Somalische Piraten an Bord der im Juni 2008 gekaperten französischen Luxusjacht "Le Ponant" (Foto: Reuters)
Piraterie vor Somalia ist ein Millionen-Geschäft. Allein 2008 kassierten organisierte Banden am Horn von Afrika für gekaperte Schiffe und Besatzungsmitglieder nach Schätzungen mehr als 150 Millionen US-Dollar.
Die Küstenstadt Eyl im autonomen Puntland gilt als ihre Hochburg. Die dortigen Machthaber werden beschuldigt, einen Teil der Beute zu kassieren und den Piraten dafür eine sichere Ausgangsbasis an Land zu bieten. Dort werden oft mehr als 100 Geiseln gleichzeitig festgehalten, bis Lösegeld gezahlt wird. Die vielfach in Luxus lebenden Piraten gehören in dem bitterarmen Landstrich zu den wenigen, die Handel sowie Handwerk florieren lassen und so Tausenden Menschen Arbeit bieten.
Moderne Ausrüstung
Die Banden starten von Mutterschiffen in Schnellbooten und sind mit Maschinenpistolen und Panzerfäusten bewaffnet. Einen Teil ihrer Beute investieren sie in immer schwerere Bewaffnung und bessere Schiffe. Piratenboote sind inzwischen oft mit modernen Navigationssystemen ausgestattet und bedrohen Schiffe in einem weit größeren Seegebiet als noch vor wenigen Jahren.