29.12.2010, 12:48 Uhr
Vor der Küste von Oman haben Piraten einen deutschen Frachter entführt. Wie die EU-Mission "Atalanta" in Brüssel mitteilte, wurde die unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende "EMS Rivera" einer deutschen Reederei bereits am Montag gekapert. Der Überfall habe sich rund 320 Kilometer nordöstlich vom Hafen Salalah des Sultanats ereignet.
Das Schiff sei mit acht Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Griechenland gewesen. Sieben der Seeleute seien Philippiner, einer Rumäne.
Vermutlich nutzten die Piraten das zuvor gekaperte Schiff "Motivator" für den Überfall auf hoher See im Indischen Ozean. Nach "Atalanta"-Angaben befinden sich derzeit 26 Schiffe und 609 Besatzungsmitglieder in Händen somalischer Piraten.
Nach mehr als einem halben Jahr gaben Seeräuber unterdessen einen deutschen Chemietanker wieder frei. Die "Marida Marguerite" mit 19 Mann Besatzung sei auf dem Weg in sichere Gewässer, sagte Andrew Mwangura vom Ostafrikanischen Seefahrerhilfsprogramm. Die Piraten haben nach eigenen Angaben 5,5 Millionen Dollar Lösegeld erhalten. Das Geld sei am Montagmorgen per Fallschirm abgeworfen worden.
Der Chemietanker war im Mai rund 200 Kilometer vor der omanischen Stadt Salalah gekapert und nach Somalia verschleppt worden. Das Schiff eines deutschen Eigners fährt unter der Flagge der Marschall-Inseln. Die Besatzung kommt aus Indien, Bangladesch und der Ukraine.
Quelle: AFP , dpa
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