Szene aus dem Film "Jagd auf einen Unsichtbaren": Forscher arbeiten schon seit Jahrzehnten an der Tarnkappen-Technik (Foto: Cinetext)
Tarnmäntel wie bei Zauberlehrling Harry Potter gehören vielleicht bald nicht mehr ins Reich der Fantasie: Forscher aus China und den USA sind der Entwicklung eines unsichtbar machenden Materials einen wichtigen Schritt näher gekommen.
Mit Hilfe neuartiger mathematischer Rechenverfahren konnten Wissenschaftler der Duke-Universität im US-Bundesstaat North Carolina ein sogenanntes Metamaterial entwickeln, das elektromagnetische Wellen so um ein Objekt herumleitet, dass der Eindruck entsteht, sie seien durch einen leeren Raum geströmt.
Der durch das Metamaterial erzielte Effekt erinnere an Luftspiegelungen, die an heißen Tagen auf Straßen zu sehen seien, erklärte David R. Smith, in einer im Fachmagazin "Science" veröffentlichten Studie. An dem Projekt waren neben den Forschern der Duke-Universität auch das Büro für wissenschaftliche Forschung der US-Luftwaffe sowie Wissenschaftler der chinesischen Akademie der Wissenschaften beteiligt. Der von ihnen entwickelte "Tarnkappen-Prototyp" ist 50,8 Zentimeter lang, zehn Zentimeter breit und 2,5 Zentimeter dick. Er besteht aus 10.000 in parallelen Reihen ausgerichteten Glasfaserstücken, von denen 6000 einzigartig geformt sind.
Den Forschern zufolge wurde die Anordnung der Glasfaserelemente durch ein neues, komplexes Rechenverfahren bestimmt. Durch den Algorithmus konnte den Angaben zufolge ein Tarnmantel-Prototyp aus dem Jahr 2006 erheblich verbessert werden. Das neue Material könne ein "fast unbegrenztes" Wellenspektrum abdecken und werde viel leichter auch Infrarot- und sichtbares Licht ablenken, sagte Smith.
Schutzschild gegen Schallwellen
Die Entwicklung könnte nach Ansicht der Forscher vielfältige Anwendungen haben. So könnten akustische Tarnmäntel etwa bei der Verbesserung drahtloser Kommunikation und als Schutzschild gegen Schallwellen zum Einsatz kommen.