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Pofallas Pöbelattacke: Erste Kritiker fordern Rücktritt

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Erste Kritiker fordern Rücktritt Pofallas

04.10.2011, 09:01 Uhr

Nach der Pöbelattacke von Ronald Pofalla gegen seinen Parteikollegen Bosbach gerät der CDU-Politiker immer stärker unter Druck (Quelle: Reuters)

Nach der Pöbelattacke von Ronald Pofalla gegen seinen Parteikollegen Bosbach gerät der CDU-Politiker immer stärker unter Druck (Quelle: Reuters)

Die Kritik an Kanzleramtsminister Ronald Pofalla wegen seiner Entgleisung gegenüber dem Euro-Abweichler Wolfgang Bosbach (beide CDU) ebbt nicht ab. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt forderte jetzt mehr Respekt zwischen den Abgeordneten. Aus den Nachwuchsorganisationen von FDP und Union wurden erste Forderungen nach Entlassung Pofallas laut.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, sieht die Verbalattacke Pofallas als Beleg für die Nervosität innerhalb der Koalition.

Pofalla beschimpfte Bosbach

Bosbach, Vorsitzender des Bundestagsinnenaussschusses, gehört zu den zehn Unionsabgeordneten, die in der vergangenen Woche nicht für die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms EFSF im Parlament gestimmt haben. Medienberichten zufolge hatte Pofalla Bosbach vor der Abstimmung nach einer Sitzung der NRW-Landesgruppe mit Sätzen wie "Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen" attackiert. Als Bosbach sagte: "Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage", habe dieser geantwortet: "Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe."

Die CSU-Politikerin und Bundestagsvizepräsidentin Hasselfeldt fürchtet nun auch um das Ansehen des Bundestages. "Wenn wir als Parlament respektiert werden wollen, braucht es auch Respekt der Abgeordneten untereinander", sagte sie dem "Hamburger Abendblatt" und betonte: "Dazu halte ich alle Seiten an."

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"Das ist der schlechteste Kanzleramtschef aller Zeiten"

Die FDP-Nachwuchsorganisation Junge Liberale (Juli) forderte indirekt die Entlassung Pofallas. "Herr Pofalla leistet schon lange keine gute Arbeit. Die Schnittstellenfunktion des Kanzleramtes funktioniert nicht. Daraus sollten langsam Konsequenzen gezogen werden" sagte der Juli-Vorsitzende, Lasse Becker, der "Welt".

Die Wortwahl Pofallas bei dessen Auseinandersetzung mit dem CDU-Abgeordneten Wolfgang Bosbach sei "entlarvend". Becker sagte weiter: "Wenn das Kanzleramt schon mit den eigenen Leuten derart umspringt, muss man sich nicht wundern, dass es in der Koalition oft hakt."

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Die Junge Union Potsdam-Mittelmark hatte zuvor bereits Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, zu überdenken, "ob Pofalla der richtige Mann für das Kanzleramt ist".

Die "Berliner Zeitung" zitiert einen namentlich nicht erwähnten führenden Koalitionspolitiker mit den Worten, Pofalla sei in seinem Amt überfordert und zudem wegen seiner cholerischen Art nicht dafür geeignet. "Das ist der schlechteste Kanzleramtschef aller Zeiten."

Oppermann: Nerven in der Koalition liegen blank

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Oppermann, sagte der "Welt": "Zu schlechter Politik kommt jetzt auch noch schlechter Stil." Pofallas Entgleisung zeige, dass die Nerven in der Koalition blank liegen. Das Verhalten von Pofalla sei niveaulos und selbst entlarvend. Die Koalition sei in Panik.


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Quelle: dapd

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Kommentare (138)

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Thema: "Pofallas Pöbelattacke: Erste Kritiker fordern Rücktritt"

michi schrieb: am 4. Oktober 2011 um 16:04:48
(8) (0) Pofi, das war zuviel
Bei Spannungssituationen kommt der wahre Kern raus, also, nimm deinen Hut!

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Rebel schrieb: am 4. Oktober 2011 um 13:57:01
(12) (1) Politik
Ob Merkel oder sonst wer. Weg mit . Neue Geistiges wissen muß her,(führ das Deutsche Volk .)

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KLausMehner schrieb: am 4. Oktober 2011 um 13:51:46
(22) (0) @Wotan
Alle Handlungen eines Bundesministers sollten von seinem Eid geleitet sein, Nach § 56 GG lautet der Eid:" Ich schwöre, dass ich
meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe." Insofern darf keine seiner Handlungen dem Eid widersprechen.
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