29.08.2010, 09:42 Uhr | DDP
Hamburg (ddp). Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat 20 Jahre nach der Unterzeichnung des Einigungsvertrags die negativen Folgen für den Osten Deutschlands kritisiert. Mit dem Beitritt der DDR zur BRD habe eine "gnadenlose Deindustrialisierung Ostdeutschlands" begonnen, sagte der Sozialdemokrat dem "Spiegel".
Die westdeutsche "Anschlusshaltung" sei verantwortlich gewesen für "viele gesellschaftliche Verwerfungen bei uns nach 1990. Es fehlten selbst kleinste symbolische Gesten gen Osten", rügte Platzeck. So sei den Ostdeutschen das Gefühl vermittelt worden, sie müssten alles wegwerfen: "Es war alles Stasi und alles ideologieverseucht."
Platzeck sprach sich für einen Komplettumzug der Bundesregierung nach Berlin aus. "Es ist doch ein Aberwitz, wie viel da bis heute gependelt wird. Damit muss nun Schluss sein. Wir müssen den Rest der Regierung endlich nach Berlin holen." Mehrere Bundesministerien haben nach wie vor auch einen Dienstsitz in der früheren Bundeshauptstadt Bonn.
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