21.01.2011, 16:13 Uhr
Bei der Befreiung eines gekaperten Frachters hat die südkoreanische Marine acht somalische Piraten getötet. Ein Spezialkommando stürmte nach Angaben des südkoreanischen Militärs die vor einer Woche entführte "Samho Jewelry" und brachte alle 21 Besatzungsmitglieder in Sicherheit. Der Kapitän des Chemiefrachters sei durch einen Bauchschuss verletzt worden, befinde sich aber außer Lebensgefahr.
Im Morgengrauen enterten Elitesoldaten das Deck des südkoreanischen Frachters und lieferten sich mit den Piraten Schusswechsel in den Gängen und Kabinen. Dabei seien alle Soldaten unverletzt geblieben, teilte das Militär mit. Fünf Piraten seien festgenommen worden, ihnen könnte in Südkorea oder einem anderen Land der Prozess gemacht werden.
Die "Samho Jewelry" war vor einer Woche auf ihrem Weg nach Sri Lanka im Arabischen Meer gekapert worden. Seoul hatte am Sonntag erklärt, ein südkoreanisches Kriegsschiff habe die Verfolgung des 11.500-Tonnen-Frachters aufgenommen. Etwa 1300 Kilometer nordöstlich der somalischen Küste im Indischen Ozean schlug das Militär zu. Um die Piraten abzulenken, gab der Zerstörer zunächst Warnschüsse ab. Ein Hubschrauber gab der Spezialeinheit Feuerschutz, als sie das Schiff stürmte. "Diese Operation zeigt den starken Willen unserer Regierung, dass wir illegale Aktivitäten von Piraten nicht mehr tolerieren", sagte Lee Sung Ho vom südkoreanischen Generalstab.
Den Befehl zum Zugriff hatte der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak persönlich gegeben. Der Einsatz sei unter schwierigen Bedingungen perfekt ausgeführt worden, sagte er. Bereits am Dienstag hatten sich die Marinesoldaten nach Armeeangaben ein kurzes Feuergefecht mit Piraten geliefert, die ein in der Nähe kreuzendes mongolisches Schiff in ihre Gewalt bringen wollten. Dabei seien möglicherweise mehrere Piraten ums Leben gekommen.
Die südkoreanische Regierung war zuletzt unter Beschuss geraten, nachdem Kritiker dem Militär nach dem tödlichen Angriff nordkoreanischer Streitkräfte auf eine südkoreanische Insel im November ein zu langsames und schwaches Vorgehen vorgeworfen hatten.
Im Indischen Ozean vor Somalia liegen die gefährlichsten Wasserwege der Welt. Dem Internationalen Schifffahrtsbüro mit Sitz in Malaysia zufolge ereigneten sich dort im vergangenen Jahr rund 90 Prozent aller weltweit registrierten Piratenüberfälle. Demnach wurden 2010 vor der somalischen Küste 49 Schiffe gekapert und 1016 Seeleute verschleppt. Nach Angaben der Europäischen Union haben somalische Piraten derzeit 30 Schiffe und 724 Besatzungsmitglieder in ihrer Gewalt.
Quelle: dapd , AFP
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