20.08.2010, 14:33 Uhr
Nach neuen Schätzungen brauchen in Pakistan acht Millionen Menschen dringend Hilfe (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Trotz der dramatischen Lage in Pakistan hält sich die Bereitschaft der Deutschen für die Opfer der Flutkatastrophe zu spenden offenbar noch in Grenzen. Laut Deutschland-Trend im ARD-Morgenmagazin haben erst zwölf Prozent Geld gegeben, 58 Prozent sind dazu nicht bereit, 24 Prozent der Befragten wollen noch helfen. Bundespräsident Christian Wulff hatte die Deutschen am Vortag eindringlich zu Hilfsleistungen aufgerufen. "Es geht ums nackte Überleben", sagte Wulff. Vor allem Kinder seien in allergrößter Not.
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Im Deutschland-Trend, für den 1000 Bundesbürger befragt wurden, begründeten 40 Prozent ihre Zurückhaltung damit, dass ihnen schlicht das Geld fehle. 29 Prozent sagten, sie glaubten nicht, dass das Geld an der richtigen Stelle ankomme. Nach dem Tsunami Ende Dezember 2004 sah die Lage anders aus. Damals hatten zu einem ähnlichen Zeitpunkt bereits 62 Prozent der Deutschen Geld gespendet, 22 Prozent hatten noch vor zu helfen. 14 Prozent konnten oder wollten nicht spenden.
"Ich setze auf die Spendenbereitschaft, die in Deutschland immer eindrucksvoll hoch gewesen ist", sagte der Bundespräsident weiter. Nach neuen Schätzungen brauchen acht Millionen Menschen in Pakistan dringend Hilfe - zwei Millionen mehr als bisher angenommen. Etwa fünf Millionen der Hilfsbedürftigen sind Kinder.
Dass Spenden tatsächlich bei den Hilfsbedürftigen ankommen, versicherten sowohl Wulff als auch die Regierung in Islamabad. Man überlege, ausländische Prüfer zur Überwachung der Verwendung von Spenden einzusetzen, sagte der pakistanische Innenminister Rehman Malik der britischen BBC. Keinesfalls würden Mittel in die Hände von Extremisten gelangen.
Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mahnte eine genaue Kontrolle der Mittel an. "Wir begrüßen, wenn die Staaten der Welt sich zu mehr Hilfe für Pakistan entschließen", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters dem "Tagesspiegel". Die Bundesregierung müsse aber ebenso wie die humanitären Organisationen strikt darauf achten, dass die Gelder direkt bei den Bedürftigen ankämen.
Nach tagelangem Zögern hat Pakistan unterdessen zugesagt, die vom Erzfeind Indien angebotene Nothilfe für die Überschwemmungsopfer anzunehmen. Das Angebot sei eine "sehr willkommene Initiative", sagte Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi dem indischen Fernsehsender NDTV. Indien will mit fünf Millionen Dollar helfen. Zuvor hatten vor allem die USA gedrängt, politische Rivalitäten außer Acht zu lassen und das Angebot anzunehmen. Die beiden Atommächte Indien und Pakistan haben seit mehr als 60 Jahren angespannte Beziehungen.
Die NATO kündigte an, eine Luftbrücke einrichten zu wollen. Über sie sollen innerhalb einer Woche bis zu 500 Tonnen Hilfsgüter von Europa nach Pakistan gebracht werden, sagte der deutsche NATO-General Egon Ramms auf NDR Info. "Das ist für einen Lufttransport schon eine ganze Menge." Ein Erkundungsteam der NATO sei bereits in dem Katastrophengebiet unterwegs, um zu klären, wo und inwieweit die NATO Hilfe leisten könne.
Bei einer Sondersitzung der UN-Vollversammlung zu Pakistan hatten zuvor mehrere Staaten eine Aufstockung ihrer Hilfen für die Opfer der Flutkatastrophe angekündigt. US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, Washington erhöhe seine Soforthilfen von 90 auf 150 Millionen Dollar. Auch die EU und Großbritannien stockten ihre Hilfen auf, Deutschland steigert die humanitäre Soforthilfe auf 25 Millionen Euro.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zu Beginn der Beratungen erneut zu schnellerer Hilfe für die Flutopfer in Pakistan aufgerufen. Die Katastrophe sei ein "wichtiger Prüfstein für die internationale Solidarität", sagte er. Ban verglich die Überschwemmungen mit einem "Tsunami in Zeitlupe", dessen "Kraft der Zerstörung sich mit der Zeit verstärkt".
Außenamtsstaatsminister Werner Hoyer, der Deutschland bei der Sondersitzung vertrat, sicherte Pakistan eine langfristige Unterstützung zu. "Wir alle stimmen darin überein: Die internationale Gemeinschaft muss an der Seite von Pakistan stehen - auch wenn das Wasser zurückgegangen ist und sich die Fernsehkameras abgewendet haben", sagte er laut vorab veröffentlichtem Redetext.
Große Sorgen bereitet den Hilfsorganisationen inzwischen, dass durch den Mangel an sauberem Wasser Seuchen ausbrechen könnten. In einem Auffanglager der südpakistanischen Hafenstadt Karachi starben drei weitere Kinder. Es habe sich um zwei Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen zweieinhalb und sechs Jahren gehandelt, sagte ein Sprecher der pakistanischen Hilfsorganisation Edhi. "Drei Kinder sind im Camp an Magen-Darm-Entzündungen gestorben, eine Krankheit, die durch schmutziges Wasser hervorgerufen wird", so der Sprecher.
Quelle: dpa , AFP
kugel schrieb:
am 20. August 2010 um 19:05:11
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spenden
wir haben in Deutschland genug Armut und Hochwasseropfer- soll denen doch erst mal ausreichend geholfen werden. Deutschland ist so
hoch verschuldet und buttert immernoch mehr von unseren Geldern in andere Länder- egal in welcher Form.
Jedes Land sollte zuerst sich selbst aus der Scheiße holen und danach natürlich den anderen Helfen.
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Hasi schrieb:
am 20. August 2010 um 18:13:25
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Hochwasser
Hallo! Was ist mit den Hochwasseropfern in unserem eigenen Land. Die stehen genauso vor dem nichts. Wieso geht das Geld ins
Ausland wo wir im eigenen Land genug Probleme haben? Diese Leute müssen auch zusehen wie sie ihr Heim wieder aufbauen. Für unsere Leute wird nicht vom Ausland gespendet.
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strohfeuer schrieb:
am 20. August 2010 um 18:12:16
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Warum
soll ich als Fremder mehr Verantwortung für Pakistan haben als die dortige Regierung und Elite für das eigene Land? Die haben sich
doch sogar Teile der letzten Erdbebenhilfe unter den Nagel gerissen. Wenn man nicht in die Infrastruktur investiert sondern nur in Rüstung u. Atomwaffen, dann bringt ein ungewöhnlicher Monsun natürlich Chaos. Ich werde erst etwas spenden, wenn die UNO dieser Clique wegen Unfähigkeit das Regierungsmandat entzieht und die Verschrottung der A-Waffen bewirkt.
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