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Platz der New Yorker Demos wird geräumt

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Platz der New Yorker Demos wird geräumt

14.10.2011, 09:32 Uhr

Wall Street: Kapitalismus-Kritik hin oder her - Straßenreinigung muss sein (Quelle: Reuters)

Kapitalismus-Kritik hin oder her - Straßenreinigung muss sein (Quelle: Reuters)

Die New Yorker Stadtverwaltung hat für den kommenden Freitag die Räumung eines Platzes angekündigt, auf dem seit Wochen Anhänger der Protestbewegung "Occupy Wall Street!" ("Besetzt die Wall Street!") kampieren. Der Besitzer des Zuccotti-Parks im Stadtteil Manhattan, die Immobilienfirma Brookfield Properties, will das Areal säubern lassen und hat die Polizei gebeten, den Platz zu räumen.

Am Mittwoch sprach Bürgermeister Michael Bloomberg mit den Demonstranten und erklärte, sie hätten ein Recht auf freie Meinungsäußerung. Sie müssten den Park für die Dauer der Reinigung verlassen, könnten später aber wieder zurückkehren, sagte der stellvertretende Bürgermeister Cas Holloway.

Proteste vor den Milliardärs-Villen

Unterdessen haben die Kapitalismus-Kritiker ihren Protest gestern erstmals direkt zu den Adressaten getragen. Nachdem sie zunächst im New Yorker Finanzdistrikt gegen Wall-Street-Gesellschaften, die grassierende Gier und den Graben zwischen Armen und Reichen protestiert hatten, marschierten sie in eines der exklusivsten Wohnviertel von New York.

Ihr "Marsch der Millionäre" begann gesittet in Zweierreihen auf dem Bürgersteig, weil sie keine Demonstrationserlaubnis hatten. Dann aber schwoll der Zug an, und es waren Hunderte, die in der Fifth Avenue und der Park Avenue in Manhattan vor den Wohnungen und Häusern des Medienmoguls Rupert Murdoch, des Chefs der Großbank JP Morgan Chase, Jamie Dimon, und des Ölmilliardärs David Koch auftauchten.

An der Kreuzung von Park Avenue und 93. Straße stoppten sie vor Dimons Appartement und riefen: "Wo ist unser Rettungspaket? Wie können wir diese Verschuldung beenden?" und "Beendet den Krieg, besteuert die Reichen!". JP Morgan hatte wie andere Banken staatliche Rettungskredite erhalten. Das Geld wurde mittlerweile wieder zurückgezahlt.

Bloomberg unterstützt Banker

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, selbst ein Milliardär, sprang dem Bankdirektor bei: Bankdirektor Dimon habe "mehr Geschäfte in diese Stadt gebracht als vielleicht irgendein anderer moderner Banker", erklärte das Stadtoberhaupt. "Ich weiß nicht, wozu es gut sein soll, hierherzukommen und gegen ihn zu demonstrieren. Jamie Dimon ist ein ehrenhafter Mensch. Er arbeitet hart. Er bezahlt seine Steuern".

Bahran Admadi, ein arbeitsloser Taxifahrer und Kunsthändler unter den Demonstranten, sagte, er habe persönlich nichts gegen die Reichen. "Aber einige von ihnen saugen das Blut der Leute. Alles wird immer schlimmer, während wir immer härter arbeiten".

An einem Gebäude brachten die Protestierenden einen überdimensionalen symbolischen Scheck an. Er war ausgestellt auf das "eine Prozent der Oberen über fünf Milliarden Dollar". Das ist die Größenordnung der vorgesehenen Steuersenkung für New Yorker, die 250.000 Dollar und mehr verdienen.

Auch Michael Pollack, Angestellter eines Anwaltsbüros, versicherte, er habe persönlich nichts gegen die Reichen. "Ich möchte nur, dass sie einen gerechten Anteil an Steuern zahlen". Sein Plakat richtete sich an den Kaufhausgründer Edward Filene: "Warum sollte das amerikanische Volk nicht die Hälfte meines Geldes nehmen? Ich habe es ja alles von ihm", hatte er darauf gepinselt. Es sei Zeit für eine neue Wirtschaftspolitik, sagte Pollack.

Jobs an der Wall Street gestrichen

Der Protest in New York begann, als staatliche Bilanzprüfer einen Bericht herausgaben, nach dem in der Wall Street wegen der internationalen Finanzkrise wieder Jobs verloren gehen. 4100 Stellen seien seit dem Frühjahr bereits gestrichen worden, 10.000 weitere könnten es bis Ende 2012 werden.

Die Jobverluste seien nicht unbedingt schlecht, merkte Christopher Guerra, einer der "Occupy Wall Street"-Aktivisten, sarkastisch an. "Das heißt doch, dass mehr Leute auf unserer Seite sein werden." Guerra fügte hinzu: "Die Finanzinstitute zerstören dieses Land und verdrängen Jobs ins Ausland. Wenn sie aufs Kreuz gelegt werden, werden sie erkennen, dass es wahr ist, was wir sagen."


Quelle: dapd

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Kommentare (2)

zum Forum

Thema: "Platz der New Yorker Demos wird geräumt"

Deutscher Opa schrieb: am 13. Oktober 2011 um 12:52:59
(5) (0) Hoffentlich halten die 99iger durch.
Auch wir sollten auf die Straße gehen. Auch bei uns haben 108 Familien zusammen 307 Mrd. € Vermögen.
Das stinkt. Während Millionen Rentner grade mal 1.000€ im Monat haben. Geht auch hier vor die Banken/Sparkassen/Börsen in Stellung und pfeift die Geldvernichter aus. Hebt Euer gesamtes Geld ab. Nur mal für eine Woche!!! Nur so wird euch die Merkel ernst nehmen. Sonst bleibt ihr Konkursmasse. Für den Rest eueres Lebens. Euere Kinder/Enkel genauso Kapitalistenknechte.
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Faller schrieb: am 13. Oktober 2011 um 12:49:11
(3) (0) Wie ich gesagt habe............
es wird immer ein "Grund gefunden" den "kleinen Mann" "abzudrängen". Evtl dient es
ja nur seinem "persönlichem Schutze"!
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