13.04.2010, 12:40 Uhr | dpa
Ein Lynx-Bordhubschrauber der niederländischen Marine bei der Befreiung des deutschen Containerschiffs "MV Taipan" (Foto: Niederländisches Verteidigungsministerium/ddp)
Zum ersten Mal sollen somalische Piraten in Deutschland vor Gericht gestellt werden. Das Hamburger Amtsgericht erließ Haftbefehle gegen die zehn Seeräuber, die am Ostermontag das Containerschiff "Taipan" der Hamburger Reederei Komorowski gekapert hatten. Niederländische Soldaten hatten das deutsche Schiff kurz darauf befreit.
Die Haftbefehle sind Voraussetzung für ein Auslieferungsersuchen an die niederländischen Behörden, bestätigte ein Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft. Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums sagte, die Bundesregierung habe gegen eine Auslieferung keine Bedenken erhoben. Die Landesregierungen müssen sich in solchen Fragen mit der Bundesregierung abstimmen.
"Wenn es erhebliche Bedenken geben würde gegen die Auslieferung, könnte das Justizministerium verhindern, dass es ein solches Auslieferungsersuchen gibt", sagte der Sprecher des Bundesjustizministeriums. In diesem Fall habe das Ministerium aber volles Vertrauen in die Hamburger Justizbehörden. "Wir haben erstmals keine Bedenken gegen ein Auslieferungsersuchen", heißt es. Bislang hatte die Bundesregierung Verfahren in Deutschland immer abgelehnt - und dafür plädiert, dass die Piraten in Kenia vor Gericht kommen. Auch der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft sprach von einer neuen Dimension des Vorgehens der Justiz gegen Piraten: "Heute ist es erstmals der Fall, dass ein Verfahren in Deutschland durchgeführt werden wird."
Möglicherweise kommen die zehn Gefangenen noch in dieser Woche in die Niederlande, vermutete der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft. Wie lange die Auslieferung dauern werde, sei nicht klar. Der Prozess werde wahrscheinlich am Hamburger Landgericht stattfinden. Den Piraten wird versuchter räuberischer Menschenraub vorgeworfen.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sieht Prozesse gegen somalische Piraten vor deutschen Gerichten mit Skepsis. "Dies mag zwar ein Gefühl von Gerechtigkeit geben, zur Eindämmung der Piraterie vor Somalias Küste wird es jedoch nichts beitragen", erklärte der Afrikareferent der GfbV, Ulrich Delius. Die Piraten werden seiner Einschätzung nach aktiv bleiben, solange die internationale Gemeinschaft weder entschieden gegen die Hintermänner der Piraten vorgehe noch die Verelendung von immer mehr Somalis wirksam bekämpfe.
Quelle: dpa
silera schrieb:
am 13. April 2010 um 19:36:58
(0)
(0)
Piraten
Das ist ja toll.Unsere Gerichte die wegen Überlastung andere Straftäter laufen lassen, sollen jetzt internationale
Verbrecher
aburteilen.Warum werden diese Piraten nicht durch den internationalen Gerichtshof abgeurteilt.Nebenbei bemerkt,diesen Tätern geht es in deutschen Gefängnissen besser als in Ihren Heimatländern .Nur zu .
mehr
Kommentar melden
lollipop schrieb:
am 13. April 2010 um 18:34:17
(0)
(0)
Piraten
Was besseres kann diesen Verbrechern doch garnicht passieren. Raus aus dem Elend und eine gesicherte Existenz!
Kommentar melden
Nanu! schrieb:
am 13. April 2010 um 17:49:08
(0)
(0)
Piraten
Gleich vor Ort versenken!
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS