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Piraten greifen deutsches Kreuzfahrtschiff an
26.04.2009, 13:39 Uhr
Das Kreuzfahrtschiff "MS Melody" war auf dem Rückweg von den Seychellen, als die Piraten angriffen (Foto: MSC Cruises)
Vor der Küste Somalias haben Piraten ein deutsch-italienisches Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1500 Menschen an Bord angegriffen. Die Seeräuber attackierten die "MS Melody" am Samstagabend von einem Schnellboot aus, berichtete der Kapitän Ciro Pinto telefonisch der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.
Die sechs mit Kalaschnikows bewaffneten Piraten feuerten demnach auf das Kreuzfahrtschiff. Dabei kam es zu einem heftigen Schusswechsel, denn Sicherheitsleute erwiderten das Feuer und konnten die Angreifer so in die Flucht geschlagen. "Es war wie im Krieg", sagte Kapitän Pinto. Verletzt wurde niemand, allerdings konnten die Piraten entkommen.
Interview"Piraten wollen Dollar"
HintergrundModerne Piraterie
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Google EarthMögliche Zufluchtsorte und Häfen der Piraten
Deutsche an Bord
Das Kreuzfahrtschiff der italienischen Reederei MSC, die in Deutschland von der Tochterfirma MSC Kreuzfahrten vertreten wird, befand sich nach Ende der Winterkreuzfahrt-Saison auf dem Rückweg nach Italien. An Bord befanden sich nach Angaben des Kapitäns 991 Passagiere und 536 Besatzungsmitglieder, darunter 38 Deutsche. Nach dem Angriff steuerte die "MS Melody" die jordanische Hafenstadt Akaba an.
Angriffe auf Kreuzfahrtschiffe selten
Laut "Spiegel Online" befand sich das Kreuzfahrtschiff auf dem Rückweg von den Seychellen. Ein Passagier aus Baden-Württemberg berichtete dem Online-Magazin telefonisch von den Ereignissen. Er habe etwa 50 Schüsse gehört, die außerhalb des Schiffes abgegeben worden seien. Die Passagiere seien aufgefordert worden, in ihre Kabinen zu gehen und die Lichter zu löschen. Angriffe auf Kreuzfahrtschiffe vor Somalia kommen selten vor, die Piraten konzentrieren sich eher auf Handelsschiffe.
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Im Golf von Aden hatten Piraten am Samstag erneut ein deutsches Schiff gekapert. Nach Angaben eines Sprechers der Fünften US-Flotte in Bahrain brachten die Seeräuber den Getreidefrachter "Patriot" 150 Seemeilen südöstlich des jemenitischen Hafens Al Mukalla in ihre Gewalt. Ein Schiff mit diesem Namen befindet sich im Besitz der Hamburger Reederei Johann M.K. Blumenthal. Laut Homepage des Unternehmens fährt der Frachter unter maltesischer Flagge. Die Reederei wollte sich zu der Entführung jedoch nicht äußern, auch das Auswärtige Amt bestätigte die Angaben zunächst nicht.
Somalische Piraten halten deutsche Geiseln
Nach Angaben des Ostafrikanischen Seefahrer-Hilfsprogramms in Nairobi befinden sich 17 Besatzungsmitglieder an Bord des 31.000 Tonnen schweren Frachters. Sie seien offenbar unversehrt. Über ihre Nationalität war zunächst nichts bekannt. Laut "Spiegel Online" stammt die Besatzung nicht aus Deutschland. Somalische Piraten halten seit Anfang April bereits die deutsche "MV Hansa Stavanger" der Reederei Leonhardt und Blumberg in ihrer Gewalt. Unter den 24 Seeleuten an Bord sind fünf deutsche Staatsbürger.