gibt auch welche die die Sache erkennen und intelligent darauf reagieren.
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Rose schrieb:
am 22. Januar 2012 um 18:34:36
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@Jochen
So sehen das viele Bundesbürger, aber was für ein Schmutz (Manipulierung der massen ) würde in diesem Fall wohl an die Oberfläche
kommen? Im Prinzip ,wie beim Herrn Fiedmann, "Akte weg" beim BKA und man auch nichts gehört oder gesehen und Kopien der Akten gibt es auch nicht ! So wird halt für den Machterhalt manipuliert!
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