27.10.2010, 14:30 Uhr
Der chilenische Präsident Piñera und Bundespräsident Wulff bei ihrem Treffen in Schloss Bellevue (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Zwei Tage nach seinem Berlin-Besuch hat sich der chilenische Präsident Sebastián Piñera für den Eintrag "Deutschland über alles" in das Gästebuch von Bundespräsident Christian Wulff entschuldigt. "Mir war überhaupt nicht bewusst, dass dieser Satz mit der dunklen Vergangenheit dieses Landes zusammenhängt, deshalb tut mir das leid und ich bitte um Entschuldigung", sagte der konservative Staatschef in Santiago.
Piñera hatte bei dem Treffen mit Wulff in Schloss Bellevue einen Teil der ersten Strophe des Deutschlandliedes für den Eintrag gewählt. Während des Nationalsozialismus wurde nur diese erste Strophe gesungen, sie wird deshalb seither mit dem Nazi-Terror in Verbindung gebracht. Deutsche Nationalhymne ist heute nur noch die dritte Strophe des Deutschlandliedes, die erste ist geächtet.
Der Präsident betonte, er habe mit dem Satz nur die Dankbarkeit gegenüber Deutschland für die Unterstützung bei dem Jahrhundertbeben im Februar und bei der Rettung der 33 Bergarbeiter zum Ausdruck bringen wollen. Den Beginn der ersten Strophe habe er in seiner Schulzeit in den 1950er und 1960er Jahren an der katholischen Eliteschule "Verbo Divino" in Santiago oft gehört. Er habe sie für eine Reminiszenz an die Gründung des Deutschen Reiches unter Otto von Bismarck gehalten.
Piñera war in seiner Heimat wegen des als "Nazi-Zitat" bezeichneten Satzes heftig kritisiert worden. Der Staatschef habe vor dem Eintrag am Samstag sogar noch den chilenischen Botschafter in Deutschland, Jorge O'Ryan Schütz, nach der richtigen Schreibweise des Satzes gefragt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Der habe zwar korrekt diktiert, aber Piñera nicht von dem Fauxpas abgehalten.
Quelle: dpa , dapd
History schrieb:
am 26. Oktober 2010 um 19:58:58
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Hoffmann von Fallersleben
Der Dichter des Deutschlandlieds war bereits fast 50 Jahre tot, als die Nazis an die Macht kamen. Es ist eine
historische Schande, dass wir noch heute den Nazis Macht geben, indem wir die Dinge ächten, die die Nazis widerrechtlich instrumentalisiert haben. Dazu gehlört die 1.Strophe des Deutschlandlieds. Als von Fallersleben das Deutschlandlied schrieb, dachte er nicht an einen Unterdrückerstaat, sondern an ein freiheitliches Deutschland, dass die Kleinstaaterei überwinden konnte.
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Germane schrieb:
am 26. Oktober 2010 um 19:49:10
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Das Lied der Deutschen
Der Dichter Hugo von Hoffmannsthal wollte nicht Deutschland über alle übrigen Länder erheben, sondern ihm
persönlich ging sein Vaterland "über alles". Was ist da verbrecherisch? Schlimm ist nur, dass die Nazis dieses wunderschöne Lied missbrauchten. Ich kann damit leben, dass man die 1. Strophe nicht mehr singt, aber ich fürchte, wenn wir weiter alles unter den Teppich kehren, rächt sich das bitter. Siehe Ausländerprobleme, Integration etc. Etwas mehr Mut, Selbstachtung tut uns Deutschen gut!
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bernardo desmo schrieb:
am 26. Oktober 2010 um 19:49:05
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Nazi-Zitat
Setzen sechs , Herr Wulff! Diese Hymne und ihre erste Strophe wurde vom Sozialdemokraten Friedrich Ebert zur deutschen
Nationalhymne ( 1919 ! ) erklärt. Und das Lied entstand in einer Zeit ( im 19. Jhdt. ) in welcher Hoffm.von Fallersleben nur der Sehnsucht der Deutschen vereinigt in einem Staat zu leben Ausdruck verleihen wollte und beinhaltete auch keine hybris. Im Gegensatz zu den Franzosen, die in ihrer Hymne die Äcker mit dem Blut der "Unreinen" tränken wollen ! Da spricht keiner drüber...
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