Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland > Internationale Politik >

Pastor droht im Iran die Todesstrafe

...

"Man muss mit dem Schlimmsten rechnen"

07.10.2011, 11:49 Uhr

Beharrt auf seinem Glaubensbekenntnis: Jussef Nadarchani (Quelle: (Foto: IGFM))

Beharrt auf seinem Glaubensbekenntnis: Jussef Nadarchani (Quelle: (Foto: IGFM))

Ein Menschenrechtsexperte schätzt die Lage des Pastoren, der im Iran von der Todesstrafe bedroht ist, als "sehr ernst" ein. "Man muss mit dem Schlimmsten rechnen", sagte Wolfgang Baake, Beauftragter der "Deutschen Evangelischen Allianz" am Sitze des Bundestages. Der iranische Pastor Jussef Nadarchani soll wegen "Verbreitung nichtislamischer Lehre" und "Abfalls vom Glauben" gehenkt werden. Er weigert sich, seinen christlichen Glauben zu verleugnen.

Baake sagte, das Auswärtige Amt habe ihn informiert, dass die Hinrichtung in den nächsten Tagen aller Voraussicht nach vorgenommen werde. Ein Gesandter der Europäischen Union werde zwar am Samstag noch einmal ein Gespräch mit den iranischen Stellen führen, "aber dann könnte es schon zu spät sein." Leider hätten die Iraner keinen früheren Gesprächstermin möglich gemacht.

Nach Angaben der "Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte" (IGFM) ist Nadarchani nach Jahren der erste Konvertit, bei dem die iranische Justiz den "Abfall vom Islam" völlig offen als Begründung des Todesurteils nennt. Die IGFM vermutet, dass die Behörden die iranische Untergrundgemeinde noch stärker unter Druck setzen wollen.

Pastor wollte Kinder nicht muslimisch erziehen lassen

Der 1977 geborene Nadarchani war im Alter von 19 Jahren zum Christentum übergetreten und später Pastor einer kleinen protestantischen Gemeinde geworden. Im Jahr 2009 geriet Nadarchani jedoch mit den iranischen Behörden aneinander, als er sich gegen muslimische Erziehung seiner beiden Kinder in der Schule wehren wollte.

Das iranische Parlament hatte per Gesetz angeordnet, dass der muslimische Glauben im Schulunterricht noch stärker gefördert werden müsse. "Dieses Gesetz gilt für alle Schulkinder, auch die christlicher Eltern," heißt es beim IGFM. Nadarchani, dessen Söhne in den örtlichen Schulen ebenfalls von diesem Unterricht betroffen waren, habe gegen dieses Vorgehen protestiert. Daraufhin hätten ihn die iranischen Justizbehörden festgenommen und im Herbst 2010 wegen Apostasie - Abfall vom Islam - zum Tode verurteilt.

Nadarchani angeblich durch Abstammung "echter Muslim"

In einem Berufungsverfahren wurde das Gericht dazu aufgefordert, zunächst noch zu klären, ob Nadarchani jemals praktizierender Muslim gewesen war. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes könnte das Gericht dies nicht nachweisen. Dennoch sei das Urteil des Obersten Gerichtshofs nicht annulliert worden.

Nach Angaben des "Katholischen Magazin für Kirche und Kultur" verkündete das Gericht vielmehr, Nadarchani sei ein "echter Muslim", da er islamische Vorfahren habe. Somit gelte für Nadarchani das muslimische Recht. Sollte er sich nicht "vom falschen Glauben lossagen", werde er hingerichtet.

Iran bricht durch sein Vorgehen Völkerrecht

Die "Internationale Gesellschaft für Menschenrechte" zeigte sich bestürzt. "Eine solche Entscheidung ist einem Mitglied der Internationalen Gemeinschaft unwürdig. Dieser klare Bruch internationaler und völkerrechtlich verbindlicher Abkommen darf nicht hingenommen werden", erklärte der geschäftsführende Vorsitzende der IGFM, Karl Hafen.

Die Regierungen mehrerer westlicher Länder - darunter die USA, Großbritannien und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton - forderten den Iran auf, den Konvertiten freizulassen.Das Auswärtige Amt bestellte am Donnerstag den Geschäftsträger der iranischen Botschaft ein. Bei dem Treffen habe die deutsche Seite noch einmal "mit Nachdruck" eine Aufhebung des Todesurteils und die Freilassung Nadarchanis gefordert, teilte das Ministerium mit. Der Iran sei völkerrechtlich verpflichtet, religiöse Minderheiten zu achten und die freie Religionsausübung zu respektieren.

