24.09.2011, 10:54 Uhr
Außerhalb seines offiziellen Programms traf sich das Oberhaupt der katholischen Kirche in Erfurt mit fünf Opfern des Missbrauchsskandals.
Nach den Erschütterungen für die katholische Kirche infolge des Missbrauchsskandals hat sich Papst Benedikt XVI. am Freitagabend in Erfurt mit Opfern sexueller Übergriffe durch Priester und kirchliche Mitarbeiter getroffen. "Bewegt und erschüttert von der Not der Missbrauchsopfer hat der Heilige Vater sein tiefes Mitgefühl und Bedauern bekundet für alles, was ihnen und ihren Familien angetan wurde", hieß es in einer Erklärung des Vatikans und der Deutschen Bischofskonferenz. Opferverbände sahen darin allerdings nichts als "eine bedeutungslose Geste".
Der Papst habe den Anwesenden, die keinen Verbänden angehörten, versichert, "dass den Verantwortlichen in der Kirche an der Aufarbeitung aller Missbrauchsdelikte gelegen ist und sie darum bemüht sind, wirksame Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu fördern." Er sei "den Opfern nahe und bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der barmherzige Gott, der Schöpfer und Erlöser aller Menschen, die Wunden der Missbrauchten heilen und ihnen inneren Frieden schenken möge", hieß es in der Erklärung weiter.
Die Verfehlungen von Priestern und Kirchenmitarbeitern seien offen angesprochen worden, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der als Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz bei dem Gespräch dabei war. "Es wurde kein Blatt vor den Mund genommen." Der Papst habe sich in dem halbstündigen Gespräch am Freitagabend jedem einzelnen der fünf geladenen Gäste - zwei Frauen und drei Männern - zugewendet. Dabei habe er seine Beschämung und seinen Schmerz über die Missbrauchsfälle zum Ausdruck gebracht. Das Treffen sei diskret geplant worden, um den drei Männern und zwei Frauen eine ungestörte Begegnung mit dem Papst zu ermöglichen. Anschließend traf der Papst Menschen, die sich um Betroffene kümmern und ihnen helfen.
Ein solches Treffen gehörte nicht zum offiziellen Besuchsprogramm des Papstes in Deutschland. Es war aber als symbolische Geste erwartet worden. Vatikansprecher Federico Lombardi beschrieb das Gespräch als "sehr kommunikativ, sehr friedvoll".
Opferinitiativen bedauerten, dass ihre Vertreter nicht zu dem Treffen eingeladen worden seien. "Wir hätten gerne mit dem Papst geredet", sagte ein Sprecher der Opfervertretung "Eckiger Tisch". Ähnlich äußerte sich Wilfried Fesselmann von der internationalen Organisation "Snap" ("Survivors Network of those Abused By Priests", Netzwerk der Überlebenden des Missbrauchs durch Priester), der nach eigenen Angaben 12.000 Missbrauchsopfer angehören. "Der Papst hört nur Opfer an, die nicht mit den Medien sprechen und in der Nähe wohnen", sagte er.
Nach dem Treffen mit dem Kirchenoberhaupt würden sich eine Handvoll misshandelter Personen für eine Weile besser fühlen, sagte Emmanuel Henckens von "Snap". "Aber das Treffen mit dem Papst wird nicht bewirken, dass Priester endlich aufhören, Kinder zu belästigen." Es würde auch Bischöfe nicht davon abhalten, Verbrechen zu vertuschen. Es sei "letztlich eine bedeutungslose Geste eines Mannes, der sehr leicht Kinder schützen könnte, aber sich weigert, dies zu tun".
Auch das Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt hat das Treffen des Papstes mit Missbrauchsopfern als "scheinheilig" kritisiert. Die Begegnung sei "ein Rückschritt und diene dem Verschweigen, Vertuschen und Verleugnen", sagte der Vorsitzende der Opfervereinigung, Norbert Denef: "Das bringt überhaupt nichts. Das ist eine Strategie, um der Gesellschaft zu signalisieren, wir tun etwas." Stattdessen solle die Kirche ihre Akten öffnen und der Politik empfehlen, die Verjährungsfristen bei Missbrauch aufzuheben, forderte Denef.
Am Freitag hatten zuvor Missbrauchsopfer in Erfurt mit einer Mahnwache eine weitere Aufarbeitung von sexuellen Vergehen katholischer Priester gefordert. Der Missbrauchsskandal war im vergangenen Jahr ins Rollen gekommen, nachdem Schüler des von Jesuiten geführten Berliner Canisius-Kollegs über jahrelange Übergriffe durch Ordensmitglieder berichtet hatten. In der Folge meldeten sich hunderte Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten von katholischen Geistlichen missbraucht worden waren. Der Skandal erschütterte die katholische Kirche in Deutschland und weltweit, die Zahl der Austritte hat seitdem deutlich zugenommen.
Heiliger Vater würdigt das "Klima des Respekts und des Vertrauens" zwischen Katholiken und Muslimen in Deutschland. zum Video
Die katholische Kirche versucht, den Missbrauchsskandal aufzuarbeiten. So haben die Bistümer die Prävention verstärkt und wollen Opfer mit bis zu 5000 Euro entschädigen. Bis Mitte September gingen nach früheren Angaben rund 700 Anträge Betroffener ein. Vielen reicht das aber nicht aus.
Quelle: AFP , dapd , dpa
DieterB schrieb:
am 24. September 2011 um 13:39:15
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Kirche
Ich selbst bin übrigens auch Opfer der katholischen Kirche, denn ich wurde von zwei katholischen Krankenschwestern als Kind im
Krankenhaus geschlagen, weil ich nicht gebetet habe! Als meine Eltern diese dann zur Rede stellten, wurde alles geleugnet. Das ist die wirkliche Fratze der Kirche. En Januskopf!
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DieterB schrieb:
am 24. September 2011 um 13:31:49
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Papst
Wozu braucht die Welt einen Papst?
Es gibt so viele Religionen, die vom Papst ja nicht mal anerkannt werden, weil seine katholische
Kirche die allherrschende auf dem Erdball sein soll.
Wegen mir sollen die Katholiken sich einen Papst und sonst was wählen. Aber die katholische Kirche spielt sich wie die USA auf und will in der Welt bestimmen. Man denke nur an diese brutalen Missionare, die z.B. in Südamerika ihre Relogion den Eingeborenen regelrecht eingeprügelt haben. Mißbrauch auch hier.
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Christlich orientiert schrieb:
am 24. September 2011 um 13:28:09
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In der Kirche am geringsten
Die Missbrauchsfälle in der Kirche sind schlimm und gehören bestraft. Sie betrugen aber nur 1% aller
Missbrauchsfälle der Vergangenheit! Alleine was die Alt 68er der Odenwaldschule an Missbrauch betrieben, weil sie sich die "sexuelle Freiheit" nahmen Schutzbefohlene zu missbrauchen ist unerhört. Aber auf den Papst und die Kirche wird eingedroschen, als wenn alle Priester Verbrecher wären. Genau aus solch dummen einseitigen und undifferenziertem Denken entsteht Gewalt, Krieg und Missbrauc
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