06.12.2011, 12:24 Uhr | Von André Spangenberg
Vier Monate hatte die Marine das Kommando über die Seemission der Europäischen Union am Horn von Afrika. Doch fällt das Fazit des ersten deutschen Kommandos über die vor drei Jahren gestarteten Anti-Piraten-Mission "Atalanta" ernüchternd aus. "Wir sind erfolgreich erfolglos", sagen Bundeswehroffiziere mit Blick auf sinkende Kaperzahlen und gleichzeitig steigende Lösegeldzahlungen.
Für dieses Jahr werden die erpressten Lösegelder auf 140 Millionen US-Dollar allein bis November geschätzt. Und noch sieben Schiffe sind in den Händen der Piraten. Deshalb dürfte die Summe 2011 einen neuen Rekord erreichen, heißt es bei der Kommandoübergabe in Dschibuti. Eine Verdopplung der von Piraten erpressten Lösegelder gegenüber 2010 wird nicht einmal mehr ausgeschlossen.
"Piraterie bleibt offensichtlich ein blühendes Geschäft", sagt der stellvertretende Kommandeur der Seestreitkräfte EUNAVFOR, der französische Admiral Christian Canova. Habe im vergangenen Jahr die durchschnittliche Lösegeldsumme bei drei Millionen Dollar gelegen, so sei sie in diesem Jahr "auf fünf Millionen Dollar geklettert". "Spitzenreiter" ist nach Expertenangaben ein Schiff, für das letztlich 11,5 Millionen Dollar gezahlt worden sein soll. Für Canova zeigt das nur, dass die militärische Antwort auf die Piraterie "nicht ausreicht".
Ähnlich sieht das der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière. "Was militärisch geleistet wird, ist erfolgreich, was politisch geleistet wird, ist nicht genug", weiß er nach seinen Gesprächen mit Soldaten, Diplomaten und Ministern in Dschibuti zu berichten. Hier hat die Anti-Piratenmission "Atalanta" ihre Heimatbasis, hier wird sie nach Einschätzung des CDU-Politikers auch noch auf Jahre bleiben müssen.
Für viele Militärs ist klar, dass für einen weiterhin erfolgreichen Einsatz die Regeln erweitert und Operationen auch an den Küstenstreifen gestattet werden müssen. "Wir müssen das erfolgreiche Geschäftsmodell der Piraten zerstören, indem wir ihre laufenden Kosten hochtreiben", sagt der französische Admiral. Konkret heißt das, den Atalanta"-Einsatz an Land fortzusetzen und die Nachschubbasen der Piraten zu zerstören. Zumindest die Boote der Seeräuber an den Stränden sollen vernichtet werden.
De Maizière bleibt da zurückhaltend. Natürlich bräuchten die Soldaten den notwendigen Handlungsspielraum, sagte er und versichert: "Ich werde alles dafür tun, damit der Kampf erfolgreich sein kann." Doch dürfe das "keine Show" werden: "Ein Wirken an Land ist kompliziert." Ein erweiterter Einsatz müsse "zu Ende gedacht" werden.
Deutsche Marineoffiziere haben Verständnis für die Befürchtungen ihres Dienstherren. Allein in den vergangenen Monaten mussten unter deutschem Kommando 54 aufgegriffene Piraten wieder an der Küste ausgesetzt werden. "Die Strafverfolgung ist schon frustrierend", sagt der scheidende "Atalanta"-Kommandeur, Flotillenadmiral Thomas Jugel. Doch habe die Beweislage nicht für ein Gerichtsverfahren ausgereicht. Zudem hat Kenia gerade den Vertrag mit der EU beendet, festgesetzte Piraten aufzunehmen und ihnen den Prozess zu machen.
Noch komplizierter ist die Frage, wie herausgefunden werden kann, welche Ziele die Piraten an Land verfolgen, erläutern deutsche Offiziere. "Entweder, wir gehen mit Spezialkräften an Land, um Kollateralschäden auszuschließen, dann haben wir ein Problem. Oder wir klären eventuell nicht ausreichend auf und greifen an. Dann haben wir vielleicht unser zweites Kundus", warnen Offiziere mit Hinweis auf das tödliche Bombardement auf zwei Tanklaster in Afghanistan.
Quelle: dapd
Hotte schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 21:26:58
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Piraten
Holt endlich unsere Kreuzfahrer ohne Kompetenz zurück. Die Verschuldung unseres Landes könnte geringer ausfallen.
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Afrikareisender schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 20:54:17
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Frieden für Afrika
Laßt den Somaliern ihre Lebensgrundlage. Es waren vorher friedliche Fischer. Wer hat die Lebensgrundlage der meisten
Afrikaner zerstört? Die raffgierigen Abenteurer und legalisierten "Freibeuter" aus dem Westen. Laßt Afrika endlich den Afrikanern. Afrika ist ein wunderschöner und enorm reicher Kontinent. Die Waffen stammen nicht aus Afrika, sondern viele Staaten außerhalb Afrikas verdienen an den chaotischen Zuständen. Mit der Marine lassen sich diese Probleme niemals lösen.
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politische lösung schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 19:35:35
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fischer
den fischern eine perspektive geben, die wenigstens ihren früheren möglichkeiten entspricht-das wäre ideal aber machbar?? nur
mit militär wird es nichts, wiewohl das kapern von schiffen auch nicht hingenommen werden kann. ist es so schwer auf den schiffen ein paar kanönchen zu installieren gegen diese rumpelboote??
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