Die "Sirius Star" hat mit ihrer Ladung einen Wert von rund 200 Millionen Euro (Quelle: Reuters)
Die Piraten, die den Supertanker "Sirius Star" gekapert haben, haben Lösegeld in Höhe von 25 Millionen Dollar gefordert. "Die Saudis haben zehn Tage Zeit, sonst greifen wir zu Maßnahmen, die katastrophal sein könnten", sagte einer der Piraten auf dem Schiff. "Lange Diskussionen zur Regelung der Angelegenheit" würden nicht akzeptiert.
Bereits am Mittwoch hatte ein Mann, der nach eigenen Angaben zu den schwer bewaffneten Seeräubern gehört, dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira erste Details genannt. So werde bei der Geldübergabe das Geld "maschinell nachgezählt. Wir haben die notwendige Ausrüstung, um Falschgeld zu erkennen", erklärte der Pirat.
Der Tanker ankert derzeit vor der somalischen Piratenhochburg Harardhere, 300 Kilometer nördlich von Mogadischu. Die saudiarabische Regierung hatte zuvor bestätigt, dass die Reederei mit den Kidnappern in Verhandlungen stehe.
Millionenschwere Beute
Somalische Piraten hatten die "Sirius Star" mit rund zwei Millionen Barrel Rohöl an Bord am Samstag im Indischen Ozean in ihre Gewalt gebracht. Das Schiff und die Ladung haben laut der Reederei Vela International einen geschätzten Wert von 200 Millionen Euro. Der Tanker, groß wie drei Fußballfelder, ist nach Angaben der US-Marine das größte jemals gekaperte Schiff.
Griechisches Schiff gekidnappt
Unterdessen haben somalische Piraten vor der Küste Ostafrikas in den letzten 24 Stunden weitere Schiffe in ihre Gewalt gebracht. So wurde ein griechisches Schiff mit 23 Besatzungsmitgliedern an Bord gekapert. Der Kapitän habe den Überfall noch per Funk der Reederei melden können, bevor die Piraten das Schiff enterten, berichtete der griechische Rundfunk.
Bereits am Dienstagabend war bekannt geworden, dass ein iranischer Frachter ebenfalls in die Hände der Seeräuber gefallen ist. Das Handelsschiff befördert 36.000 Tonnen Weizen. Bei einem ebenfalls am Dienstag gekaperten Trawler handelt es sich um ein thailändisches Fangschiff mit 16 Mann Besatzung. Das bestätigte das Internationale Schifffahrtsbüro in Kuala Lumpur, das Meldungen über Seeräuberei aufnimmt. Damit sei die Zahl der Schiffe, die sich momentan in der Gewalt von Piraten befinden, auf 17 gestiegen. Die Zahl der Angriffe von Seeräubern in der Region habe sich seit Jahresbeginn auf insgesamt 95 erhöht.
Indische Marine versenkt Piratenschiff
Derweil versenkte die indische Marine ein Piratenschiff, das sich am Dienstagabend dem Kriegsschiff "INS Tabar" genähert, berichtete die Marine. Die Männer an Bord hätten gedroht, das Schiff in die Luft zu sprengen, und geschossen. Die Soldaten der "INS Tabar" erwiderten das Feuer und lösten den Angaben zufolge eine Explosion auf dem Piratenschiff aus. Die "INS Tabar" ist seit dem 2. November im Golf von Aden gegen Piraten im Einsatz.