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Piratenpartei: Etablieren sich die Piraten auf Bundesebene?

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Werden die Piraten zur etablierten Partei?

16.11.2011, 12:16 Uhr

Die Piraten werden sesshaft: Laut aktuellem Wahltrend stabilisiert sich die Partei auf Bundesebene (Quelle: dpa)

Die Piraten werden sesshaft: Laut aktuellem Wahltrend stabilisiert sich die Partei auf Bundesebene (Quelle: dpa)

Die Piratenpartei hat sich einer neuen Umfrage zufolge auf Bundesebene stabilisiert und könnte SPD und Grüne um eine eigene Mehrheit bringen.

Die bislang nicht im Bundestag vertretene Partei kommt im aktuellen "Stern-RTL-Wahltrend" ebenso wie in der Vorwoche auf acht Prozent. Die SPD büßt einen Punkt ein und kommt auf 27 Prozent. Die Union bleibt unverändert bei 31 Prozent, die Grünen verharren bei 17 Prozent.

Um je einen Punkt zulegen können die FDP und die Linken: Die Liberalen erreichen vier Prozent, die Linken acht Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sich fünf Prozent entscheiden.

Grün-Wähler laufen über

Das Regierungslager aus Union und Freidemokraten liegt mit zusammen mit 35 Prozent zwar neun Punkte hinter einem grün-roten Bündnis, das auf 44 Prozent käme. Damit würde es aber nicht für eine Mehrheit für Rot-Grün reichen.

"Die Piraten schaden vor allem den Grünen, denen viele Wähler früher aus Verzweiflung über die anderen Parteien ihre Stimme gegeben haben", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. "Sie laufen jetzt zu den Piraten über - vor allem auch die jungen Wähler, die sonst für die Grünen gestimmt haben."

Täglich 150 neue Mitglieder bei den Piraten

Die Piratenpartei erlebt derzeit einen großen Zuspruch und hat die Marke von 15.000 Mitgliedern überschritten. "Wir kommen gar nicht mehr mit der Bearbeitung der Anträge hinterher", sagte Sebastian Nerz, Bundesvorsitzender der Partei.

Seit dem Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September seien mehr als 3.000 Mitgliedsanträge bei der Partei eingegangen. Die Zahl der Parteimitglieder sei um 25 Prozent gestiegen. Täglich entschieden sich etwa 150 Bürger für einen Parteieintritt, sagte Nerz.

Mehrheit will Lafontaine nicht wiedersehen

In einer weiteren Umfrage beschäftigt sich der "Stern" mit dem früheren Linkenchef Oskar Lafontaine. Gefragt, ob er wieder auf die Berliner Bühne zurückkehren soll, sprachen lediglich 25 Prozent der Befragten dafür aus. 63 Prozent wünschten dies nicht. Bei den Anhängern der Linken sprechen sich allerdings 83 Prozent für eine Rückkehr Lafontaines in die Bundespolitik aus.

Für den "Stern-RTL-Wahltrend" befragte Forsa vom 4. bis 7. Oktober insgesamt 2003 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Für die Umfrage zu Lafontaine wurden am 6. Oktober 1002 Bundesbürger befragt.


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Quelle: AFP

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