20.04.2011, 14:33 Uhr
Abgeholztes Gebiet um San Martin im Nordosten des peruanischen Regenwaldes (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Der immer weiter steigende Goldpreis hat die Zerstörung von Amazonas-Regenwäldern im peruanischen Departement Madre de Dios in wenigen Jahren versechsfacht. Der Grund sind illegale Goldsucher, die innerhalb weniger Jahre rund 7000 Hektar Dschungel vernichteten, berichtet die Professorin Jennifer Swenson von der US-Universität Duke im Online-Wissenschaftsjournal "PLoSOne".
Zwischen 2003 und 2009 hätten die mit primitiver Technik arbeitenden Goldgräber allein in den zwei größeren Schürfgebieten Guacamayo und Colorado-Puquiri unberührten und extrem artenreichen Regenwald zerstört, sagte Swenson.
Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher nach Auswertung von NASA-Satellitenbildern. Sie berücksichtigten in ihrer Studie auch den Goldpreis und Quecksilberimporte. "Angesichts der laufend steigenden Importe gehen wir davon aus, dass sich Perus Quecksilberimporte bis Ende 2011 auf 500 Tonnen verdoppelt haben werden", warnt Swenson.
Das hochgiftige Metall wird von armen Goldschürfern zum Auswaschen des Goldes aus Gestein und Sand eingesetzt, gefährdet dabei aber nicht nur deren Gesundheit, sondern verseucht auch die Flüsse und die Luft in der Region. Durch die Nahrungskette schädigt es zudem die in der Region lebenden Ureinwohner und sogar weiter entfernt lebende Menschen.
Wenn die Goldsucher ein Gebiet ausgebeutet haben, hinterlassen sie eine quecksilberverseuchte Mondlandschaft.
Nach Angaben des peruanischen Umweltministers Antonio Brack haben die Goldsucher in Madre de Dios schon 32.000 Hektar Regenwald zerstört. Im März gingen Polizei und Militär bei einem Großeinsatz gegen Tausende Goldsucher vor. 32 Schwimmbagger seien zerstört worden, teilte Brack anschließend mit. Den Tod von zwei Goldsuchern bei der Aktion bedauerte er, betonte aber, dass der Einsatz von Gewalt angesichts der "ökologischen Tragödie" gerechtfertigt sei.
Das Problem ist jedoch noch lange nicht gelöst. Die Polizei geht davon aus, dass in der Region mindestens 250 Schwimmbagger im Einsatz sind. Es werde noch mindestens fünf Jahre dauern, bis die Goldsucher aus der Region vertrieben worden sind, schätzt Brack. Allerdings treibt die hohe Armutsrate in Peru immer neue Menschen als Goldsucher, aber auch als illegale Holzfäller oder Siedler in die Regenwälder.
Brack vermutet beim Gold wohlhabende Hintermänner, die die einfachen Arbeiter vor Ort als "Kanonenfutter" missbrauchten. In peruanischen Medienberichten war auch von einer "chinesischen Mafia" die Rede.
Quelle: dpa
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