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Physik-Nobelpreis für drei "Meister des Lichts"
06.10.2009, 11:06 Uhr | Von Matt Moore und Karl Ritter, AP
Mit der Glasfasertechnik lassen sich auch große Mengen Daten schnell übertragen (Foto: imago)
Sie schufen die Grundlagen für die schnelle Datenübertragung mit Glasfaserkabeln und die digitale Fotografie: Der chinesische Physiker Charles Kao sowie die beiden amerikanischen Forscher Willard Boyle und George Smith erhalten den diesjährigen Nobelpreis für Physik. Sie seien "Meister des Lichts", befand das Nobelkomitee in Stockholm.
Der gebürtige Chinese Kao, der auch britischer Staatsbürger ist, erhält die mit insgesamt zehn Millionen Kronen (etwa eine Million Euro) dotierte Auszeichnung zur Hälfte, Boyle und Smith zu je einem Viertel.
Physik-Nobelpreis: Der gebürtige Chinese Charles Kao erhält die Hälfte des Preisgeldes (Foto: AP)
Daten blitzschnell übertragen
Kao fand 1966 heraus, wie Licht und damit Informationen über weite Distanzen durch Glasfaserkabel transportiert werden können. Heute bilden Glasfasernetze das Rückgrat der modernen Informationsgesellschaft, übermitteln Telefonanrufe und erlauben den globalen Datenfluss im Internet.
"Fotografie revolutioniert"
Boyle und Smith entwickelten 1969 gemeinsam einen lichtempfindlichen Chip. Der CCD-Sensor (Charge-coupled Device) ermöglichte die Umwandlung von Licht in eine große Anzahl von Lichtpunkten (Pixel). "Das revolutionierte die Fotografie, weil Licht nunmehr elektronisch und nicht auf einem Film festgehalten werden konnte", erklärte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften. Ohne CCD wäre die Entwicklung von Digitalkameras langsamer verlaufen, und es gäbe weder die erstaunlichen Bilder des Weltraumteleskops "Hubble" noch Fotos der roten Wüsten auf dem Mars.
Willard Boyle (l) und George Smith (r) 1974 an einem Versuchsaufbau mit einem CCD-Sensor (Foto: dpa)
Forschungen bauten auf Einsteins Arbeiten auf
Boyle, der auch die kanadische Staatsangehörigkeit besitzt, erklärte, jedes mal wenn er heute jemanden eine Digitalkamera benutzen sehe, werde er an seine damalige Arbeit erinnert. "Auch wenn sie nicht genau unser CCD einsetzen, damit hat alles begonnen." Die beiden Forscher arbeiteten an den Bell Laboratories. Ihre Arbeiten bauen auf dem photoelektrischen Effekt auf, für dessen Entdeckung
Albert Einstein 1921 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Im Vorjahr war der Preis für Physik an den aus Japan stammenden US-Wissenschaftler Yoichiro Nambu von der Universität Chicago und die beiden Japaner Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa für Grundlagenforschung zu den kleinsten Bausteinen der Materie gegangen.
Preise am 10. Dezember überreicht
Am Montag hatte das Karolinska-Institut den Medizin-Nobelpreis den drei US-Amerikanern Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak zugesprochen. Ihre Arbeiten seien Grundlage für weitergehende Studien zur Krebs- und Alterungsforschung und für die Entwicklung von Therapien geworden, hieß es. Bis Donnerstag werden noch die Nobelpreise für Chemie und Literatur sowie am Freitag in Oslo der diesjährige Friedensnobelpreis vergeben. Die Nobelpreise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen - etwa 980.000 Euro - dotiert. Sie werden traditionsgemäß am 10. Dezember in Schwedens Hauptstadt überreicht, dem Todestag des Preisstifters
Alfred Nobel. #
Quelle: dapd