11.05.2011, 12:46 Uhr
Die Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber hat ihre Doktorwürde aberkannt bekommen (Foto: dapd) (Quelle: AP)
Die Universität Konstanz hat der Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), Veronica Saß, den Doktortitel aberkannt. Nach umfassender Prüfung ihrer Dissertation sei der Promotionsausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass erhebliche Teile der Arbeit Plagiate seien, teilte die Universität mit. Das Münchner Büro der Kanzlei Raupach & Wollert-Elmendorff, in dem Saß als Rechtsanwältin seit 2009 arbeitet, wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern. Saß war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Der Rektor der Uni Konstanz, Ulrich Rüdiger, sagte, Saß sei der Doktorgrad entzogen worden, weil die rechtlichen Voraussetzungen für seine Verleihung nicht vorgelegen hätten. Er verwies auf die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit, wonach eine Doktorarbeit ein eigenständiger wissenschaftlicher Beitrag zum Fortschritt eines Faches sein muss.
An der Universität Konstanz erkläre jeder Doktorand bei Abgabe der Dissertation, dass die Arbeit selbst verfasst und fremde Literatur als solche gekennzeichnet sei. "Wird diese Grundregel wissenschaftlicher Redlichkeit nachweislich verletzt, ist es an der Universität, ihr wieder Geltung zu verschaffen", betonte Rüdiger.
Saß soll bei ihrer rechtswissenschaftlichen Doktorarbeit mit dem Titel "Regulierung im Mobilfunk" zahlreiche Stellen von anderen Autoren abgeschrieben und damit die Standards wissenschaftlichen Zitierens verletzt haben. Laut der Internetseite "VroniPlag Wiki" enthält die Arbeit unter anderem ein fast durchgängiges, wortwörtliches Plagiat von knapp 40 Seiten.
Unter anderem soll die Juristin Zeitungsartikel, Pressemitteilungen von Verbänden sowie Artikel der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia verwendet haben, ohne die Quellen in ihrer Arbeit zu nennen. Die Hamburger Rechtsanwältin Tanja Eisenblätter wirft Saß vor, bei ihr abgeschrieben zu haben. "25 Seiten wurden wortwörtlich übernommen, ohne Nennung der Quelle", kritisierte Eisenblätter.
Die Universität Konstanz hatte Mitte Februar Kenntnis von den Vorwürfen erhalten. Daraufhin wurde der Promotionsausschuss des Fachbereichs Rechtswissenschaft einberufen, der sofort ein Prüfverfahren einleitete. Nachdem die Frist für das Einholen von Stellungnahmen abgelaufen war, kam der Promotionsausschuss in dieser Woche erneut zusammen und traf den Entschluss, Saß den Titel abzuerkennen.
Quelle: dapd , dpa
ja schrieb:
am 11. Mai 2011 um 13:38:15
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(0)
ja
so kanns gehen ...
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Pur schrieb:
am 11. Mai 2011 um 13:36:06
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Uni erkennt Stoibers Tochter den Doktortitel ab
Wie wäre es noch mit Verlust der Arbeitsstelle? Wie viele Doktoranten, die ihren Titel
redlich erarbeitet haben, haben keinen Job. Und Frau Saß darf trotz ihres aberkannten Doktortitels in gut dotierter Stellung bleiben. Die größere Strafe für Frau Saß wäre doch der Verlust ihres Arbeitsplatzes.
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charliefreak 218 schrieb:
am 11. Mai 2011 um 13:35:39
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(0)
zu billig
wenn ich heute etwas stehle, man mich erwischt, reicht es doch nicht es einfach wieder zurückzugeben, oder?
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