06.02.2012, 13:10 Uhr
Hunderte Gebäude im Osten des Landes wurden zerstört. Viele Menschen sind noch in ihren Häusern eingeschlossen.
Bei einem starken Erdbeben auf den Philippinen könnten bis zu 43 Menschen ums Leben gekommen sein. Das teilte die Armee mit. Zuvor hatten die Behörden über 14 Tote berichtet. In mehreren Städten auf den Inseln Negros und Cebu brach Panik aus, als über Mobiltelefone Gerüchte über einen heranrollenden Tsunami die Runde machten. Eine anfängliche Tsunami-Warnung hoben die Behörden jedoch später wieder auf.
Rettungshelfer setzten Spitzhacken und Schaufeln ein, um zu Dutzenden Menschen zu gelangen, die in eingestürzten Häusern eingeschlossen waren. Im Bergdorf Planas, 15 Kilometer von der Küstenstadt Guihulngan in der Provinz Negros Oriental entfernt, seien bis zu 30 Häuser unter den Erdmassen begraben, sagte Gouverneur Roel Degamo. Vermutlich seien mindestens 40 Bewohner eingeschlossen - für sie besteht kaum Hoffnung.
Das Erdbeben ereignete sich um 11.49 Uhr Ortszeit. Sein Zentrum lag 72 Kilometer nördlich der Stadt Dumaguete auf der Insel Negros in einer Tiefe von 46 Kilometern, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Die betroffene Gegend liegt rund 650 Kilometer südöstlich der philippinischen Hauptstadt Manila.
Mindestens zehn Todesopfer gab es in der Ortschaft Guihulngan, darunter Studenten und Schüler, wie Bürgermeister Ernesto Reyes sagte. Rund 100 Menschen seien verletzt worden.
Das Beben löste auch einen Erdrutsch im Bergdorf Solongon in der Provinz Negros Oriental aus. Nach Polizeiangaben waren auch dort mehrere Menschen eingeschlossen. Soldaten und Polizisten sollen bei den Rettungsarbeiten helfen.
Wegen beschädigter Straßen und Brücken konnten Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente nicht in betroffene Dörfer gebracht werden. In Negros Oriental seien neun Brücken beschädigt worden, davon seien vier nicht mehr passierbar, sagte Gouverneur Degamo. Die schwersten Schäden habe es in der Gebirgsregion im Norden der Provinz gegeben.
Philippinische Seismologen gaben für das Zentrum der Philippinen kurzzeitig eine Tsunami-Warnung aus. Entlang der Küste eilten Menschen aus Schulen, Einkaufszentren und Büros.
In der Ortschaft Tayasan nahe dem Erdbebenzentrum kamen Behördenangaben zufolge zwei Menschen ums Leben, als eine Betonwand einstürzte. Unter den Opfern sei ein Kind. Im der Ortschaft Jimalalud sei ein weiteres Kind getötet worden, als während einer Trauerfeier in einer Kirche eine Wand eingestürzt sei, sagte Bürgermeister Reynaldo Tuanda.
Aufgrund von Nachbeben könnten Menschen nicht in ihre Häuser zurückkehren, sagte ein Polizist in Tayasan. Es sei zu gefährlich, um Gebäude zu inspizieren. In der Ortschaft La Libertad stürzte ein dreigeschossiges Bürogebäude ein. Die Menschen konnten aber noch rechtzeitig aus dem Gebäude fliehen. In einigen Gebieten wurde der Schulunterricht abgesagt. Vielerorts kam es zu Stromausfällen.
Die Philippinen liegen im sogenannten Feuerring im Pazifik, wo sich 90 Prozent aller Erdbeben weltweit ereignen. 1990 waren bei einem Beben der Stärke 7,7 auf der philippinischen Insel Luzon fast 2000 Menschen ums Leben gekommen.
Quelle: AFP , dapd
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