Der Organisation IGFM zufolge hat Nadarchani mit seinem Übertritt zum Christentum und seiner Pastorentätigkeit lediglich sein Recht auf Religionsfreiheit in Anspruch genommen. Der Iran hat den "Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte" unterzeichnet und sich damit verpflichtet, seinen Bürgern das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit zuzugestehen.

Glimpflicher Ausgang im Fall von Nadarchanis Frau

Nadarchanis Anwalt zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich, dass sein Mandant womöglich bald frei kommen könnte. Sein Mandant habe zwar die Aussage zu seinem Glauben nicht widerrufen, sagte Anwalt Mohammed Ali Dadchah. Er gehe dennoch davon aus, dass Nadarchani das Gericht mit seinen Argumenten überzeugt habe. Möglicherweise hofft Dadchah, dass die iranischen Behörden wie im Fall der Ehefrau des Pastors vorgehen: Diese war 2010 ebenfalls festgenommen und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, kam jedoch später wieder auf freien Fuß.

Daniel Holler von der "Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte" (IGFM) äußerte hingegen im Interview mit t-online.de, es sei völlig unklar, ob das Todesurteil noch zurückgenommen werde. Daher sei es von enormer Bedeutung, den internationalen Druck auf den Iran zu erhöhen.

Dwight Bashir von der "US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit" (USCIRF) wies gegenüber "Radio Free Europe / Radio Liberty" darauf hin, dass seit über 20 Jahren kein christlicher Pastor mehr wegen Apostasie hingerichtet worden sei. Allerdings scheine sich die Lage im Iran derzeit zuzuspitzen. "Diese Entwicklung muss nun unbedingt ein Ende finden", so Bashir.

Für Christen, die offen zu ihrem Glauben stehen, hat sich die Situation im Iran zuletzt zunehmend verschlechtert. Nach Angaben von "Christian Solidarity International" (CSI), einer christlichen Menschenrechtsorganisation für Religionsfreiheit, erleben Christen im Iran "massive Verfolgung und Diskriminierung und werden in allen Belangen des öffentlichen Lebens unerbittlich ausgegrenzt". Es sei ihnen strengstens untersagt, über ihren Glauben öffentlich zu sprechen und ihn zu praktizieren. Nach Angaben von CSI sind Schätzungen zufolge rund 400.000 iranische Bürger Christen, das entspricht einem halben Prozent der Bevölkerung.



Quelle: fst , dpa , dapd , AFP

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Pastor droht im Iran die Todesstrafe" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Pastor droht im Iran die Todesstrafe" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (41)

zum Forum

Thema: "Pastor droht im Iran die Todesstrafe"

der täufer schrieb: am 30. September 2011 um 20:50:51
(49) (42) @taranis
suche nach dem lebendigen während du lebst, sonst suchst du ihn wenn du stirbts, kannst ihn dann aber nicht finden. zitat
jesus. du beschwerst dich über levantische religionen hast dir jedoch nur ein halbwissen angeeignet. somit solltest du besser schweigen. was deine ahnen betrifft sage ich dir im namen des christus: lass die toten ihre toten begraben. du aber folge dem evangelium. tust du dies nicht und lehnst gott ab, ist das sicher deine entscheidung eine leiche zu bleiben. überdenke dies.
mehr Kommentar melden

Froidenschrey schrieb: am 30. September 2011 um 20:46:28
(119) (8) Islam
ALLE halbwegs freiheitlichen und fortschrittlichen Kulturen der Welt müssen zusammenrücken wider die fürchterliche Ideologie genannt
"Islam"!
mehr Kommentar melden

der täufer schrieb: am 30. September 2011 um 20:28:34
(67) (37) ich ertrage die daumen immer
besser denn sie bringen mich wieder ein stück weiter. es sind die nägelchen welche christus durch hände und
füsse getrieben wurden. kreuzigt ihr weiter, ich folge christus. und ich bete für den priester im iran das er aufnahme bei christus und unserem vater finden möge.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Exklusiver Herren-Sale
Exklusiver Daniel Hechter-SALE

Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr

Einkaufswelt
Passform-Mode für Damen
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Perfekte Hosen für Damen
Die neuen Trends von AtelierGS

Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Unsere DFB-Jungs blamieren sich
Die DFB-Elf verliert den EM-Test gegen die Schweiz. (Quelle: dapd)

Fünf Gegentore gegen die Schweiz. mehr

Schumi holt bitterste Bestzeit seiner Karriere
Michael Schumacher auf dem Circuit des Monaco. (Quelle: dpa)

Formel-1-Star wird strafversetzt. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Die neuen Kurzarmhemden
Die neuen Kurzarmhemden von Esprit

Lässige Frühjahrshemden im zeitlosen Karo-Muster. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige