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Papst betet für Ende der Blockade des Gazastreifens
13.05.2009, 13:33 Uhr
Papst Benedikt XVI. nach seiner Messe in Bethlehem (Foto: dpa)
Während einer Messe vor der Geburtskirche in Bethlehem hat Papst Benedikt XVI. für ein Ende der Blockade des Gazastreifens gebetet. Nach der israelischen Militäroffensive in dem Palästinensergebiet zu Jahresbeginn versichere er der Bevölkerung des Gazastreifens seine Solidarität beim Wiederaufbau und bete für eine baldige Aufhebung des Embargos, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch in Bethlehem. Zu der Messe im Westjordanland waren tausende Gläubige erschienen.
Benedikt XVI. erwähnte in der Messe ausdrücklich die christlichen Pilger aus dem Gazastreifen, die nach Bethlehem gekommen waren. Er bitte sie, ihren Familien und Gemeinden seine "warme Umarmung" und sein Mitgefühl für das ertragene Leid zu übermitteln. Die israelischen Behörden hatten rund hundert Bewohnern des Gazastreifens anlässlich des Papstbesuchs eine Genehmigung zur Einreise ins Westjordanland erteilt.
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Papst traf Mahmud Abbas
Papst Benedikt XVI. sprach sich für die Gründung eines eigenständigen Palästinenserstaates aus. "Der Vatikan unterstützt das Recht Ihres Volkes auf ein souveränes palästinensisches Heimatland im Land ihrer Vorfahren", sagte er bei einem Treffen mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas. Dieses müsse "in Sicherheit und in Frieden mit seinen Nachbarn in international anerkannten Grenzen" entstehen, sagte Benedikt bei der Begrüßungszeremonie vor dem Präsidentenpalast.
Junge Palästinenser sollen nicht verbittern
Der Papst äußerte Solidarität mit den Palästinensern und ihrem Leid. "Ich weiß, wie viel Ihr gelitten habt", sagte er. "Mein Herz ist mit all den Familien, die ihr Zuhause verloren haben", sagte er über die palästinensischen Flüchtlinge. Das Leiden sei "eine Folge des Aufruhrs, der dieses Land seit Jahrzehnten heimsucht", wandte sich der Papst an die Palästinenser und erwähnte ausdrücklich den jüngsten Krieg in Gaza. Er rief die jungen Palästinenser auf, trotz der schwierigen Lage nicht zu verbittern und den Mut zu haben, jeder Versuchung zu widerstehen, auf Gewalt und Terror zurückzugreifen.
Abbas: "Hoffen auf ein morgen ohne Besetzung"
Abbas dankte Benedikt für seine Haltung und sein Mitgefühl "für das Leiden unseres Volkes". Er rief zu einer Friedensvereinbarung mit Israel auf der Grundlage einer Zwei-Staaten-Lösung auf. Der Papst "ist hier und teilt unsere Pein und unsere Ziele", sagte Abbas. Die Hoffnung, von der Benedikt gesprochen habe, "ist ein Hoffen auf ein morgen ohne Besetzung, ohne Kontrollpunkte, Mauer, Flüchtlinge und Gefangene, dafür aber mit einem Zusammenleben im Heiligen Land."
50.000 Christen leben im Westjordanland
Nach der Messe in Bethlehem will Benedikt am Nachmittag ein Flüchtlingslager in Bethlehem besuchen. Es ist sein erster Besuch in den Palästinensergebieten als Oberhaupt der katholischen Kirche. Im Westjordanland leben 50.000 Christen unter 2,4 Millionen Muslimen.
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Quelle: dpa
, AFP